Samstag, 18. Juli 2015

Lesung Kirsten Greco

Zusammen mit meiner Tochter mache ich mich auf den Weg hinauf zum landschaftlich wunderschön gelegenen Literaturhotel in Iserlohn. Gleich direkt am Eingang werde ich wie alle anderen Gäste wie immer freundlich von Andrea Reichart begrüßt, die diesen schönen Abend organisiert hat. Immer mehr Menschen strömen in dem Raum in Erwartung eines unterhaltsamen Abends. 

Kirsten Greco ist bereits da, ebenso wie einige anderen Autoren, wie ich begeistert feststelle. An diesem Abend wird Kirsten aus ihrem aktuellen Buch "Guardian Angel" vorlesen, das noch in diesem Herbst fortgesetzt wird.


Wer "Guardian Angel" noch nicht kennt, hier ein kurzer Einblick: "Als Melody Chicago verlassen muss, um im beschaulichen Silver Crossing zu leben, ist sie nicht gerade begeistert. Doch sie hat eine Mission - sie muss Holly helfen, Leben zu retten. Und das auch noch als Medium. Denn Holly ist ein Engel und was für einer! Als ihr der attraktive Farmer Tristan als Trainingspartner vor die Nase gesetzt wird, geraten Dinge ins Rollen, die nicht mehr aufzuhalten sind." (Quelle: Oldigor Verlag)



Eine ganze Stunde lang lauschen alle Anwesenden begeistert den ausgewählten Auszügen aus Kirstens Buch. Dann folgt eine lockere Fragerunde und auch bei der Signierung ihrer Romane hat Kirsten immer noch gute Laune und nimmt sich für jeden von uns die nötige Zeit. 
Zum Abschluss gibt es dann noch einmal die Möglichkeit, sich untereinander zu unterhalten. Ich freue mich, bei dieser Gelegenheit, Silke von Siljas Bücherkiste kennenlernen zu dürfen, ebenso wie Jana Lukaschek, deren "Lake Anna"-Reihe, die sie unter dem Namen Joanne St. Lucas schreibt, mich seit einiger Zeit begeistert. 

Nachdem ich mir dann noch meine mitgebrachten Bücher von Andrea Reichart und Andrea Wölk signieren lasse, neigt sich der Abend für mich dann leider dem Ende zu. 

Für mich war er einfach wunderschön und wird mir auch sicherlich noch lange in Erinnerung bleiben, weswegen ich mich an dieser Stelle auch noch einmal bei der sympathischen Autorin ganz herzlich dafür bedanken möchte.



Freitag, 17. Juli 2015

Monday Club - Das erste Opfer

Faye ist sechszehn und leidet unter einer seltenen Schlafkrankheit. Dadurch sieht sie manchmal Dinge, die nicht der Realität entsprechen. Als ihre beste Freundin Amy plötzlich stirbt, scheinen sich die Grenzen zwischen Traum und Realität für Faye immer mehr zu verschieben, denn eines Nachts auf der leeren Straße begegnet sie ihrer toten, besten Freundin...

Währenddessen entdeckt Faye, dass alle anderen, die ihr wichtig sind, Geheimnisse vor ihr haben. Bislang wurde sie von allen aufgrund ihrer Krankheit überbehütet, doch das Auftauchen von Luke, der auf der Suche nach Antworten ist, lässt sie so manches hinterfragen. Dann noch das verrückte Gebrabbel der alten Missy Austen. Und was hat das alles mit dem mysteriösen Monday Club zu tun?

Meine Meinung:

Die Autorin Krystyna Kuhn ist mir seit ihrer Serie "Das Tal" ein Begriff, so dass ich mich über das Erscheinen einer neuen Reihe von ihr sehr gefreut habe. Die Gestaltung des Covers hat mich gleich direkt angesprochen und auch der Klappentext signalisiert, dass mich hier viel Spannung erwartet.

Mit Faye hat die Autorin eine interessante Protagonistin geschaffen. Sie ist klug und beliebt und wird von ihrer Tante und ihren Freunden nahezu überbehütet. Ihre seltene Erkrankung macht es ihr oft unmöglich, zu schlafen. Das führt bei ihr manchmal sowohl zu körperlichen, als auch psychischen Beeinträchtigungen. Bis jetzt hat sich Faye umsorgen und beschützen lassen, doch der Tod ihrer Freundin Amy verändert für sie alles. Sie entdeckt, dass ihre vermeintliche heile Welt auf einem Lügenkonstrukt aufgebaut ist und hinterfragt immer mehr. Ich fand es toll, zu sehen, wie Faye sich entwickelt und endlich ihr Leben selbst in die Hand nimmt.

