Montag, 22. Mai 2017

Interview Kim Leopold

Hallo,

und auch von mir ein herzliches Willkommen zur Romancewoche.


Ich darf Euch heute gemeinsam mit Booklovers und Lesen ist Leben ein Interview mit Kim Leopold präsentieren.

Hallo Kim, vielen Dank, dass Du Dir die Zeit nimmst. Deine Leser kennen Dich hauptsächlich als Autorin gefühlvoller Liebesromane. Wie würdest Du Dich selbst beschreiben? Wie ist die private Kim?

Hallo, sehr gerne! Die private Kim ... Gar nicht so leicht zu beantworten. Ich bin unkompliziert, kreativ und ab und zu mal sehr faul, in anderen Momenten dafür aber sehr fleißig. Ich arbeite gerne, weil ich mir den Traum von der Selbstständigkeit erfüllt habe und dieser Traum mich erfüllt. Und ich mag Cappuccino, Schokolade, gute Bücher und Netflix. Im Gegensatz zu meinen Büchern bin ich jedoch kein besonders gefühlsduseliger Mensch. Für die Romantik ist in unserer Beziehung mein Freund zuständig.

Was macht für Dich das Besondere des Berufes "Autorin" aus bzw. welches Erlebnis ist Dir besonders in guter Erinnerung geblieben?

Besonders gut in Erinnerung geblieben ist mir eine Szene bei meiner ersten Wohnzimmerlesung. Ich sprach mit einer Frau, deren Mutter an Krebs gestorben ist. Sie erzählte mir mit Tränen in den Augen davon, dass sie sich genau wie meine Protagonistin Lilian gefühlt hat – und das ausgerechnet in der Szene, die ich vorgelesen habe. Das Buch hätte sie zwar sehr an ihre eigenen Gefühle erinnert, aber ihr merkwürdigerweise auch Trost gespendet.
Das ist es, warum ich schreibe: um anderen Menschen eine gute Zeit zu bescheren und ihre Welt vielleicht ein kleines bisschen leichter zu machen. Wenn sie mir dann auch noch erzählen, wie gut ihnen meine Geschichten getan haben, könnte ich glücklicher nicht sein.

Schreibst Du lieber Reihen oder Einzelbände?

Bei mir kann man alle Bücher unabhängig voneinander lesen, aber ich mag es, dass die Charaktere sich untereinander kennen. Leider (oder zum Glück – wie man’s nimmt) tauchte bisher in fast jeder Geschichte ein Charakter auf, der seine eigene Geschichte haben wollte. Deswegen würde ich fast behaupten, ich kann gar keine Einzelbände.

Was muss ein gutes Buch für Dich haben?

Eine Liebesgeschichte! Es gibt für mich nichts Schlimmeres, als Bücher, die ohne Liebesgeschichte auskommen. Ich weiß nicht wieso, aber ohne eine Portion Herzflattern fühle ich mich schnell gelangweilt.

Was hast Du getan, als Du erfahren hast, dass die How to Be Happy-Reihe im Amrûn-Verlag neu aufgelegt wird?

Getanzt, Freudensprünge gemacht, mit meinem Freund angestoßen und die ganze Welt umarmt. Und natürlich allen Freunden eine Whatsapp geschickt.  

Wie sehr fühlst Du Dich mit Deinen Charakteren verbunden, und wieviel von ihnen steckt in Dir?

Nach drei Geschichten der gleichen Reihe ist es immer ein bisschen wie nach Hause kommen. Ich liebe meine Charaktere alle, manche mehr, manche weniger. Genauso fühle ich mich mit manchen mehr und manchen weniger verbunden. Da ist zum Beispiel Jamie, dessen Pflichtbewusstsein gegenüber der Eltern ich sehr gut kenne oder Camille aus Ascheblüte, deren Leidenschaft zu Büchern ich teile. Besonders eng verbunden fühle ich mich auch mit Liz aus Vergissmeinnicht, weil ich ihre Selbstzweifel sehr gut nachvollziehen kann und ich genauso wie sie hart an meinen Träumen arbeite.

