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Mittwoch, 8. Mai 2019

Engelsdämmerung

Im Band 1 der City-of-Angels-Reihe hat Kains Vater den gefallenen Engel Asâêl befreit. Dies hat dazu geführt, dass der Nazgarth, ein uraltes Übel, aus seinem Schlaf gerissen wurde. Einst war es des Nazgarths Aufgabe, die gefallenen Engel, ihre Nachkommen - die Schattenläufer - und alles was diese geschaffen hatten, zu vernichten. Als bemerkt wurde, dass dies unweigerlich auch zur Vernichtung eines Großteils der Menschheit führen würde, wurde er mit sieben Siegeln in einen Schlaf gebannt. Nun - im dritten Band - ist jemand hinter den Siegeln her und die Bedrohung, dass der Nazgarth entfesselt wird, steigt.
Aus diesem Grunde heuert der Orden der Raphaeliten, dessen eigentliche Intention die Vernichtung der Schattenläufer ist, den Killer Kain an.

Nun soll er den Jünger des Nazgarth aufhalten und die Siegel sichern. Ihm zur Seite steht Anna, eine junge, hochintelligente Bibliothekarin, die bei den Raphaeliten aufgewachsen ist und sich besonders gut mit den alten Schriften auskennt. Sie lebt sehr zurückgezogen und hat sich von den meisten Menschen - außer dem Prior Bartolo - abgewandt. Keine guten Voraussetzungen für eine Zusammenarbeit. Die beiden bekriegen sich, wo sie nur können. Werden Anna und Kain die Aufgabe trotzdem lösen können?

Meine Meinung:

"Engelsdämmerung" ist der dritte Band aus der "City of Angels" - Reihe von Andrea Gunschera, der nicht wie gewohnt nur in Los Angeles spielt, sondern diesmal auch einige andere Orte zum Schauplatz hat. Schnell war ich wieder mittendrin und gefesselt von dem spannenden Schreibstil der Autorin.

Kain wird immer noch geqält von dem Blutfluch zu Eve, der Gefährtin seines Halbbruders Alan. Da er süchtig nach Blut ist, ist er gezwungen, seine Opfer zu töten, da er sonst dem Blutfluch - eine Mischung aus unerfüllter Liebe und Beschützerinstinkt - erliegt. Im ersten Band hatte er den Auftrag, Eve zu töten, wurde dabei aber von Alan unterbrochen. Seitdem bekommt er Eve nicht mehr aus dem Kopf. Auf der einen Seite kann er sie nicht haben, da sie Alan liebt, auf der anderen Seite ist er auch nicht mehr in der Lage sie zu töten. Die letzte Zeit hat er damit verbracht, sie verzweifelt aus dem Kopf zu bekommen.

Anna war bisher immer schüchtern und zurückhaltend und hat mit Menschen außerhalb des Klosters selten gute Erfahrung gemacht. Einzig dem Prior des Klosters, Bartolo, der sie aufgezogen hat, vertraut sie bedingungslos.

Beide als Team sind folglich wie Feuer und Wasser und keiner möchte mit dem anderen zusammenarbeiten. Es ist Annas Aufgabe anhand der Cerencia-Tagebüchern die Standorte der Siegel zu bestimmen, aber leider kommen sie immer zu spät. Kain ist immer wieder in Versuchung, sich Annas einfach zu entledigen, doch als beide in einem Labyrinth unter L.A. schon fast verloren scheinen, geschieht etwas Seltsames mit Kain: Er entdeckt Gefühle für Anna. Diese beharrlich verleugnend und der Gefahr entkommend, begeben die beiden sich weiter auf die Suche nach den Siegeln. Hierbei gibt es immer wieder Momente, in denen sie sich näherkommen. Gleichzeitig lüften sie auch langsam das Geheimnis ihres Auftrags.