Die Geschichte ist aus Fayes Sicht in der Ich-Perspektive geschrieben und so konnte ich alle Gedanken und Sorgen mit ihr teilen.
Zwischendurch habe ich genauso wie Faye immer mal wieder an der Realität gezweifelt. Stück für Stück habe ich gemeinsam mit ihr versucht, Licht in das Dunkel zu bringen und dabei zu versuchen, zu entscheiden, wem sie wirklich trauen kann, denn scheinbar haben fast alle Menschen in ihrem Heimatort Geheimnisse vor ihr bzw. verbergen etwas.

Dabei bleibt die Handlung durchweg spannend. Ich war so erpicht darauf, die Geheimnisse zu lüften,dass ich gar nicht gemerkt habe, wie die Seiten an mir vorbeigezogen sind. Ich habe so viele Fragen und nur ein Bruchteil davon ist beantwortet worden. Hoffentlich dauert es nicht mehr zu lange bis die Fortsetzung erscheint.

Fazit:

Ich liebe das Geheimnisvolle und Mysteriöse in "Monday Club - Das erste Opfer" von Krystyna Kuhn. Die Autorin versteht es, Spannung zu erzeugen und ihre Leser bei der Stange zu halten, sie in die Handlung mit hineinzuziehen und sie darin zu fesseln. Ich bin schon mächtig gespannt auf die Fortsetzung der Trilogie, in der ich Faye hoffentlich wieder begleiten darf. 





gebundenes Buch mit 384 Seiten
Autor/in: Krystyna Kuhn 

Verlag: Oetinger 
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erschienen: 17.07.2015 

Alter: ab 14 Jahren
Preis: 16,99 Euro
ISBN: 978-3-7891-4061-7
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Website der Autorin → HIER


Vielen Dank an den Oetinger Verlag für die Zusendung eines Rezensionsexemplars.

Samstag, 11. Juli 2015

Der Nachtzirkus

"Er kommt ohne Ankündigung und hat nur bei Nacht geöffnet: der Cirque des Rêves – Zirkus der Träume. Um ein geheimnisvolles Freudenfeuer herum scharen sich fantastische Zelte, jedes eine Welt für sich, einzigartig und nie gesehen. Doch hinter den Kulissen findet der unerbittliche Wettbewerb zweier verfeindeter Magier statt. Sie bereiten ihre Kinder darauf vor, zu vollenden, was sie selber nie geschafft haben: den Kampf auf Leben und Tod zu entscheiden. Doch als Celia und Marco einander schließlich begegnen, geschieht, was nicht vorgesehen war: Sie verlieben sich rettungslos ineinander. Von ihren Vätern unlösbar an den Zirkus und ihren tödlichen Wettstreit gebunden, ringen sie verzweifelt um ihre Liebe, ihr Leben und eine traumhafte Welt, die für immer unterzugehen droht." (Quelle: Ullstein Verlag)

Meine Meinung:

Ein geheimnisvoller Zirkus taucht unangekündigt in einer Stadt auf, denn seine Route ist nicht vorhersehbar. Die Karten sind schnell ausverkauft; die Vorstellung ist magisch und findet nur nachts statt. 1873 arbeitet hier der Zauberer Prospero und zieht das Publikum in seinen Bann. 

Im Februar wird er von einem Anwalt aufgesucht, der ihm seine Tochter Celia überbringt. Ihre Mutter ist gestorben. Zufällig entdeckt Prospero, dass Celia ebenso wie er magische Kräfte hat. Er unterrichtet sie und vereinbart ein Treffen mit einem Mann, der sich Alexander nennt. Nach einer Vorführung von Celias Kräften wetten die beiden Männer gegeneinander. Alexander will sich einen eigenen Schüler suchen und ihn ausbilden. Dann sollen beide Schüler gegeneinander antreten. In einem Waisenhaus findet Alexander seinen Auserwählten: Marco. Der Kampf auf Leben und Tod kann beginnen. 