Gibt es etwas in Deiner bisherigen Laufbahn als Autorin, das Du anders machen würdest? Wenn ja, was?

Spontan würde ich sagen: weniger Goodies basteln! Mit der Neuveröffentlichung im Verlag, der Buchmesse und der Romancewoche habe ich in vier Wochen so viele Goodies gebastelt, dass ich gar keine Zeit mehr für irgendetwas anderes hatte. Der Aufwand war es bestimmt wert, aber rein körperlich bin ich damit echt an meine Grenzen gegangen – die Zeit werde ich in Zukunft sinnvoller nutzen. Zum Beispiel mit Schreiben! ;)

Wenn Du das 12. Buch von links aus Deinem obersten Regalfach greifst, welches Buch ist das, und wie ist Deine Meinung dazu?

In Regal Nummer 1 wäre das der Münster-Reiseführer – Das Buch beschreibt perfekt meine aktuelle Wohnsituation. Ich wohne zwar nicht in Münster direkt, aber im Münsterland und gehe in Münster zur Uni. Die Stadt ist wunderschön und ihr solltet sie unbedingt besuchen. Wenn ihr zu weit weg wohnt, lest meine Novelle „Hundert minus einen Tag“ – die spielt zur Weihnachtszeit in Münster (Schleichwerbung aus).
In Regal Nummer 2 ist das 12. Buch „Ein ganzes halbes Jahr“. Das Buch habe ich im Urlaub an einem Tag verschlungen und hätte so sehr weinen müssen, wenn ich nicht am Pool gelegen hätte. Außerdem – und das ist die beste Erinnerung – ist an dem Tag ein Junge am Pool vorbeigegangen und hat die Ecke übersehen. Er ist komplett angezogen ins Wasser gefallen und wir mussten ganz dringend das Lachen unterdrücken.
In Regal Nummer 3 ist es „Vier Jahre ohne dich“ von Katharina Wolf. Das Buch ist noch ungelesen, aber da ich die Autorin persönlich kenne und sie sehr gerne mag, wird das sicher nicht mehr lange so sein.

Hörst Du beim Schreiben Musik, wenn ja welche?

Definitiv! Ohne Musik geht bei mir gar nichts. Ich erstelle zu jedem Buch eine Playlist bei Spotify und habe durch den Mix der Woche und den Release Radar schon einige tolle Künstler entdeckt, die mir sonst vermutlich entgangen wären. Zu meinen aktuellen Lieblingen gehören Dermot Kennedy, The Cab, Go Radio und Parachute.

Woher nimmst Du die Inspiration für Deine Bücher?

Ich reise viel und gerne und lasse mich dabei immer von den Orten inspirieren, die mir besonders gut gefallen haben. In New York war ich an
meinem 16. Geburtstag (ist mittlerweile auch schon ganz schön lange her) und es war so genial, dass ich noch heute gerne daran zurückdenke.
Irland (aus Ascheblüte) habe ich vor anderthalb Jahren mit meinem Freund, dem Rucksack und dem Zelt erkundet. Die Reise war der Wahnsinn und der Höhepunkt war der Heiratsantrag auf den Cliffs of Moher. Deshalb verbinde ich besonders viel mit Ascheblüte.

An welchen Buchprojekten arbeitest Du derzeit, magst Du uns etwas darüber erzählen?

Gerade arbeite ich an einem Sommerroman, der noch kein Zuhause gefunden hat. Meine beiden Protagonisten reisen in einem alten Citroen 2CV an die Côte d’Azur, die eine, um ihre Vergangenheit loszuwerden, und der andere, um seine Zukunft aufzubauen.
Außerdem steht sowohl der vierte Teil meiner Reihe an als auch eine Novelle für eine Anthologie.
Die Zeit, die dann noch übrigbleibt, verbringe ich damit, einen Plot und ein Exposé für mein Fantasyprojekt zustande zu bringen.

Hast Du neben dem Schreiben noch andere Hobby, wenn ja welche??

