Freitag, 1. Januar 2016

Missing Girl - Verschollen

Nach einem Schulwechsel kann Kalah es kaum glauben, dass die angesagten Freundinnen Beth und Britney sich ihrer annehmen. Die Beziehung der drei Mädchen ist kompliziert und wird auf die Probe gestellt, als Beth an ihrem achtzehnten Geburtstag urplötzlich verschwindet.

Kalah, die mehr Gefühle für Beth entwickelt hat, ist verzweifelt und versucht, hinter den Grund für Beths Flucht zu kommen. Sie mag nicht glauben, dass diese sich nur einfach abgesetzt hat, wie ihr Britney versichert. Doch bevor Kalah auch nur etwas herausfinden kann, verschwindet auch Britney mehr oder weniger spurlos.

Meine Meinung:

Der Klappentext des Buches hat mich im wahrsten Sinne direkt angesprochen. Wer hat nicht schon mal ganz kurz den Gedanken gehabt, alles hinter sich zu lassen und irgendwo ganz neu anzufangen. Ich war gespannt, wie die Autorin dieses Thema aufgreifen wollte.

Der Einstieg in den Roman hat mir gut gefallen. Ich konnte mir schnell ein Bild sowohl von den Hauptcharakteren, als auch vom eigentlichen Geschehen machen.

Ich fand das Buch sehr flüssig geschrieben, Längen kamen bei mir eigentlich nicht auf. Dafür der dringende Wunsch die Protagonistin Kalah immer mal wieder ganz kräftig zu schütteln und am liebsten in die Realität zurückzuholen. Nach allem, was sie durchgemacht hat in der Vergangenheit, scheint sie nicht viel daraus gelernt zu haben. Sie macht sich selbst zum Sklaven einer Freundschaft, die mehr als einseitig zu sein scheint, nimmt dies zwar wahr, zieht aber nicht die nötigen Konsequenzen daraus.

Zum einen wird immer wieder betont, dass sie gar nicht glauben kann, dass Beth und Britney sich mit ihr abgeben, auf der anderen Seite scheint sie es aber nie wirklich zu hinterfragen. Auch die Rolle, die sie in dieser Dreierbeziehung übernimmt, scheint sie nicht stutzig zu machen. Alles wird von der Idee überschattet, dass sie sich vielleicht in Beth verliebt hat. Der Umstand, dass sie dennoch nicht Schluss mit ihrem Freund macht, der im Gegensatz zu ihren Freundinnen immer für sie da ist, macht Kalah zudem nicht unbedingt sympathisch für mich.

Trotz des angenehmen Schreibstils will die Spannung nicht so recht bei mir ansteigen. Das Buch ist im Genre Thriller eingeordnet, deswegen hätte ich in dieser Hinsicht etwas mehr erwartet. Es wäre allerdings möglich, dass mein Unverständnis für die Protagonistin mein Empfinden da ein wenig blockiert hat.

Dennoch habe ich das Buch sehr gerne gelesen, da mir der Schreibstil der Autorin sehr gut gefallen hat. Neben Vertrauen, Freundschaft und diverser Formen von Liebe hat E. E. Cooper hier ein paar sehr interessante Themen angeschnitten, zu denen ich gerne mehr erfahren hätte.

Das Ende lässt mich etwas unzufrieden zurück und ich hatte die meiste Zeit das Gefühl, dass die Autorin mit der Handlung nur an der Oberfläche gekratzt hat. In diesem Buch steckt eine ganze Menge Potential und ich kann nur hoffen, dass es eine Forsetzung geben wird, die mehr in die Tiefe gehen wird.

Fazit:

Mit "Missing Girl - Verschollen" hat E. E. Cooper ein gelungenes Debüt hingelegt. Der Jugendroman, der in einem psychologischen Verwirrspiel mündet, thematisiert Freundschaft, Liebe und Vertrauen. Der leichte Schreibstil der Autorin ließ während des Lesens keine Längen aufkommen.






gebundenes Buch mit 304 Seiten
Verlag: HarperCollins - ya!
Autorin: E. E. Cooper
Übersetzer/in: Ira Panic

Facebookauftritt des Verlags → HIER
erschienen: 10.12.2015
Preis: 16,90 Euro
ISBN:
9783959670159
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Vielen Dank an HarperCollins für die Zusendung eines Rezensionsexemplars.

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