Posts mit dem Label Hoffnung werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Hoffnung werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Sonntag, 4. September 2016

Dark Elements - Sehnsuchtsvolle Berührung

"Roth oder Zayne, Hölle oder Himmel? Beide lieben Layla, und sie muss sich entscheiden. Dazu entdeckt sie eine neue Seite an sich bzw. ihrem Rücken, wenn sie sich verwandelt … Layla weiß bald nicht mehr, wo ihr der Kopf steht. Aber während sie noch mit ihrer Verwirrung ringt, droht ein höllischer Feind alles zu vernichten, was ihr wichtig ist. Hoffnungslos verstrickt in ein Gespinst aus Lügen und Geheimnissen, bleibt Layla nur die Flucht nach vorn – in einen Krieg, den sie unmöglich allein gewinnen kann …" (Quelle: HarperCollins)

Meine Meinung:

Jennifer L. Armentrout steht schon seit längerem für mich für ausgezeichnete Unterhaltung. Die ersten beiden Bände der "Dark Elements"-Reihe habe ich bereits mit Begeisterung verschlungen und nun stand nur noch das Finale aus, das ich mit gemischten Gefühlen in die Hand genommen habe, denn neben meiner ungeheuren Vorfreude schwang auch gleichzeitig ein wenig Trauer mit, da die Reihe nun zu Ende geht.

Optisch passt der Roman sehr gut zu den beiden Vorgängern und der Klappentext verspricht spannende Unterhaltung. Wird Layla die Welt noch retten können? Und für welchen der beiden Männer, die sie lieben, wird sie sich entscheiden?

Die Protagonistin Layla hat sich im Laufe der Handlung ungemein entwickelt. Von dem ruhigen, zurückhaltenden und eher bescheidenen Mädchen ist nicht mehr viel zu spüren. Vielmehr hat sich Layla in eine starke und selbstbewusste, junge Frau entwickelt, die sehr genau weiß, was sie will und sich ihrer persönlichen Stärken inzwischen durchaus bewusst ist.

Aber auch Roth und Zayne haben sich verändert. Während der eine sich immer öfter von seiner undämonischen Seite zeigt, haben die Ereignisse den anderen ziemlich aus der Bahn geworfen. Zayne trägt schwer daran, was sein Clan Layla angetan hat und es fällt ihm nicht leicht die Balance zwischen den beiden wichtigsten Elementen seines Lebens zu halten.

Zudem haben die Hausgeister mich dieses Mal absolut begeistern können. Zwar hätte ich mir für Layla etwas Spektakuläreres gewünscht, dafür hat Bambi dieses Mal unverkennbar mein Herz berührt.
Besonders geliebt habe ich aber wieder die genialen, sarkastischen Dialoge, die die Protagonisten hier untereinander austauschen. Für mich sind sie das Salz in der Suppe, das dem Erlebnis "Buch" einen ganz besonderen Touch verleiht und mich einfach mitreißt.

Total süchtig nach der Welt von "Dark Elements" bleibe ich am Ende zurück. Zu gerne hätte ich noch weitergelesen, obwohl ich das Ende durchaus als zufriedenstellend empfunden habe. Ich hoffe, dass die Autorin bald eine neue, spannende Reihe erschaffen wird, die mich ebenso fesseln kann.

 
Fazit:

Jennifer L. Armentrouts Bücher sind allesamt ziemlich genial und auch "Dark Elements - Sehnsuchtsvolle Berührung" steht dem in nichts nach. Die fesselnde Geschichte rund um Gargoyles und Dämonen endet mit diesem Roman in einem atemberaubenden Finale, das mich absolut begeistern konnte. Ich bin süchtig nach den Romanen dieser Autorin!





Hardcover mit 304 Seiten
Autorin: Jennifer L. Armentrout
Übersetzer/in: Ralph Sander
Verlag: HarperCollins
Facebookauftritt des Verlags → HIER
neu erschienen: 15.08.2016
Preis: 16,90 Euro
ISBN: 
978-3959670203
mehr Infos, Leseprobe und Einkauf über Verlag möglich → HIER
Website der Autorin → HIER
 