Ich bin gerne kreativ. Neben dem Designen von Buchcovern und Werbematerialien (über ungecovert – Buchcover und mehr) beschäftige ich mich in meiner Freizeit auch gerne mit meinem Bullet Journal oder setze mich mit dem Herstellen von Buchtrailern auseinander. Viel davon macht Spaß, hat jedoch auch was mit Arbeit zu tun – aber das ist ja das schöne an meinem Job!
Danke für das schöne Interview!

Das Interview führten Nadja Schreiber von Lesen ist Leben, Susi Maus von Booklovers und meine Wenigkeit.

Samstag, 22. April 2017

Die Erwählten von Aranea Hall

"Als Liv ohne ein Wort der Erklärung auf eine Fähre verfrachtet wird, glaubt sie, dass ihre Mutter sie in eine Besserungsanstalt abschiebt. Doch das Internat »Aranea Hall«, das abgeschieden auf einer Insel liegt, ist luxuriös und technisch hochklassig ausgestattet. Liv stellt fest, dass jeder ihrer Mitschüler über außergewöhnliche Fähigkeiten verfügt und sie fragt sich, was sie selbst in »Aranea Hall« verloren hat. Als sie mehr Zeit mit Jayce, einem attraktiven »Bad Boy«, verbringt, erfährt sie von der verborgenen Geschichte der Welt, dem epischen Kampf zweier Geheimgesellschaften Arachne und Nadir – und dass »Aranea Hall« ein Ausbildungscamp für Arachne ist. Doch noch schockierender ist die Erkenntnis, dass ihre Mutter sie ihr ganzes Leben lang belogen hat. Wer ist Liv wirklich und wem kann sie überhaupt noch trauen?" (Quelle: ueberreuther Verlag)

Meine Meinung:

Dies ist nicht mein erstes Buch von Susanne Gerdom und wird auch hoffentlich nicht mein letztes sein. Mit "Dracyr - Das Herz der Schatten" hatte sie damals mein Leserherz begeistert und seitdem habe ich begeistert einen Roman nach dem anderen verschlungen.

Ein Jugendroman mit Fantasyanteilen und dann noch in einem Internat... das verspricht auf jeden Fall eine Menge Lesespaß. Das Cover verheißt viel Spannung und mir gefällt, wie das Spinnennetz dort hineingearbeitet worden ist. Der offizielle Klappentext, der auf Verlags- und Verkaufsseiten zu finden ist, verrät für meinen Geschmack leider viel zu viel. Allerdings lautet der tatsächliche Klappentext auf dem Buch ganz anders und ist meines Erachtens viel besser - mir macht er auf jeden Fall Lust, das Buch zu lesen.

Die Handlung beginnt ohne große Einleitung und wird aus der Sicht von Liv erzählt. Das verschafft mir zum einen einen wunderbaren Einblick in die Gedanken- und Gefühlswelt der Protagonistin, zum anderen weiß ich so nur genauso viel wie sie und tappe gemeinsam mit ihr im Dunkeln auf der Suche nach Antworten.

Liv selbst gefällt mir sehr gut; sie ist eine starke, junge Frau. Sie setzt sich gerne von der Masse ab und geht ihren eigenen Weg. Das zeigt sie nicht nur durch ihren besonderen Look, sondern auch durch ihr Verhalten. Sie fühlt sich alleingelassen und verraten von ihrer Familie. Und das nach allem, was sie in letzter Zeit durchgemacht hat. Der schwere Unfall hat sie ziemlich aus der Bahn geworfen, doch ihre Mutter hat ihr nicht einmal Zeit gelassen, sich von ihren Freunden zu verabschieden, so schnell hat sie sie nach Aranea Hall abgeschoben. Vor allem ihr Freund Tom fehlt ihr und niemand hat ihr gesagt, wie es ihm geht, denn auch er hat mit in dem Unfallwagen gesessen.

Die weiteren Charaktere finde ich ebenfalls sehr interessant; wirklich nahegekommen ist mir von ihnen aber keiner, was ich ein bisschen schade finde. In der Geschichte liegt der Fokus ganz klar auf Liv.

