Hallo,
und auch von mir ein herzliches Willkommen zur Romancewoche.
Ich darf Euch heute gemeinsam mit Booklovers und Lesen ist Leben ein Interview mit Kim Leopold präsentieren.
Hallo Kim, vielen Dank, dass Du Dir die Zeit nimmst. Deine Leser
kennen Dich hauptsächlich als Autorin gefühlvoller Liebesromane. Wie
würdest Du Dich selbst beschreiben? Wie ist die private Kim?
Hallo, sehr gerne! Die private Kim ... Gar nicht so leicht zu
beantworten. Ich bin unkompliziert, kreativ und ab und zu mal sehr
faul, in anderen Momenten dafür aber sehr fleißig. Ich arbeite gerne,
weil ich mir den Traum von der Selbstständigkeit erfüllt habe und
dieser Traum mich erfüllt. Und ich mag Cappuccino, Schokolade, gute
Bücher und Netflix. Im Gegensatz zu meinen Büchern bin ich jedoch kein
besonders gefühlsduseliger Mensch. Für die Romantik ist in unserer
Beziehung mein Freund zuständig.
Was macht für Dich
das Besondere des Berufes "Autorin" aus bzw. welches Erlebnis ist Dir
besonders in guter Erinnerung geblieben?
Besonders gut
in Erinnerung geblieben ist mir eine Szene bei meiner ersten
Wohnzimmerlesung. Ich sprach mit einer Frau, deren Mutter an Krebs
gestorben ist. Sie erzählte mir mit Tränen in den Augen davon, dass sie
sich genau wie meine Protagonistin Lilian gefühlt hat – und das
ausgerechnet in der Szene, die ich vorgelesen habe. Das Buch hätte sie
zwar sehr an ihre eigenen Gefühle erinnert, aber ihr merkwürdigerweise
auch Trost gespendet.
Das ist es, warum ich schreibe: um anderen
Menschen eine gute Zeit zu bescheren und ihre Welt vielleicht ein
kleines bisschen leichter zu machen. Wenn sie mir dann auch noch
erzählen, wie gut ihnen meine Geschichten getan haben, könnte ich
glücklicher nicht sein.
Schreibst Du lieber Reihen oder Einzelbände?
Bei mir kann man alle Bücher unabhängig voneinander lesen, aber ich mag
es, dass die Charaktere sich untereinander kennen. Leider (oder zum
Glück – wie man’s nimmt) tauchte bisher in fast jeder Geschichte ein
Charakter auf, der seine eigene Geschichte haben wollte. Deswegen würde
ich fast behaupten, ich kann gar keine Einzelbände.
Was muss ein gutes Buch für Dich haben?
Eine Liebesgeschichte! Es gibt für mich nichts Schlimmeres, als Bücher,
die ohne Liebesgeschichte auskommen. Ich weiß nicht wieso, aber ohne
eine Portion Herzflattern fühle ich mich schnell gelangweilt.
Was hast Du getan, als Du erfahren hast, dass die How to Be Happy-Reihe im Amrûn-Verlag neu aufgelegt wird?
Getanzt, Freudensprünge gemacht, mit meinem Freund angestoßen und die
ganze Welt umarmt. Und natürlich allen Freunden eine Whatsapp geschickt.
Wie sehr fühlst Du Dich mit Deinen Charakteren verbunden, und wieviel von ihnen steckt in Dir?
Nach drei Geschichten der gleichen Reihe ist es immer ein bisschen wie
nach Hause kommen. Ich liebe meine Charaktere alle, manche mehr, manche
weniger. Genauso fühle ich mich mit manchen mehr und manchen weniger
verbunden. Da ist zum Beispiel Jamie, dessen Pflichtbewusstsein
gegenüber der Eltern ich sehr gut kenne oder Camille aus Ascheblüte,
deren Leidenschaft zu Büchern ich teile. Besonders eng verbunden fühle
ich mich auch mit Liz aus Vergissmeinnicht, weil ich ihre Selbstzweifel
sehr gut nachvollziehen kann und ich genauso wie sie hart an meinen
Träumen arbeite.
Gibt es etwas in Deiner bisherigen Laufbahn als Autorin, das Du anders machen würdest? Wenn ja, was?
