Mittwoch, 12. Februar 2014

Moonbow - Auge um Auge

Seit Jahren befindet sich View von der Außenwelt isoliert in einem Hochsicherheitslabor, denn sie ist für andere Menschen eine Gefahr. Wenn sie ihnen in die Augen blickt, dann erblindet ihr Gegenüber! Im Labor führt sie deshalb ein recht einsames Leben. Ihr bester Freund ist ihr Computer Piri, der ihr in allen Lebenslagen zur Seite steht. Nur der einmal wöchentliche Test bringt etwas Abwechslung in ihr Leben.

Erst als ihr Zac zur Flucht verhilft, verändert sich für sie alles. Anfänglich widerwillig begleitet sie den jungen Mann, von dem ihr Herz ihr sagt, dass sie ihm vertrauen kann und, der selbst lange Zeit im Labor gefangengehalten worden ist. Im Gegensatz zu Views Besonderheit hat Zac jedoch eine überempfindliche Haut und Wahrnehmung, weshalb er auch auf ihrer Flucht nicht in der Lage ist, View mit mehr als seiner Stimme zu führen. Doch gleichzeitig spürt View, dass er etwas vor ihr verbirgt. Kann sie ihm vertrauen?

Meine Meinung:

Sehr spannend beginnt der Roman, der mich mit seinen diversen Handlungssträngen, die im Laufe der Geschichte näher zusammengeführt werden, gut unterhalten hat. Mit ihrem flüssigen Schreibstil wickelt Stepanie Madea ihre Leser gekonnt um den Finger und ich hatte zwischendurch immer wieder das Gefühl, das Buch nicht mehr an die Seite legen zu können.

Schnell war die Verbindung zur Protagonistin View da, die sich als ein außergewöhnlich einfühlsamer Mensch erwies. Eine absolute Seltenheit in der heutigen Zeit. Mit ihrer besonderen Gabe ist sie isoliert und wird von böswilligen Menschen deswegen ausgenutzt. Erst in der Freiheit erkennt sie, dass ihre Erinnerungen systematisch manipuliert und ausgelöscht worden sind. Ganz langsam tauchen Bruchstücke aus der Vergangenheit vor ihrem geistigen Auge auf und erst dadurch wird ihr klar, was tatsächlich mit ihrem Leben geschehen ist. Auf ihrer Flucht trägt sie aus Angst, anderen zu schaden, Kontaktlinsen, die sie zeitweilig blind machen.

Währenddessen Zac für den Leser und natürlich auch für die nichtsehende View irgendwie stets im Dunkeln bleibt. Man spürt, dass er View Dinge verheimlicht, die sehr wichtig zu sein scheinen. Er erzählt ihr immer nur soviel, wie sie unbedingt wissen muss. Trotzdem wirkt er sehr sympathisch, aber der Zweifel an seiner Aufrichtigkeit und seinen Absichten bleibt stets im Hintergrund und verhindert unvoreingenommenes Vertrauen.

Einzig die teilweise doch sehr eindeutigen, erotischen Szenen habe ich in diesem wirklich gelungenen Roman eher als unpassend empfunden. Sie stehen im krassen Gegensatz zur Unberührtheit und Zaghaftigkeit von View und waren für mich ein wenig zuviel. Es entstand der Eindruck, als würde hier mutwillig ein weiteres Genre in den Roman hineingepresst.

Fazit:

Spannung, Mystery und Romantic Thrill sind hier die Komponenten eines fesselnden ersten Teils der Moonbow-Dilogie. Der kurzweilige Roman für junge Erwachsene konnte mich durchweg fesseln und überzeugt mit tollen Charakteren und einer gut durchdachten Handlung. Der Cliffhanger am Ende von "Moonbow - Auge um Auge" hat mich deshalb völlig kalt erwischt und ich fiebere bereits dem Erscheinen des zweiten Teils im März entgegen. 






Taschenbuch mit 323 Seiten
Verlag: bookshouse 

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erschienen: November 2013 

Alter: junge Erwachsene
Preis: 13,99 Euro
ISBN: 978-9963-722-30-3
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