Lange werde ich als Leser im Unklaren gelassen, was sich tatsächlich hinter der Schule verbirgt. Natürlich tun sich Vermutungen auf, die zum Teil dann auch bestätigt werden. Zum Ende hin erfährt die Geschichte dann einen Tempowechsel und die Autorin gibt förmlich Vollgas. Viele Dinge werden aufgeklärt und teilweise geht mir das fast zu schnell. Ich hätte es schöner gefunden, wenn sich ein Teil der Geschehnisse auf einen zweiten Band erstreckt hätte.

Inhaltlich scheint sich die Autorin aber auf jeden Fall die Option auf eine Fortsetzung offengehalten zu haben. Die meisten Geheimnisse werden zwar gelöst, vollständig aufgeklärt ist die Handlung aber nicht. Gerne würde ich mehr von Liv lesen und hoffe, dass dann auch die anderen Charaktere mitsamt ihren besonderen Fähigkeiten mehr Facetten bekommen.

Fazit:

Mit "Die Erwählten von Aranea Hall" hat mich Susanne Gerdom in eine spannende Welt entführt, in der es durchaus fantastische Aspekte gibt. Mit ihrem lockeren und leichten Schreibstil hat sie mich gut unterhalten durch die Handlung geführt, von der ich gerne noch einen Nachschlag hätte. Diesbezüglich hoffe ich sehr auf eine Fortsetzung.






gebundenes Buch mit 384 Seiten
Verlag: ueberreuther
Facebookauftritt des Verlags → HIER
erschienen: 17.03.2017
Alter: ab 12 Jahren
Preis: 16,95 Euro
ISBN: 978-3-7641-7070-7
mehr Infos, Leseprobe und Einkauf über Verlag möglich → HIER
Website der Autorin → HIER

Vielen Dank an die Autorin für die Zusendung eines Rezensionsexemplars.














Montag, 3. April 2017

Der Prinz der Elfen

"Die Geschwister Hazel und Ben leben in dem Ort Fairfold, der an das magische Elfenreich grenzt. Seit Jahrzehnten steht dort, mitten im Wald von Fairfold, ein gläserner Sarg, in dem ein Elfenprinz schläft – von Touristen begafft und von der Bevölkerung argwöhnisch beäugt, auch wenn Hazel und Ben die alten Geschichten nicht glauben. Seit Kindertagen fühlen sie sich zu dem schlafenden Jungen magisch hingezogen, ihm vertrauen sie alle ihre Geheimnisse an. Inzwischen ist Hazel 16 und küsst immer neue Jungs, um die Leere in ihrem Herzen zu füllen. Doch als eines Tages der Sarg leer ist und der Prinz erwacht, werden die Geschwister in einen Machtkampf der Elfen gezogen. Hazel muss die Rolle annehmen, in die sie sich als Kind immer geträumt hat: als Ritter gegen ein dunkles Monster kämpfen …" (Quelle: randomhouse)

Meine Meinung:

Ich mag Holly Blacks Bücher und so lag "Der Prinz der Elfen" bereits auf meiner Wunschliste bevor das Buch überhaupt erschienen ist. Umso mehr habe ich mich gefreut, es über eine Aktion des Verlags vorab lesen zu dürfen. Der Klappentext verspricht auf jeden Fall jede Menge Fantasyspaß und auch das Cover würde mich definitiv anlocken, wenn ich es in einer Buchhandlung sehen würde.

Der Einstieg ins Geschehen fällt leicht. Die Autorin stellt zunächst die Protagonisten und die Örtlichkeit vor und schnell wird mir klar, dass vor allem Hazel mir sehr sympathisch ist. Sie ist sehr verschlossen und hat eine doch eher ungewöhnliche Angewohnheit, die sich im Laufe der Handlung jedoch erklärt. Der Fokus der Geschichte liegt definitiv auf ihr. Sie ist stark und mutig und liebt ihren Bruder über alles.