Donnerstag, 25. August 2016

Finian Blue Summers

"Die neunzehnjährige Rayne hat Wünsche. Ganz normale Wünsche für ein ganz normales Mädchen. Einmal will sie ihre Haare lila färben, unter dem Sternenhimmel schlafen oder sich ein Schmetterlings-Tattoo stechen lassen. Heimlich sammelt sie diese Wünsche in einem Wunschglas. Aber Rayne ist kein gewöhnliches Mädchen, sie ist ein Star. Mit ihrem Geigenspiel begeistert sie ein Millionenpublikum, doch der Erfolg hat seinen Preis: Ihr dominanter Vater bestimmt über jedes Detail ihres Lebens. Als der elterliche Druck für Rayne zu groß wird, flüchtet sie sich in Schweigen und landet in einer Nobelklinik. Hier absolviert Finian ein Praktikum - und er ist sofort von dem sprachlosen Mädchen fasziniert. Mit ihm wagt Rayne nicht nur eine Reise ins sommerliche Tennessee, sondern auch den Aufbruch in ein ganz neues Leben. Ein Buch über die Liebe, das Schicksal, unmögliche Wünsche und Blaubeermarmelade." (Quelle: Amazon)

Meine Meinung:

Nachdem ich von der Autorin bisher nur Romane unter dem Namen Marah Woolf gelesen habe, reizte es mich, mit ihr einmal in ein anderes Genre abzutauchen. "Finian Blue Summers" kam da eigentlich wie gerufen und ich war sehr gespannt, wie der Roman mir gefallen würde.

Er ist abwechselnd aus der Sicht von Finian und Rayne geschrieben und lässt dadurch einen tiefen Einblick in die Gedanken- und Gefühlswelt der beiden Charaktere zu. Dennoch schafft die Autorin es, nicht zuviel zu verraten und der Handlung nichts vorwegzunehmen. Zwar konnte man einen Teil davon erahnen, aber das Ende als solches hat mich völlig überraschend getroffen.

Sowohl die Protagonisten, als auch die Nebencharaktere in diesem Roman werden langsam eingeführt und Finian und Rayne sind mir auf Anhieb sympathisch. Zunächst fand ich Raynes Situation nicht so leicht nachvollziehbar, aber als ich mir verdeutlicht habe, dass sie zu Hause unterrichtet worden ist, wurde mir schnell klar, wie isoliert sie tatsächlich aufgewachsen sein muss. Als sie dank Finian dann zum ersten Mal aus ihrem Leben ausbricht, ist sie deshalb auch wie ein Schwamm, der alles um sich herum aufsaugt. Alles möchte sie ausprobieren und hat dabei oft eine kindliche Einstellung den Dingen gegenüber, die ich sowohl niedlich, als aber auch stellenweise sehr erschreckend fand.
 

Besonders gut gefallen hat mir die Idee mit dem Wunschglas, das ursprünglich bei Raynes Oma stand und, in das Rayne all ihre auf kleine Zettel geschriebenen Wünsche geworfen hat. Ich fand es sehr berührend wie einfach und für andere Menschen selbstverständlich diese Wünsche oft waren. Ganz besonders für einen jungen Menschen, der von außen betrachtet, eigentlich alles hat, was sich andere ersehnen, aber tatsächlich in vielerlei Hinsicht sehr bedürftig ist.
 

Emma C. Moores Schreibstil hat mich beim Lesen unheimlich gefesselt. Hier ist alles rund und passend mit genau dem richtigen Sog, der dafür sorgte, dass ich mich nicht vom Buch lösen konnte. Die Handlung hat mich dabei dermaßen berührt, dass ich erst einmal eine ganze Weile gebraucht habe, um wieder auf den Teppich zu kommen. Und genau das macht für mich ein gutes Buch aus. Wenn ich vom Leser zum Beteiligten einer Handlung wechsele, dann hat ein Autor alles richtig gemacht.

Fazit:

Mit "Finian Blue Summers" konnte mich Emma C. Moore voll und ganz überzeugen. Einnehmende Charaktere und eine fesselnde Handlung haben mich in den Roman hineingezogen und erst am Ende wieder zutiefst berührt ausgespuckt. Zu gerne wäre ich noch ein wenig in der Handlung verblieben und hoffe, dass es nicht allzu lange dauern wird, bis die Autorin mich wieder mit einem neuen Roman verzaubern wird. 





Taschenbuch mit 278 Seiten
Autorin: Emma C. Moore
Verlag:
CreateSpace Independent Publishing Platform
erschienen: 25.08.2016
Preis: 8,99 Euro
 

ISBN: 978-1537247670
mehr Infos auf der Website der Autorin → HIER

Vielen Dank an Emma C. Moore für die Bereitstellung eines Vorableseexemplars.