Doch die beiden Schüler sind nahezu unwissend hinsichtlich der Details ihrer Aufgabe. Sie werden von ihren Lehrern in den Nachtzirkus eingeführt, jeder auf seine Art. Und im Laufe der Zeit sind beide immer mehr mit dem Zirkus verbunden. Doch sehr zum Leidwesen von Prospero und Alexander lernen sich Marco und Celia kennen und fühlen sich zueinander hingezogen. Wird ihre Liebe siegen oder muss einer von ihnen sterben um das Spiel zu beenden?

Der Schreibstil von Erin Morgenstern ist ungewöhnlich. Er ist sehr sachlich und neutral gehalten. Und doch passt dieser Stil genau zum Geschehen, denn auch Prospero und Alexander sind emotional sehr distanziert von ihren Schützlingen. Prospero hat gar einen Hang zum Sadismus, denn er ist bereit, seine Tochter sogar zu verletzen, damit sie lernt, sich selbst zu heilen. Auch hier ist bei ihm weder Mitgefühl, noch Bösartigkeit zu finden. Sein Handeln ist nur ein notwendiges Mittel zu seinem Erfolg. 


Auch im weiteren Verlauf wird dieser Schreibstil beibehalten, der nur bei den wunderschönen Beschreibungen des Zirkus unterbrochen wird. Trotzdem springt der Funke über, als Marco und Celia sich näherkommen. Beide sind sehr sympathische Charaktere und sind sehr schön beschrieben.

Ein wenig anstrengend fand ich die ständigen Wechsel der Zeit. Zwischendurch wusste ich gar nicht, wann und wo ich eigentlich war. Aber gegen Ende des Buches hatte ich den Dreh dann 'raus. Leider ein wenig zu spät in meinen Augen. Das Ende war für mich unvorhersehbar und hinterlässt bei mir die Frage: Was ist nun Realität und was ist Fiktion?


"Der Nachtzirkus" ist ein außergewöhnliches Buch, dass sich aus dem Boom der allgemeinen Fantasymasse angenehm abhebt.








Taschenbuch mit 464 Seiten
Autor/in: Erin Morgenstern 
Übersetzer/in: Brigitte Jakobeit
Verlag: Ullstein 
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erschienen: 11.10.2013 
Preis: 9,99 Euro
ISBN: 9783548285498
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Montag, 6. Juli 2015

Das Mädchen mit den gläsernen Füßen

"Seltsame Dinge gehen auf St. Hauda´s Land vor: Eigentümliche geflügelte Kreaturen schwirren umher, in schneebedeckten Wäldern versteckt sich ein Tier, das mit seinem Blick alles in Weiß verwandelt, im Meer sind wundersame Feuerwerke zu beobachten … und Ida Maclaird verwandelt sich langsam, von den Füßen aufwärts, zu Glas.
 

Nun kehrt sie an den Ort zurück, wo alles begann, in der Hoffnung, hier Hilfe zu finden. Doch stattdessen findet sie die große Liebe: Mit ihrer traurigen und trotzigen Art schafft Ida es, die Knoten in Midas’ Herzen zu lösen. Gemeinsam versuchen sie nun, das Glas aufzuhalten." (Quelle: Loewe Verlag)

Meine Meinung: 

Die Aufmachung des Buches ist wunderschön. Neben dem ansprechenden Cover sind die Seitenränder in schimmerndes Silber gefasst, so dass ich beim ersten Anblick einfach nur dachte: Meins!

Leider hält der Inhalt aber nicht das, was die Optik verspricht. Nach dem Lesen der Buchbeschreibung und des Anfangs war ich noch sehr optimistisch; das Buch begann ungeheuer interessant und vielversprechend. Der Autor hat eine angenehme Art zu schreiben, die sich flüssig lesen lässt. Die Beschreibungen sind sehr ausführlich, so dass der Leser eine genaue Vorstellung bekommt, in welcher Umgebung die Geschichte stattfindet. Bedauerlicherweise wird diese Auführlichkeit aber in den Rückblicken auf die Vergangenheit der einzelnen Personen fortgeführt. Für meinen Geschmack befand sich die Erzählung viel zu oft in der Vergangenheit um den Hintergrund der Personen und ihr aktuelles Verhalten zu erklären. Die aktuelle Handlung kam viel zu kurz. Das nahm der Geschichte auf Dauer den Schwung und die Spannung, die sowieso nur recht mühsam aufkam.

