Samstag, 30. März 2013

Tickt ins Glück

Alexandra ist frustiert. Ihr Verlobter Tom hat sich im Laufe der Zeit immer mehr in einen peniblen und langweiligen Stubentiger verwandelt. Beruflich läuft es für ihn sehr gut und deshalb ist er auch sehr oft unterwegs. Als Alex gekündigt wird, schlägt Tom völlig unbedarft vor, dass sie doch jetzt mit der Familienplanung beginnen könnten ohne zu erkennen, welche Wünsche sie tatsächlich hat. Doch für diese ist das Maß jetzt voll. Viel zu lange hat sie ihre eigenen Bedürfnisse zurückgedrängt und sich immer nur noch Tom angepasst. Damit ist jetzt Schluss!

Als ihr im näheren Rückblick klar wird, wann und wo sie das letzte Mal wirklich glücklich war, beschließt sie, für eine Zeit in die Dominikanische Republik auszuwandern. Der Unglauben der anderen an ihren Plänen und ihrem Durchhaltevermögen spornt sie noch zusätzlich an und als ihre Schwester Sabina beschließt, sie zu begleiten, machen die beiden Nägel mit Köpfen und fliegen los. Doch vor Ort läuft zunächst alles nicht so wie geplant. Aber Alex lässt sich nicht unterkriegen und fängt langsam wieder an, ihr Leben zu genießen. Eine unerwartete Neuigkeit lässt sie erneut ins Grübeln kommen und schürt die Zweifel an der Richtigkeit ihrer Handlungen. Wird Alex trotzdem ihren Traum verwirklichen können?

Meine Meinung:

Elke Becker ist mit "Ticket ins Glück" ein herrlich beschwingter Unterhaltungsroman gelungen, der sich fast von ganz alleine liest. Sehr schnell ist man mittendrin im Geschehen und verfolgt gebannt die Ereignisse um Alex.

Diese hat sich immer mehr den Wünschen und Vorstellungen ihres Verlobten Tom angepasst und dabei gar nicht gemerkt, wie sich selbst immer mehr verloren hat. Früher haben beide es geliebt, als Rucksacktouristen durch fremde Länder zu streifen, doch heute ist nicht mehr viel davon geblieben. Selbst ganz normaler Urlaub ist in den letzten Jahren immer wieder von Tom verschoben worden und Alex hat sich in Rücksicht geübt. Toms Wunsch nach Kindern löst in Alex jedoch eine ganze Palette von ablehnenden Gefühlen aus, da sie sich dadurch immer mehr in die Ecke gedrängt fühlt.

Anfänglich konnte ich nicht ganz verstehen, wieviel Alex bereit war, aufzugeben. Hatte sie doch eigentlich fast alles, was sich Frau normalerweise vom Leben erhofft. "Man kann schließlich nicht alles haben", ging mir dabei als erstes durch den Kopf. Doch dann wurde mir klar, wie viele Träume sie dafür begraben hat und ich habe ihren Mut bewundert, mit dem sie ihre Zelte abgebrochen und noch einmal von vorne angefangen hat.

Tom ist eigentlich ein lieber Kerl, der selbst gar nicht gemerkt hat, wie er sich immer mehr in einen Spießer verwandelt hat. Erst als Alex ihn vor vollendete Tatsachen stellt und er langsam wieder aus seinem Selbstmitleid auftaucht, beginnt er, das ein oder andere zu hinterfragen.

Letzten Endes habe ich mich natürlich auch gefragt, ob auch ich in meinem Leben schon zu viele Wünsche beerdigt habe. Wo ist die Grenze, an der man die Zufriedenheit zurücklässt und nur noch vertanen Chancen hintertrauert? Hätte auch ich den Mut alles zurückzulassen für einen kompletten Neuanfang?

Fazit:

Ich habe "Ticket ins Glück" unheimlich genossen. Der Roman ist leicht und beschwingt und genau das Richtige für kurzweilige Unterhaltung, Abschalten der Realität und einfach mal in die Ferne schweifen. Tolle und gut ausgearbeitete Charaktere und schön beschriebene Schauplätze haben das Lesen zu einem Vergügen gemacht, das ich nur empfehlen kann.






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