Samstag, 18. Juni 2016

Die Auslese - Nichts ist, wie es scheint

"Cia Vale hat die gefährliche Auslese überlebt, während sich Chaos und Wut in der Gesellschaft ausbreiten. Ein verheerender Bürgerkrieg steht bevor, und die Rebellen schmieden einen Plan, die grausame Regierung zu stürzen. Auch Cia ist bereit, um das Ende der Auslese zu kämpfen, aber sie kann es nicht alleine tun. Sie hofft auf die Loyalität ihrer Kameraden, doch das kann tödlich für sie enden. Denn Täuschung und Wahrheit liegen nah beieinander. Und der Einsatz ist hoch, denn auf dem Spiel steht das Leben all derer, die sie liebt. Wem kann Cia vertrauen?" (Quelle: Penhaligon Verlag)

Meine Meinung:

Der erste Band der Reihe war 2013 eines meiner absoluten Buchhighlights. Die Autorin hatte sich damit ihre eigene Messlatte sehr hoch gehängt und auch, wenn der Folgeband etwas schwächer war, konnte mich die Reihe weiterhin begeistern. Ich war sehr froh, als ich das Finale dann in meiner Hand hielt und war sehr gespannt, wie alles zum Ende kommen würde. Leider konnte mich der Abschluss nicht gänzlich überzeugen.

Zunächst habe ich ein wenig gebraucht, um komplett in die Geschichte zurückzufinden. Da es schon über ein Jahr her ist, dass ich den zweiten Band gelesen habe, war nicht mehr alles so präsent und die Autorin hat mit Rückblicken hier zu Beginn etwas gegeizt. Nach einer Weile habe ich mich aber dann doch wieder in der dystopischen Welt, die sie geschaffen hat, zurechtgefunden und das Geschehen rund um Cia gebannt verfolgt.

Ich mag Cia noch immer. Das ist etwas, das definitiv über mehrere Bände hinwegwirkt. Sie ist liebenswert, intelligent und möchte stets das Richtige tun. Im ersten Band hat sie eine ungeheure Stärke bewiesen, für die ich sie sehr bewundert habe. Leider blitzt diese im finalen Band nur noch sporadisch auf. Cia verliert sich ein wenig in ihrer Gedankenwelt, was zunächst aufgrund der Aufgabe, die ihr gestellt worden ist, verständlich ist.

Während des Lesens habe ich dann jedoch immer wieder die gewohnte Spannung vermisst. Die ehemals actionreiche Handlung plätschert oft nur dahin, es gibt zwar einige brutale Szenen, aber den üblichen Thrill habe ich oft vergeblich gesucht. Erst in der zweiten Hälfte des Buches zieht die Spannung dann langsam wieder an und zum Glück gibt es da immer noch den einnehmenden Schreibstil der Autorin, der mir über so manche Länge hinweggeholfen hat. Wiederholt schürt sie bei ihren Lesern Angst und Zweifel an der Vertrauenswürdigkeit einzelner Charaktere, so dass man zweifellos die halbe Zeit selbst rätselt, wem Cia trauen kann und wem nicht.
 

Auch hatte ich mir dieses Mal mehr Präsens von Cias Bruder gewünscht, doch die Erwartungen, die die Autorin zum Ende des zweiten Teils bei mir geweckt hat, haben sich nicht so ganz erfüllt.

Zum Ende hin wird die Handlung zwar definitiv spannender, aber das grandiose Finale, das ich erhofft hatte und, das dem ersten Band gerecht geworden wäre, blieb irgendwie für mich aus. Einige Aspekte blieben ungeklärt, was es jetzt für mich auch nicht wirklich besser gemacht hat.

Fazit:

"Die Auslese - Nichts ist, wie es scheint" von Joelle Charbonneau ist das Finale einer dystopischen Trilogie, die mit einem atemberaubenden, genialen ersten Band begonnen hat. Leider konnte die Autorin die Spannung und den Thrill nicht konstant bis zum Ende aufrechterhalten, auch wenn sie erneut mit ihrem einnehmenden Schreibstil überzeugen konnte.






gebundenes Buch mit 384 Seiten
Autorin: Joelle Charbonneau
Übersetzer/in: Marianne Schmidt
Verlag: Penhaligon
Facebookauftritt des Verlags → HIER
Erscheinungsdatum: 24.05.2016
Preis: 16,99 Euro
ISBN:
978-3764531195
mehr Infos, Leseprobe und Einkauf über Verlag möglich → HIER
Website der Autorin → HIER

 
Vielen Dank an den Penhaligon Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars. 

