Dienstag, 27. November 2012

Anton Pfeiffer und der Zauberkongress

Anton Pfeiffers Woche könnte kaum schlechter beginnen. Erst fällt merkwürdiger Taubendreck auf ihn, dann legt er sich auch noch mit seinem grantigen Chemielehrer Herrn Clausewitz an. Als Anton sich eine dringend benötigte Auszeit nimmt, stößt er im Hof auf den merkwürdigen Oskar, der eine seltsame Kreuzung aus Besen und Schirm in der Hand hält und total baff ist, dass Anton ihn überhaupt sehen kann!

Der erste Schreck ist auf beiden Seiten schnell überwinden und Oskar erzählt ihm von seiner magischen Welt. Er lädt Anton ein, ihn auf einen Zauberkongress zu begleiten. Kurzerhand willigt dieser ein und die beiden begeben sich in Richtung Waldrand. Als Oskar dann aber auf der Suche nach einem Türgriff in einer alten Eiche ist, zweifelt Anton doch ein wenig an dem Verstand seines neuen Freundes. Doch er wird abermals überrascht und dank Oskar erhält Anton Zugang zu einer ihm völlig neuen und magischen Welt. Hier macht er die Bekanntschaft, von Hexen, Zauberern, Problemlösern, suizidgefährdeten Schnecken und vieler anderer merkwürdiger Wesen. Und gemeinsam mit seinem neuen Freund Oskar und der Halbelfe Emma kommen sie dabei sogar einem Geheimnis auf die Spur.

Der Roman läst sich leicht und flüssig lesen und überzeugt dabei vor allem mit seiner gut durchdachten Zauberwelt und den schön gezeichneten Charakteren. Anton hat schon früh gelernt, selbständig zu sein. Sein Vater ist bereits vor vielen Jahren gestorben und gemeinsam mit seiner Mutter schlägt er sich in Wuppertal durchs Leben. Es bedrückt ihn, dass seine Mutter oftmals sehr traurig und antriebslos ist und er versucht ihr zur Seite zu stehen, wo er kann. Lediglich die lustigen Weihnachtsfeste bei Onkel und Tante, zu denen auch sein Großvater kommt und Anton mit absonderlichen Geschenken beglückt, lockern seinen Alltag auf und auch dieses Jahr ist es nicht mehr lange bis dahin. In der Schule hat er so seine Höhen und Tiefen, was ihn aber keinesfalls erschüttert. Im Gegenteil wirkt Anton bereits viel reifer als seine Altersgenossen und er lässt sich weder von gleichaltrigen Störenfrieden, noch von Erwachsenen einschüchtern und sagt stets, was er denkt. Gerne nimmt er Herausforderungen an und so ist es auch nicht verwunderlich, dass er an der neu entdeckten magischen Welt sofort Gefallen findet.

Sein neuer Freund Oskar scheint ihm ziemlich gleichgesinnt, denn obwohl es untersagt ist, Menschen an der magischen Welt teilhaben zu lassen, entschließt er sich spontan, Anton mit auf den Zauberkongress zu nehmen und weiht ihn hilfsbereit in viele Geheimnisse seiner Welt ein. Unterstützt wird er dabei von der Halbelfe Emma, die sehr wissbegierig und belesen ist. Ganz selbstverständlich und ohne jede Vorurteile nehmen sie ihn in ihren Freundeskreis auf.

"Anton Pfeiffer und der Zauberkongress" ist ein spannendes magisches Abenteuer für junge Leser ab ca. 8 Jahren. Doch auch ältere Leser werden ihre wahre Freude an diesem schönen Buch haben. Hier werden Werte wie Freundschaft, Familie und Zusammenhalt vermittelt und gleichzeitig der Gedanke von Weihnachten neu entdeckt. Der Leser lernt eine magische Parallelwelt kennen, die sehr schön beschrieben ist und dabei so realistisch wirkt, dass sie möglicherweise gar nicht so weit von einem selbst entfernt liegt. Wenn ich das nächste Mal in Wuppertal bin, werde ich auf jeden Fall ein besonderes Auge auf große, alte Eichen haben. Wer weiß, vielleicht entdecke ich ja einen Türknauf?


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