Ben ist etwas Besonderes, denn er hat als Baby eine Gabe von einer Elfe erhalten. Hat er sie anfänglich begeistert genutzt, macht sie ihm im Laufe der Jahre doch immer mehr Angst und so greift er zu außergewöhnlichen Maßnahmen, um für sich die Kontrolle zu behalten.

Gut gefallen hat mir das Weltenbild der Autorin. In Fairfold leben Menschen und das kleine Volk Seite an Seite. Die Bürger wissen um die Gefährlichkeit der Elfen und haben die Kenntnisse, wie man ihnen begegnen muss, von Generation zu Generation weitergegeben. Ganz im Gegensatz zu den Touristen, für die der schlafende Elf in seinem Sarg im Wald einfach nur eine riesengroße Attraktion ist. Doch die Gefahren die dort auch lauern, werden von ihnen verkannt.

Hazel und Ben haben eine ganz besondere Beziehung zu dem Elfen im gläsernen Sarg, den sie für einen Prinzen halten. Sie verbringen beide schon als Kinder sehr viel Zeit bei ihm im Wald. Ihm erzählen sie ihre Geheimnisse und denken sich Geschichten aus, in denen sie die Helden sind. Als der Elf dann eines Tages unerwarteterweise tatsächlich aufwacht, müssen die Geschwister beweisen, was tatsächlich in ihnen steckt, denn es wird nicht nur für sie gefährlich, sondern für alle, die in Fairfold leben.

Es war schön, mal wieder einen Einzelband zu lesen. Holly Blacks Schreibstil ist sehr angenehm und fließend und lässt keine Längen aukommen. Sie hat die Geschichte zu einem gelungen Ende geführt und mir mit ihrem Roman eine schöne Lesezeit bereitet.

Fazit:

Mit "Der Prinz der Elfen" hat Holly Black einen neuen Jugendfantasyroman auf den Markt geworfen, der ihren anderen Romanen in nichts nachsteht. Spannend führt sie mit ihrem angenehmen Schreibstil durch die Handlung, so dass die Seiten nur so dahinfliegen. Ich hoffe, dass sie sehr bald wieder neuen Lesestoff herausbringen wird.






gebundenes Buch mit 416 Seiten
Verlag: cbt
Autorin: Holly Black

Übersetzer/in: Anne Brauner
Facebookauftritt des Verlags → HIER
erschienen: 03.04.2017
Alter: ab 14 Jahren
Preis: 16,99 Euro
ISBN: 978-3-570-16409-9

mehr Infos, Leseprobe und Einkauf über Verlag möglich HIER

Website der Autorin → HIER


Vielen Dank an den cbt Verlag für die Zusendung eines Rezensionsexemplars.

Samstag, 25. März 2017

Königreich der Schatten - Die wahre Königin

"Tiefe Finsternis, die seit siebzehn Jahren über dem Reich Relhok liegt, und die dicken Mauern ihres Turms – etwas anderes kennt Luna nicht. Sie muss sich verstecken, damit die Welt sie für tot hält, nachdem ein Verräter ihre Eltern ermordete, um sich der Krone zu bemächtigen. Als sie fliehen muss, weil ihr Leben in Gefahr ist, hilft ihr der Waldläufer Fowler. Er erfüllt ihre dunkle Welt mit Licht, doch nicht einmal ihm darf sie sagen, dass sie die wahre Königin Relhoks ist. Denn der neue König sucht nach ihr, um sicherzustellen, dass sie niemals ihren Thron besteigen wird." (Quelle: HarperCollins)

Meine Meinung:

Seit der "Firelight"-Trilogie bin ich ein Fan von Sophie Jordan. Nachdem sie mich auch mit "Infernale" überzeugen konnte, war es klar, dass ich auch ihr neuestes Buch lesen wollte. Das Cover ist ein echter Blickfang und auch der Klappentext verspricht jede Menge geniale Fantasy-Lesezeit.

Der Einstieg in das Buch fällt leicht; Sophie Jordan führt ihre Leser langsam an die Geschichte und die Charaktere heran. Schon nach den ersten Seiten komme ich ins Grübeln, da ich realisiere, dass es in dieser Welt fast immer finsterste Nacht ist! Ein wirklich furchtbarer Gedanke, zumal ich im Dunkeln absolut unfähig bin.