Samstag, 11. Juni 2016

These Broken Stars - Lilac und Tarver

"Es ist nur eine flüchtige Begegnung, doch dieser Moment auf dem größten und luxuriösesten Raumschiff, das die Menschheit je gesehen hat, wird ihr Leben für immer verändern. Lilac ist das reichste Mädchen des Universums, Tarver ein gefeierter Kriegsheld aus einfachen Verhältnissen. Nichts könnte die Kluft zwischen ihnen überbrücken – außer dem Schiffbruch der angeblich so sicheren Icarus. Als das Unfassbare geschieht, müssen Lilac und Tarver auf einem fremden Planeten ums Überleben ringen. Zu zweit gegen die Unendlichkeit des Alls..." (Quelle: Carlsen Verlag)

Meine Meinung:

"These broken stars" hatte ich bereits lange vor der deutschen Veröffentlichung auf dem Schirm, da das Buch in seiner Originalausgabe bei dem ein oder anderen Blogger bereits Begeisterungsstürme ausgelöst hat. Ich war sehr neugierig, in welche Richtung mich der Roman führen würde, weil entweder sind so extrem gehypte Bücher wirklich absolut grandios oder für mich der allergrößte Flop. Glücklicherweise zählt der Roman nicht zu letzteren und ich habe mich begeistert in die Geschichte fallenlassen.
 

Das Cover des Buches wirkt sehr edel auf mich mit den beiden durchscheinenden Gesichtern vor dem Weltraumhintergrund und den silbernen Lettern. Ein Buch, an dem man im Fachgeschäft nicht so einfach vorbeigehen kann. 

Amie Kaufman und Meagan Spooner haben ihren Roman abwechselnd aus der Sicht von Lilac und Tarver geschrieben. Auf diese Weise erhält man einen viel größeren Einblick in die Handlung und in die komplexen Gefühlswelten der beiden Protagonisten, die mir beide gleich angenehm sympathisch erschienen. Besonders ihre Gefühle und Gedanken werden dabei so anschaulich geschildert, dass ich nicht umhin konnte, mit den beiden mitzufiebern.

Eingeleitet wird jedes Kapitel von einer Befragung von Major Tarver Merendsen, die sich auf das zukünftige Geschehen bezieht und dadurch für meinen Geschmack ein wenig zuviel von der Handlung vorwegnimmt.


Beide Charkatere sind sehr selbstbewusst und scheinen gut auf sich selbst aufpassen zu können. Da sie aus unterschiedlichen Gesellschaftsschichten kommen, ist ein Miteinander zunächst sehr schwierig für die beiden. Die Anziehung, die die beiden gleich zu Anfang verspüren, wollen sie sich weder richtig zugestehen, noch darf diese jemals jemand erahnen, da dies ungeahnte Konsequenzen für den Major haben würde.

Doch natürlich sollten man niemanden nach Äußerlichkeiten oder seiner Herkunft beurteilen. Dies müssen beide sehr schnell lernen und zählt für mich zu einer der vordergründigsten Botschaften dieses Buches.

Der Schreibstil der Autorin hat mir enorm gut gefallen. Er ist sehr lebendig und emotional und konnte mich sogleich fesseln. Die Beschreibungen sind sehr detailgetreu und haben die Szenen wie einen Film vor meinem geistigen Auge erscheinen lassen.

Das Ende ist in sich abgeschlossen und hat mich zufrieden zurückgelassen. Dennoch kann ich es kaum erwarten, den nächsten Band in den Händen zu halten, in dem es um
Jubilee und Flynn geht und, der zum Glück noch dieses Jahr erscheinen soll.  

Fazit:

"These Broken Stars - Lilac und Tarver" ist der Auftakt einer tollen Jugendreihe aus der Feder der Autorinnen
Amie Kaufman und Meagan Spooner. Die Geschichte hat mich von Anfang an berührt und gefesselt, insbesondere auch durch die klar gezeichneten Charaktere, das außergewöhnliche Setting und den stetig spannenden Wechsel der Erzählperspektive. Ein geniales Buch, dessen Folgeband von mir sehnlichst erwartet wird. 




gebundenes Buch mit 496 Seiten
Autoren: Amie Kaufman und Megan Spooner
Übersetzer/in: Stefanie Frida Lemke
 

Verlag: Carlsen
Facebookauftritt des Verlags → HIER
erschienen: 27.05.2016

Alter: ab 14 Jahren
Preis: 19,99 Euro
ISBN:
978-3551583574
mehr Infos, Leseprobe und Einkauf über Verlag möglich → HIER

Vielen Dank an den Carlsen Verlag für die Zusendung eines Rezensionsexemplars.