Fazit:

Andrea Gunschera ist es in ihrem dritten Band der Reihe abermals gelungen den Leser zu fesseln. Ich habe den Roman förmlich in einem Rutsch verschlungen und wurde auf eine wilde Reise um den halben Globus mitgenommen. Die Geschichte ist eine gelungene Mischung aus Mystik, stets anhaltender Spannung und Romantik. Seit Band 1 bin ich ein Fan der "City of Angels"-Reihe und bin der Meinung, dass Engelsdämmerung der bisher beste und spannendste ist. Ich hoffe, Andrea Gunschera lässt ihre Fans nicht zu lange auf den nächsten Band warten und kann die Reihe nur jedem wärmstens empfehlen.




broschiertes Buch mit 220 Seiten
Verlag: Sieben Verlag
Facebookauftritt des Verlags → HIER
erschienen: Januar 2012
Preis: 14,90 Euro
ISBN: 978-3-941547-39-1
mehr Infos, Leseprobe und Einkauf über Verlag möglich → HIER
Website der Autorin → HIER

Donnerstag, 21. Februar 2019

Rot wie das Meer

Jedes Jahr am 01. November findet auf der Insel Thisby das große Skorpio-Rennen statt. Wenige Wochen vorher betreten die Capaill Uisce das Land. Diese mystischen Wasserpferde sind nicht nur viel größer als normale Pferde, sondern auch weitaus gefährlicher. Nur die mutigsten Männer wagen es, auf ihnen zu reiten und am Rennen teilzunehmen. Doch bereits auf dem Weg dahin, verlieren viele von ihnen beim Training das Leben.

Umso verwunderter sind die Teilnehmer, als sie feststellen, dass mit der jungen Kate Connolly, die allen nur als Puck bekannt ist, zum ersten Mal eine Frau antreten will. Puck lebt mit ihren beiden Brüdern auf der Insel und hat letztes Jahr beide Elternteile durch einen Angriff der Wasserpferde verloren. Gemeinsam halten sie sich mehr schlecht als recht über Wasser. Als sie erfährt, dass ihr ältester Bruder Gabe sie und und ihren jüngeren Bruder Finn verlassen und ans Festland gehen will, hat sie sich in ihrer Verzweiflung für das Rennen angemeldet.

Dabei lernt sie Sean Kendrick kennen, einen jungen Mann, der bereits als Kind eine besondere Beziehung zu den Capaill Uisce hat und das, obwohl sie für den Tod seines Vaters verantwortlich sind. Aufgewachsen ist er in kargen Verhältnissen und in den Diensten des reichsten Mannes der Insel, für den er auch seit vielen Jahren regelmäßig an den Rennen teilnimmt und gewinnt. Niemand sonst auf der Insel ist so versiert im Umgang mit den blutrünstigen Wasserpferden wie Sean und diese Fähigkeit hat ihm bei den meisten Inselbewohnern sehr viel Achtung eingebracht - sehr zum Leidwesen seines ewigen Konkurrenten Mutt, dem ungehobelten Sohn seines Arbeitgebers. Im Laufe des gefährlichen Trainings lernen Puck und Sean sich näher kennen und die Tatsache, dass für beide der Sieg in diesem Rennen von unschätzbarer Wichtigkeit ist, ist der ständige Begleiter ihrer aufkeimenden Freundschaft. Wer wird das Rennen gewinnen? Und gibt es eine Chance, dass aus Sean und Puck mehr wird als nur Freunde?

"Rot wie das Meer" hat ein wunderschön aufbereitetes Cover, dass mit seinen blutrot abgebildeten Wellen nicht nur den Titel, sondern auch den Romaninhalt unterstützt. Es ist genau wie die Geschichte einzigartig und schreit geradezu danach, dass ich es in die Hand nehmen soll.

Maggie Stiefvater hat einen einmaligen und unverkennbaren Schreibstil. Ruhig und flüssig leitet sie mich damit durch ihre Geschichte und baut dabei langsam und kostant Spannung auf. Schon bald war ich nicht mehr in der Lage, das Buch zur Seite zu legen. Die Charaktere Puck und Sean, aus deren Sicht der Roman abwechselnd geschrieben ist, sind so detailliert beschrieben, dass ich gemeinsam mit ihnen diese kurze Zeit verbracht habe. Beide sind vom Typ her etwas schwierig, da sie vom Leben nicht verwöhnt worden sind und versucht haben, sich den oftmals kargen Bedingungen anzupassen. Dabei wirken sie jedoch stets authentisch. Von der Insel Thisby erzählt die Autorin so bildhaft, dass ich fast überzeugt bin, ich war da. Ich sehe den Strand vor mir, das rauhe Klima, das Haus der Connollys und auch den kleinen Ort. Ich bin mit dabei, wenn das Fest beginnt und stehe Puck bei im Kampf gegen Vorurteile und Boshaftigkeit.