Luna ist mir schnell sympathisch und auch ihre Mitbewohner gefallen mir. Schnell wird klar, dass sich in dieser Welt jeder selbst der nächste ist und die Freundlichkeit der drei nicht selbstverständlich ist. Luna ist vergleichsweise behütet aufgewachsen; sie konnte sich eine gewisse Naivität bewahren. Angesichts der Lage in Relhok ist das fast schon ein kleines Wunder und mit Blick auf ihre wahre Identität vielleicht auch ein wenig gefährlich.

Im Gegensatz dazu hat Fowler bereits sein ganzes Leben lang das harte Leben in der Realität erfahren. Er hat versucht, sein Herz zu verschließen, denn er ist der Auffassung, dass man allein am besten überleben kann. Gefühle und andere Menschen sind Ballast für ihn - zumindest versucht er sich das einzureden. Doch dann trifft er auf Luna und dieses Mädchen ist so ganz anders als die Welt, die ihm bisher begegnet ist.

Sophie Jordans Schreibstil hat mir sehr gefallen. Für mich kam keine Langeweile auf und die Seiten flogen nur so dahin. Gut gefallen hat mir auch der ständige Wechsel der Erzählperspektive - mal aus Luna und mal aus Fowlers Sicht. Das hat mir beide Protagonisten gleichermaßen nahegebracht und dem Roman mehr Tiefe gegeben.

Das offene Ende hat mich kribbelig zurückgelassen. Ich möchte unbedingt wissen, wie es weitergeht, doch leider werde ich mich wohl bis nächstes Jahr gedulden müssen.

Fazit:

Mit "Königreich der Schatten - Die wahre Königin" präsentiert Sophie Jordan einen neuen, spannenden Jugendfantasyroman. MIt ihrem gut konstruiertem Weltenbild und den interessanten Charakteren konnte mich die Autorin wieder einmal gut überzeugen. Fans der Autorin und dieses Genres werden hier auf jeden Fall auf ihre Kosten kommen. 






Hardcover mit 384 Seiten
Autorin: Sophie Jordan
Übersetzer/in: Barbara Imgrund
Ver
lag: HarperCollins
 

Facebookauftritt des Verlags → HIER 
erschienen: 06.03.2017
Preis: 18,00 Euro
ISBN: 9783959670708

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Website der Autorin → HIER


Vielen Dank an HarperCollins für die Zusendung eines Rezensionsexemplars.

Freitag, 17. Februar 2017

Götterfunke - Liebe mich nicht

Jess freut sich darauf, ihre Sommerferien gemeinsam mit ihrer besten Freundin Robyn und den Freunden Josh und Cameron mitten in der Natur zu verbringen. Das sind die einzigen Wochen im Jahr, in denen sie sich Abstand von ihrer Familie und ihrem anstrengenden Alltag gönnt.


Allerdings hätte sie nicht damit gerechnet, auf Cayden zu treffen, der nicht nur ihr Herz für sich gefangennimmt, sondern auch das vieler anderer Mädchen im Camp. Dabei verfolgt er einen ausgeklügelten Plan, um sich seinen sehnlichsten Wunsch zu erfüllen und verwickelt dabei Jess in ein Spiel der Götter, das so einige Gefahren bereithält.

Meine Meinung:

Seit der Mond-Licht-Trilogie bin ich begeistert von Marah Woolfs Büchern, von denen mich bisher noch keines enttäuscht hat. Auch die Leseprobe von "Götterfunke" fand ich wieder sehr verheißungsvoll, weshalb das Buch auch unbedingt in mein Bücherregal wandern musste.

Die Einführung in die Handlung geht recht schnell, die Autorin scheint sich nicht lange mit einer Vorstellung ihrer Charaktere aufzuhalten, sondern lässt diese sofort für sich selbst sprechen. Dabei konnte mich Marah Woolf bereits auf den ersten Seiten mit ihrem Schreibstil fesseln. Er wirkt frisch und rund und übt dabei einen Sog auf mich aus, der dafür sorgt, dass ich gar nicht aufhören mag zu lesen.


