Samstag, 3. November 2012

Cambion Chronicles - Violett wie die Nacht

Calebs Verhalten ist Samara schon eine ganze Weile aufgefallen, da sie gemeinsam während der Sommerferien in einer Buchhandlung arbeiten. Fast alle Frauen scheinen magisch von Caleb angezogen zu werden, liegen zu seinen Füßen oder werfen sich ihm schamlos an den Hals. Caleb scheint es zu genießen, doch seine scheinbaren Partnerinnen wechseln ständig und scheinen ihm nie etwas zu bedeuten. Sam, geprägt durch die ständige Vorsicht ihrer getrennt lebenden Eltern, hat das Gefühl, dass da irgendetwas mit ihm nicht stimmt.

Als dann einige seiner weiblichen Fans einen Herzanfall bekommen, wird Sam noch misstrauischer und versucht, der Sache auf den Grund zu gehen. Insbesondere Calebs anschließend ablehnendes Verhalten bezüglich der Frauen lässt Sam aufmerken. Zwecks Nachforschungen lässt sie sich zunächst auf Caleb ein und verabredet sich mit ihm. Aber sie hat nicht damit gerechnet, dass auch sie ihr Herz an ihn verlieren könnte. Es kommt zu weiteren "Unfällen" und plötzlich tritt auch Calebs Familie auf den Plan. Als Sam begreift, was genau hinter den Anfällen der Frauen steckt, ist es eigentlich schon zu spät, denn auch sie kann sich dem Zauber Calebs nicht mehr entziehen. Haben die beiden eine Zukunft? Und wer oder was steckt hinter diesen "Angriffen" auf die Frauen?

Jaime Reeds Roman "Cambion Chronicles - Violett wie die Nacht" ist der Auftakt einer Jugendfantasyreihe, die flüssig und umgangssprachlich locker geschrieben ist. Die Geschichte wird aus der Sicht von Samara erzählt, die den Leser an ihrer kompletten Welt teilhaben lässt. Sie ist ein liebenswerter Charakter, der sich selbst nicht so ernst nimmt und gerne mal einen trockenen Spruch auf den Lippen hat. Sie ist stark und mutig und lässt sich nur selten von einem einmal gefassten Vorhaben abbringen. Das hat die Handlung angenehm aufgelockert. Währenddessen Caleb dem Leser erst peu à peu ans Herz wächst, weil er erst durch seine Zuneigung zu Sam bereit ist, sich langsam zu öffnen und sie - und damit auch den Leser - näher an sich heranlässt. Spätestens dann ist man auch ihm verfallen, denn ab hier zeigt er sich von seiner liebenswürdigen und rücksichtsvollen Seite.

Das Cover ist farblich sehr schön gestaltet und auch der Buchschnitt und die jeweiligen Kapitelanfänge des Taschenbuchs sind mit Blütenranken geprägt, die den Wiedererkennungswert des Romans angenehm steigern.

Besonders gut gefallen hat mir, dass die Protagonisten hier nicht wie liebestolle Teenies nur noch aneinanderkleben, sondern, dass die beiden trotz aller Anziehungskraft in der Lage sind, den Blick für ihre Umwelt zu behalten und den Verstand zumindest teilweise eingeschaltet lassen. Die Beziehung entsteht leise und langsam und ist geprägt von Sams Vorsicht und Unerfahrenheit. Echt neckisch fand ich, dass Sam Caleb liebevoll "Kuchenmonster" nennt, weil er ständig irgendetwas Süßes in sich ´reinstopft. Dabei musste ich jedesmal dick und fett grinsen und die ganze aufgebaute Spannung floss dahin. Auch die paranormale Natur Calebs ist interessant beschrieben und in der aktuellen Literatur noch nicht so abgegriffen. Während des Lesens steigt die Spannung kontinuierlich an und mündet in einem überraschenden Ende. Ich bin sehr gespannt, wie die Geschichte weitergeht.

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