Donnerstag, 20. Dezember 2012

Ewiglich die Hoffnung

Jack ist fort! Er ist an Nikkis Stelle in die Tunnel gegangen und wird dort langsam, aber sicher von den Schatten ausgesaugt! Doch jede Nacht erscheint er Nikki im Traum. Träume, die fast schon real sind, wenn da nicht das Wissen über seinen tatsächlichen Aufenthaltsort wäre und die Unmöglichkeit sich gegenseitig zu berühren. Nikki ist am Boden zerstört, ihre Schuldgefühle zehren an ihr und nur die winzige Hoffnung, dass sie ihren geliebten Jack vielleicht noch retten kann, hält sie aufrecht. Gemeinsam mit seinem Bruder Will schmiedet sie Pläne zu Jacks Rettung, wälzt sich durch sämtliche Bücher der griechischen Mythologie, die ihr in die Hände fallen, immer auf der Suche nach dem einen Hinweis, der Jack retten kann, doch beiden ist klar, dass sie ohne die direkte oder indirekte Hilfe eines Ewiglichen rettungslos verloren sind. Der einzige, der dafür in Frage käme, ist Cole, aber Nikki hat schon seit langem nichts mehr von ihm gehört oder gesehen. Wo steckt er? Und wird sie ihn rechtzeitig finden um Jack zu retten?

Ich mag Brodi Ashtons poetischen Schreibstil. Szenen, die in anderen Büchern schnell zum Kitschigen hin tendieren, wirken bei ihr einfach nur unendlich gefühlvoll und echt. Schnell war ich wieder in der Geschichte drin, stets in der Hoffnung, dass Nikki und Jack endlich zueinander finden würden. Nachdem Jack Nikkis Platz eingenommen hat, ist sie zunächst mit sich und der Situation überfordert und ergeht sich in Schuldgefühlen und Selbstvorwürfen. Doch sie weiß, dass sie für ihre Liebe und Jack stark bleiben muss und plant deshalb beständig seine Rettung. Sie versucht das Unmögliche möglich zu machen und ist dabei in ihrer Zielstrebigkeit und Selbstaufgabe nur zu bewundern.

Einige Charaktere haben sich in diesem Band eindeutig entwickelt. Es scheint, als hätte Jacks Bruder Will nur endlich eine neue Aufgabe gesucht, der er sich widmen kann. Die Suche nach Will schafft es, dass er seine Gedanken und Gefühlen nicht mehr länger in Alkohol ertränken will und während er noch im ersten Band oftmals von Jack "gerettet" worden ist, dreht er den Spieß jetzt um und steht Nikki unablässig zur Seite. Er ist einer der wenigen Menschen, denen sie noch bedingungslos vertraut.

Auch Cole scheint Veränderungen durchgemacht zu haben. Immer öfter lässt er Seiten an sich durchscheinen, die man vormals nicht an ihm vermutet hätte. Dabei wird immer deutlicher, wie wichtig Nikki ihm ist und, dass sie mehr für ihn ist, als nur die junge Frau, an der er sich genährt hat. Im Laufe der Geschichte konnte ich ihm meine Zuneigung und mein Mitgefühl immer seltener verwehren.

Gleichwohl wie im ersten Band, in dem der Roman in zwei verschiedenen, zeitlich abgesetzten Erzählsträngen erzählt wird und der Leser auf diese Weise auch mehr über Nikkis Entscheidung bezüglich der erfolgten Nährung erfährt, hat die Autorin diesen Aufbau auch im zweiten Teil fortgeführt und zeigt hier immer wieder Rückblicke aus Nikkis und Jacks älterer Vergangenheit, die die starke Verbundenheit der beiden noch einmal betonen.

Der im Oetinger Verlag erschienene Roman "Ewiglich die Hoffnung" war durchweg spannend und emotional fesselnd und sein überraschendes Ende hat mich mit dem dringenden Wunsch zurückgelassen, unbedingt den dritten Band lesen zu müssen. Wer den ersten Band mochte, wird den zweiten Teil lieben, denn auch hier sind die Gefühle der Charaktere zum Greifen nahe und selten habe ich so intensiv mitgefühlt. Ich freue mich auf die Fortsetzung, auf die ich erfüllt mit Sehnsucht und Hoffnung warten werde.






Format: gebundenes Buch
Altersempfehlung: ab 14 Jahre
Seitenanzahl: 384
ISBN: 978-3-7891-3041-0
Preis: 17,95 Euro
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