Ihre Protagonisten sprechen mich hierbei gleich zu Beginn an und hinterlassen bei mir den Wunsch, mehr über sie zu erfahren. Das Leben von Jess war in den letzten Jahren nicht einfach. Nach dem Weggang des Vaters, verfiel ihre Mutter dem Alkohol und hat es mehr oder weniger Jess überlassen, sich um die kleine Schwester Phoebe zu kümmern. Trotz dieser Aufgabe scheint diese ihr Leben bislang gut im Griff gehabt zu haben, hat sie doch zwei wirklich gute Freunde an ihrer Seite. Doch ihr Zusammentreffen mit Cayden wirft ihr Leben aus den festgefahrenen Fugen und schubst sie in ein Gefühlschaos, das kein Ende zu finden scheint.

Cayden scheint mit einem Ego ausgestattet zu sein, von dem man kaum glauben mag, dass es gemeinsam mit ihm durch eine Tür passt. Aber wenn man ein Gott und daran gewöhnt ist, dass sich einem die Frauen zu Füßen werfen, bleibt das wohl nicht aus. Nebenbei ist er eigentlich auch kein schlechter Kerl, wenn man von seinem Wettstreit mit Zeus absieht. Seinen Grund hierfür kann ich noch nicht ganz nachvollziehen, aber ich nehme an, dass in den Folgebänden hierzu mehr Informationen kommen.

Von den weiteren Charakteren des Buches konnte vor allem Leah schnell mein Herz gewinnen. Sie ist flippig, ehrlich und direkt und damit genau die Sorte Mädchen, die man gerne zur Freundin hätte. Gerne hätte ich allerdings auch mehr über Jess' Mutter und Schwester erfahren und hoffe, dass dieser Wunsch im zweiten Band erfüllt wird.

Der Handlungsinhalt erinnert mich zugegebenermaßen sehr an die "Shadow Falls Camp"-Reihe. Zumindest drängt sich dieser Gedanke mir ungefragt auf. Sowohl das Setting, als auch die Charaktere haben für mich einiges an Ähnlichkeiten aufzuweisen, nur, dass es hier nicht um Schattenwesen, sondern um Götter geht. Aber da ja bekanntlich schon so ziemlich alles mal im Genre Jugendfantasy dagewesen ist, habe ich dies zwar zur Kenntnis genommen, mein Lesevergügen konnte es aber nicht stören. Dazu konnte mich der Schreibstil einfach zu sehr überzeugen.

Die Beziehungskiste zwischen Jessie und Cayden ist verzwickt und von einem ewigen Hin und Her durchzogen. Das empfinde ich zuweilen ein wenig anstrengend; allerdings gehöre ich auch nicht zu der anvisierten Altersgruppe, für die das Buch angepriesen wird.
Besonders gut gefallen haben mir die kurzen Einschübe, in denen Hermes die Leser etwas hinter die Kulissen blicken lässt. Sein Humor hat mich sehr angesprochen, ebenso wie das spannende Ende, das mich begeistert auf die Fortsetzung hoffen lässt.

Fazit:

"Götterfunke - Liebe mich nicht" ist der Auftakt zu einer neuen Trilogie von Marah Woolf. Mit ihrem flüssigem Schreibstil hat mich die Autorin durch eine gut durchdachte Handlung geführt, die mit interessanten Charakteren punkten konnte. Fans von Percy Jackson und Shadow Falls Camp werden hier auf jeden Fall ebenso auf ihre Kosten kommen, wie der jugendliche und junggebliebene Fantasyleser. 




gebundenes Buch mit 464 Seiten
Verlag: Dressler
Facebookauftritt der Verlagsgruppe → HIER

erscheint: 20.02.2017
Alter: ab 14 Jahren
Preis: 18,99 Euro
ISBN: 978-3-7915-0029-4
weitere Infos, Leseprobe und Einkauf über Verlag → HIER

mehr Infos auf der Website der Autorin HIER