Freitag, 14. Dezember 2012

Engel der Verdammten

Endlich ist Sabine Berner zurück im aktiven Dienst der Kriminalpolizei und sofort erfordert ein neuer Fall ihre volle Aufmerksamkeit. Eine junge Frau wurde im botanischen Garten gefunden und man hat ihr mit einem sauberen Schnitt die Kehle durchtrennt. Ihre Identität ist zunächst ungeklärt und selbst als ein ähnlicher Mord passiert, tappt die Kriminalpolizei weiter im Dunkeln. Doch zum Glück steht der Vampir Peter von Borgo seiner geliebten Sabine wieder zur Seite und dank seiner Hinweise kommt die Kriminalpolizei einem unglaublichen Verbrechen auf die Spur. Doch Sabine hat den Eindruck, als ob Peter einen Teil seiner Erkenntnisse zurückhält und tatsächlich scheint es immer wahrscheinlicher, dass er in diese Serienmorde verwickelt ist. Zudem erfordert ein Journalist ihre Aufmerksamkeit, der es sich zur Aufgabe gemacht, furchtbare Missstände aufzudecken und dabei wohl im Zuge seiner Ermittlungen ein Auge auf Sabine geworfen hat. Wer ist der Mörder all dieser Frauen und was ist sein Motiv? Kann Sabine Peter noch vertrauen?

Ich habe mich sehr gefreut, als endlich mal wieder ein neuer Fall von Sabine Berner und Peter von Borgo veröffentlicht worden ist. Die Romane von Ulrike Schweikert verbinden auf sehr schöne Weise einen Kriminalroman mit Fantasyaspekten, die jedoch keinesfalls zu weit im Vordergrund stehen. Die Geschichte wirkt sehr gut recherchiert und hat mich mit der stets präsenten Spannung unablässlich an das Buch gebunden.

Noch immer ist Sabine im Zwiespalt darüber, ob sie sich von Peter von Borgo zu seiner Gefährtin verwandeln lassen soll oder nicht. Neben ihrer Arbeit und ihrer kleinen Tochter entdeckt sie im Laufe des Falls noch weitere Kontraargumente, die ihre Zweifel verstärken. Ich fand es hier sehr erfreulich, dass Sabine sich trotz ihrer Probleme nicht in Selbstmitleid suhlt oder ihrem vampirischen Freund willenlos hinterherschmachtet, sondern sich ganz rational mit ihrer Lage beschäftigt. Natürlich gewinnen aber auch manchmal ihre Gefühle die Oberhand, aber viel abgeklärter, auf eine eher erwachsene Art und Weise. Auf jeden Fall fand ich Sabine sehr sympathisch, gerade auch wegen ihrer realistischen Erscheinung.

Peter von Borgo bleibt weiterhin rätselhaft und ist meistens kühl und durchdacht. Zwischen den Zeilen lodern seine Gefühle für Sabine auf, aus denen er keinen Hehl macht. Er ist nicht zuletzt aufgrund seines Alters und seiner Fähigkeiten ein sehr selbstbewusster Mann, der aber erfrischenderweise nicht an Selbstüberschätzung leidet und oftmals sehr kontrolliert erscheint. Sabine und er sind ein eher modernes Paar, das, gäbe es Vampire tatsächlich, so glaubhaft wirkt, dass sie durchaus meine Nachbarn sein könnten.

Der im Egmont Lyx Verlag erschienene dritte Band der Serie "Engel der Verdammten" von Ulrike Schweikert war nicht nur spannend, sondern hat mich dabei auch durchweg angenehm unterhalten. Ich hoffe, dass alle Fans der Reihe diesmal nicht mehr so lange auf einen neuen Band über Sabine und Peter warten müssen. Wer eine Leseprobe oder weitere Informationen zum Buch sucht, findet sie hier