Sonntag, 1. Mai 2016

Der Kuss des Raben

"Mila ist schön und rätselhaft. Ihre Vergangenheit will sie um jeden Preis geheim halten. In Moorstein sucht die Sechzehnjährige einen Neuanfang und findet ihre große Liebe. Tristan, eigentlich unerreichbar, erwählt ausgerechnet sie! Mila kann ihr Glück kaum fassen. Doch auch Tristan hat ein Geheimnis. Als in der Kleinstadt ein junger Mann namens Lucas auftaucht und das Haus der Rabenfrau in Besitz nimmt, erwachen die Schatten der Vergangenheit zum Leben. Denn Lucas und Tristan scheinen sich zu kennen – und zu hassen. Im undurchsichtigen Spiel der beiden gerät Mila zwischen die Fronten und findet sich plötzlich vor einem finsteren Abgrund wieder …" (Quelle: Arena Verlag)

Meine Meinung:

Das Tolle an den Büchern von Antje Babendererde ist, dass jedes von ihnen mir das Gefühl gibt, es sei ihr bestes und damit die Messlatte für alle nachfolgenden ganz hoch hängt. Logischerweise sollte man davon ausgehen, dass es dadurch irgendwann zu einer Enttäsuchung kommen muss, doch ich muss bisher sagen: weit gefehlt!

Ich weiß nicht, wie sie es macht, aber die Autorin schafft es jedes Mal, ihre Geschichten für mich zum Leben zu erwecken. Ich konnte das Haus von Lucas quasi vor mir sehen, ebenso wie die Straßen in dem kleinen Städtchen. Ganz mühelos erzeugt die Autorin Bilder in meinem Kopf - ein Film könnte das kaum besser.

Die Charaktere des Romans sind mir auf ganz unterschiedliche Weise begegnet. Mila ist ungeheuer mutig. Sie hat alles in ihrer Heimat zurückgelassen, um sich ihren Traum zu erfüllen, den sie verbissen verfolgt. Fast ganz auf sich allein gestellt, kommt sie in dem für sie fremden Land klar und beißt sich durch. Sie nimmt die täglichen Dinge, die sich ihr eröffnen, nicht als selbstverständlich hin, sondern hat aufgrund ihrer Erfahrungen ein Auge für das Detail.

Dabei ist sie ihren Freunden gegenüber stets etwas zurückhaltend. Man spürt, dass sie etwas verbirgt, und genau dieses Gefühl vermittelt sie mir auch als Charakter, so dass ich ihr zwar leider nicht richtig nahe kommen konnte, aber wodurch ihr Charakter ganz besonders authentisch wirkt. Und natürlich holt sie die Vergangenheit irgendwann ein, denn wir alle sind ein Produkt aus vergangenen Erlebnissen und Entscheidungen.

Auch Lucas schleppt so sein Päckchen mit sich herum. Im Gegensatz zu Mila hat er es jedoch geschafft, mich von Anfang an zu berühren. Seine Geschichte und er selbst wirken offener, auch wenn Dinge zunächst unausgesprochen bleiben. Zu ihm konnte ich schnell eine Verbindung aufbauen.

Die Geschichte beginnt mit einer kurzen Sequenz aus einer Rehaklinik, die einen kleinen Ausblick auf die Geschehnisse gibt. Sie besteht aus reinem Dialog und wirft schnell die Frage auf, wie es zu dieser Situation gekommen ist. Die Handlung selbst wird größtenteils als Rückblick erzählt, immer wieder durch kurze Szenen aus der Rehaklinik aufgelockert. Zum Schluss führt die Autorin die Stränge gekonnt zusammen und klärt alle Fragen.

Dabei fordert sie ihre Leser wie bei allen ihren Büchern zum Nachdenken auf. Besonders Themen wie Vertrauen und Vorurteile werden hier aufgegriffen, aber auch alltägliche Dinge, die junge Menschen bewegen.