Irgendwie habe ich die ganze Zeit beim Lesen erwartet, dass die fantastischen Elemente des Buches besser erklärt werden - aber dem war nicht so. Sie sind eher Teil der Randbeschreibung und werden als gegeben hingenommen. Meinem Eindruck nach dreht sich die ganze Handlung- neben Idas Krankheit - lediglich um die emotionale Verkorksung der Personen und um die Hoffnung, dass sie auf den "normalen" Weg zurückfinden.

Des Weiteren habe ich für mich keinen Zugang zu den Protagonisten oder den Nebendarstellern bekommen. Ihr Verhalten wurde zwar ausgiebig analysiert und begründet; jedoch fehlt mir hier der Tiefgang. Ein gutes Buch zeichnet sich für mich dadurch aus, dass ich mit den Personen mitfühle und das Buch erst aus der Hand legen kann, wenn ich es beendet habe. Das fehlt mir hier. Lediglich am Ende des Buches war ich ansatzweise berührt. Dank des Schreibstils des Autors war es jedoch trotz allem angenehm zu lesen.

Letztendlich konnte das Buch meine Erwartungen nicht erfüllen - war jedoch trotzdem ein netter Zeitvertreib. Da meine Bücherregale gnadenlos überfüllt sind, wird dieses Buch obschon seiner wunderbaren Optik wohl aber doch keinen dauerhaften Platz dort bekommen.






gebundenes Buch mit 400 Seiten
Autor/in: Ali Shaw 
Übersetzer/in: Sandra Knuffinke, Jessika Komina  
Verlag: Loewe 
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erschienen: 2012 
Alter: ab 16 Jahren
Preis: 19,95 Euro
ISBN: 978-3-8390-0131-8
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Mittwoch, 1. Juli 2015

Wenn du dich traust

Lea hat eine zwanghafte Störung; ständig muss sie alles zählen. Als sie wegen ihrer Krankheit nicht in der Lage ist, ihrem kleinen Bruder zu helfen, den sie beaufsichtigen sollte, soll sie in eine psychiatrische Klinik eingewiesen werden.

Hier macht sie die Bekanntschaft von Jay, der aufgrund einer Straftat Sozialstunden in der Klinik verrichten muss. Als sie ihn beim Diebstahl erwischt, verspricht sie, ihn nicht zu verpfeifen, wenn er sie mit nach Hause nimmt. Notgedrungen lässt sich Jay darauf ein - fortan prallen zwei Welten aufeinander.

Meine Meinung:

Ich hatte schon viel über das Buch von Kira Gembri gehört und war sehr gespannt darauf, ob ich mich den zahlreichen positiven Empfehlungen anschließen könnte. Jetzt, nach Beendigung der Lektüre mit dem wundervollen Cover, kann ich nur sagen: ja, auf jeden Fall.

Lea und Jay mochte ich sofort. Insbesondere bei Lea gefiel mir, dass sie ihren Humor nicht verloren hat. Es war leicht, mit ihr zu fühlen und ich fand es auch toll dargestellt, wie die Zwänge Leas Leben beherrschen. Beide Charaktere sind sehr authentisch dargestellt und haben jeweils keine leichte Vergangenheit. Obwohl sie unterschiedlicher nicht sein könnten, verbindet die beiden dadurch etwas.

Die Art, wie sie miteinander umgehen und reden, war einfach unbeschreiblich. Mal habe ich dabei gelacht, mal war ich berührt. Kira Gembri schafft es einfach, Gefühle zu ihren Lesern zu transportieren.

Der Schreibstil war sehr flüssig und ließ sich sehr angenehm lesen. Nie kam es zu irgendwelchen Längen, stets hatte ich das Gefühl, unbedingt weiterlesen zu müssen.

Fazit:

"Wenn du dich traust" von Kira Gembri ist ein gefühlvoller Jugendroman, der mich verzaubern konnte. Tolle Charaktere, denen es nie an Authentizität mangelte, haben mich durch eine wundervolle Geschichte geführt, die mich für sich gefangengenommen hat. 





gebundenes Buch mit 336 Seiten
Verlag: Arena
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erschienen: Juni 2015
Alter: ab 14 Jahren
Preis: 14,99 Euro
ISBN: 
978-3-401-60149-6
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Vielen Dank an den Arena Verlag für die Zusendung eines Rezensionsexemplars.