Besonders faszinierend fand ich die Beschreibung der Capaill Uisce, die gleichzeitig wunderschön und bedrohlich wirkten. Trotz der Gefahr, die von ihnen ausgeht, ziehen sie die Menschen in ihren Bann. Es finden sich jedes Jahr immer wieder genug Männer, die wagemutig sind und am Rennen teilnehmen. Ihren drohenden Tod scheinen sie gekonnt zu verdrängen und sitzen sie erst im Sattel ihres Wasserpferdes droht die von ihnen ausgehende Magie, die Männer ins Verderben zu führen. Denn das Meer ruft ständig nach diesen unbeschreiblichen Wesen und gerät ihr Reiter erst einmal in ihren mystischen Bann, ist er nicht mehr in der Lage, sein Tier zu lenken, sondern rennt in sein Unglück.

Fazit:

Mit dem im script5 Verlag erschienenen Roman "Rot wie das Meer" hat Maggie Stiefvater eine außergewöhnliche Idee in dem ihr eigenen Stil umgesetzt, dem ich mich einfach nicht entziehen konnte. Ich fühlte mich gefesselt von dem Geschehen und seinen bildhaften Beschreibungen, immer mit dabei in Seans und Pucks Kampf um Alles oder Nichts. Der Autorin gelingt es immer wieder, mich in ihren Bann zu ziehen und ich bin schon sehr gespannt, welches Projekt sie als nächstes in Angriff nimmt.




gebundenes Buch mit 430 Seiten
Verlag: script 5
Facebookauftritt des Verlags → HIER
erschienen: November 2012
Alter: ab 16 Jahren
Preis: 18,95 Euro
ISBN: 978-3839001479
mehr Infos und Leseprobe → HIER
Website der Autorin → HIER

Freitag, 6. April 2018

Clockwork Spiders - Jugendfantasy mit Steampunk

Violet Adair ist siebzehn, lebt im London des späten 19. Jahrhundert und ist die einzige Tochter eines Lords. Zu der damaligen Zeit war die einzige Aufgabe einer Tochter des Adels, sich angemessen zu benehmen und einen guten Ehemann zu finden. Doch das ist Violet nicht wichtig. Sie ist Erfinderin und hat sich heimlich eine Werkstatt in einem verrufenen Stadtteil Londons angemietet. Hierhin unternimmt sie nächtliche Ausflüge, begleitet von ihrem treuen Butler Alfred, der eine dunkle Vergangenheit hat, die Violet des öfteren sehr nützlich ist.
Als bei einem Ball im Hause Adair Lord Stanton stirbt, sieht alles nach einem Mord aus. Der Lord scheint das Opfer einer Verschwörung geworden zu sein, die es auf die Grundfesten der Monarchie abgesehen hat und sich letztendlich auch gegen Königin Victoria und alle Parlamentsvertreter richtet. Trotz eindringlicher Warnungen der Sicherheitschefin der Königin nimmt Violet die Ermittlungen auf. Gemeinsam mit ihren Freunden vom Zirkus kommt sie dem Verbrechen nach und nach auf die Spur, wobei sie sich und ihre Mitstreiter jedoch in große Gefahr bringt. Zudem hat sie sich in einen geheimnisvollen Fremden verguckt, den sie vom Kreis der Verdächtigen nicht ausschließen kann. Wird Violet das Rätsel lösen und die Königin retten können? Und was haben die Spinnen damit zu tun?

Corina Bomann ist hier ein außergewöhnlicher Jugendfantasyroman gelungen. Sie entführt ihre Leser in ein viktorianisches London, das voll von Gaslichtern, Zahnrädern und dampfgetriebenen Maschinen ist. Hier gibt es nicht nur mechanische Droschken, sondern auch mechanisch verbesserte Menschen und Tiere. Die Protagonistin Violet geht nicht konform mit dem damaligen Bild einer jungen Adeligen. Sie ist vielmehr äußerst selbstbewußt und verfolgt unbeirrt ihren Weg. Großer Wissensdurst, Neugier und eine außergewöhnliche Beharrlichkeit sind nur einige ihrer herausragenden Eigenschaften. Immer setzt sie ihren Kopf durch und meistens bekommt sie, was sie will. Aber auch alle anderen Charaktere sind sehr schön gezeichnet und können voll überzeugen. Ein spannender Steampunk-Roman, der mich durchweg gefesselt hat.