Spontan würde ich sagen: weniger Goodies basteln! Mit der
Neuveröffentlichung im Verlag, der Buchmesse und der Romancewoche habe
ich in vier Wochen so viele Goodies gebastelt, dass ich gar keine Zeit
mehr für irgendetwas anderes hatte. Der Aufwand war es bestimmt wert,
aber rein körperlich bin ich damit echt an meine Grenzen gegangen – die
Zeit werde ich in Zukunft sinnvoller nutzen. Zum Beispiel mit
Schreiben! ;)
Wenn Du das 12. Buch von links aus Deinem obersten Regalfach greifst, welches Buch ist das, und wie ist Deine Meinung dazu?
In Regal Nummer 1 wäre das der Münster-Reiseführer – Das Buch
beschreibt perfekt meine aktuelle Wohnsituation. Ich wohne zwar nicht
in Münster direkt, aber im Münsterland und gehe in Münster zur Uni. Die
Stadt ist wunderschön und ihr solltet sie unbedingt besuchen. Wenn ihr
zu weit weg wohnt, lest meine Novelle „Hundert minus einen Tag“ – die
spielt zur Weihnachtszeit in Münster (Schleichwerbung aus).
In
Regal Nummer 2 ist das 12. Buch „Ein ganzes halbes Jahr“. Das Buch habe
ich im Urlaub an einem Tag verschlungen und hätte so sehr weinen
müssen, wenn ich nicht am Pool gelegen hätte. Außerdem – und das ist
die beste Erinnerung – ist an dem Tag ein Junge am Pool vorbeigegangen
und hat die Ecke übersehen. Er ist komplett angezogen ins Wasser
gefallen und wir mussten ganz dringend das Lachen unterdrücken.
In Regal Nummer 3 ist es „Vier Jahre ohne dich“ von Katharina Wolf. Das
Buch ist noch ungelesen, aber da ich die Autorin persönlich kenne und
sie sehr gerne mag, wird das sicher nicht mehr lange so sein.
Hörst Du beim Schreiben Musik, wenn ja welche?
Definitiv! Ohne Musik geht bei mir gar nichts. Ich erstelle zu jedem
Buch eine Playlist bei Spotify und habe durch den Mix der Woche und den
Release Radar schon einige tolle Künstler entdeckt, die mir sonst
vermutlich entgangen wären. Zu meinen aktuellen Lieblingen gehören
Dermot Kennedy, The Cab, Go Radio und Parachute.
Woher nimmst Du die Inspiration für Deine Bücher?
Ich reise viel und gerne und lasse mich dabei immer von den Orten
inspirieren, die mir besonders gut gefallen haben. In New York war ich
an
meinem 16. Geburtstag (ist mittlerweile auch schon ganz schön
lange her) und es war so genial, dass ich noch heute gerne daran
zurückdenke.
Irland (aus Ascheblüte) habe ich vor anderthalb
Jahren mit meinem Freund, dem Rucksack und dem Zelt erkundet. Die Reise
war der Wahnsinn und der Höhepunkt war der Heiratsantrag auf den
Cliffs of Moher. Deshalb verbinde ich besonders viel mit Ascheblüte.
An welchen Buchprojekten arbeitest Du derzeit, magst Du uns etwas darüber erzählen?
Gerade arbeite ich an einem Sommerroman, der noch kein Zuhause gefunden
hat. Meine beiden Protagonisten reisen in einem alten Citroen 2CV an
die Côte d’Azur, die eine, um ihre Vergangenheit loszuwerden, und der
andere, um seine Zukunft aufzubauen.
Außerdem steht sowohl der vierte Teil meiner Reihe an als auch eine Novelle für eine Anthologie.
Die Zeit, die dann noch übrigbleibt, verbringe ich damit, einen Plot
und ein Exposé für mein Fantasyprojekt zustande zu bringen.
Hast Du neben dem Schreiben noch andere Hobby, wenn ja welche??
Ich bin gerne kreativ. Neben dem Designen von Buchcovern und
Werbematerialien (über ungecovert – Buchcover und mehr) beschäftige ich
mich in meiner Freizeit auch gerne mit meinem Bullet Journal oder setze
mich mit dem Herstellen von Buchtrailern auseinander. Viel davon macht
Spaß, hat jedoch auch was mit Arbeit zu tun – aber das ist ja das
schöne an meinem Job!
Danke für das schöne Interview!
Das
Interview führten Nadja Schreiber von Lesen ist Leben, Susi Maus von Booklovers und meine Wenigkeit.