Fazit:

Angefangen mit einer berührenden Liebesgeschichte beinhaltet "Der Kuss des Raben" von Antje Babendererde auch ganz viel Spannung und einen Hauch Mystery. Wie immer punktet die Autorin bei mir mit ihren gut beschriebenen Charakteren und dem Setting und der ganz besonderen Atmosphäre, die sie stets in ihren Büchern schafft. 





gebundenes Buch mit 496 Seiten
Verlag: Arena
Facebookauftritt des Verlags → HIER
erschienen: März 2016
Alter: ab 14 Jahren

Preis: 17,99 Euro
ISBN:
978-3-401-60009-3
mehr Infos und Leseprobe → HIER
Website der Autorin → HIER


Vielen Dank an den Arena Verlag für die Zusendung eines Rezensionsexemplars. 


 

Sonntag, 24. April 2016

Die längste Nacht

Das Abitur liegt endlich hinter Vita und sie brennt darauf, gemeinsam mit ihren Freunden Trixie und Danilo gen Süden zu reisen - nur weg von zu Hause. Die Atmosphäre hier ist sehr unterkühlt und je weiter die drei Freunde kommen, um so freier kann Vita atmen.

Doch dann verschlägt es die drei nach Viagello, den Ort, von dem Vita heimlich in einem unveröffentlichten Manuskript gelesen hat, dass ihrem Vater zugeschickt worden ist und, das ihn so sehr aufgewühlt hat. Dieser Ort strahlt eine magische Anziehungskraft auf Vita aus. Das gilt auch für den Seiltänzer Luca, dessen Bekanntschaft sie macht. Sie ahnt nicht, was Viagello tatsächlich für sie bedeutet bis die Erinnerungen sich nach und nach ihren Weg bahnen...

Meine Meinung:

Also eigentlich wollte ich das Buch gar nicht lesen. Nicht, dass ich die Autorin nicht mag, im Gegenteil, ich fand die Leseprobe sehr fesselnd geschrieben, aber die Geschichte klang sehr traurig und melancholisch und ich bin leider jemand, der bei solchen Büchern dann meist ein ganze Packung Taschentücher verbraucht.

Dann habe ich mich doch auf das Buch eingelassen und konnte einfach nicht mehr aufhören zu lesen. Gleich zu Beginn der Geschichte verstreut die Autorin ihre Brotkrumen und macht mich neugierig auf das, was damals in Italien geschehen ist. Man bekommt zwar eine leichte Ahnung, aber das tatsächlich Geschehene weicht dann doch noch mal ordentlich von dem ab, was ich mir vorgestellt habe.

Schneller als gedacht liegen die Karten hinsichtlich der Identitäten der Charaktere auf dem Tisch und ich war schon fast enttäuscht, weil ich dachte, dass alles Wichtige bereits erzählt worden ist. Doch dann ging es erst so richtig los. Die Spannung stieg und ich merkte, wie ich immer mehr der Lösung des Rätsels entgegenfieberte.

Die Charaktere selbst fand ich dabei überaus gelungen. Sie alle zeichneten sich durch ganz spezifische Eigenschaften aus und handelten die ganze Zeit sehr authentisch; nicht einmal habe ich irgendetwas von dem, was sie taten, hinterfragt. Auch die Beschreibungen Viagellos waren sehr detailliert, so dass man den Eindruck gewinnen konnte, man sei tatsächlich gemeinsam mit Vita und ihren Freunden dort.

 

Das Ende fand ich sehr überzeugend und war dann auch tatsächlich für mich tränenreich, aber dennoch überaus gelungen und das war auch okay so, denn Isabel Abedi hat es einfach geschafft, mich mit ihren Zeilen zu berühren und genau so etwas macht schließlich ein gutes Buch aus.

Fazit:

"Die längste Nacht" von Isabel Abedi ist ein Jugendroman, der mich sehr berührt hat. Auf sehr einfühlsame Weise beschreibt die Autorin den Weg einer jungen Frau in ihre Zukunft, die jedoch zunächst die ihr bislang unbekannte Vergangenheit aufarbeiten und Hindernisse aus dem Weg räumen muss. Gerne habe ich Vita auf diesem Weg begleitet und gemeinsam mit ihr der Wahrheit entgegengefiebert. 





gebundenes Buch mit 408 Seiten
Verlag: Arena
Autorin: Isabel Abedi
Facebookauftritt des Verlags → HIER
erschienen: März 2016
Alter: ab 14 Jahren
Preis: 19,99 Euro
ISBN: 
978-3-401-06189-4  
mehr Infos und Einkauf über Verlag möglich → HIER
Website der Autorin → HIER

Vielen Dank an den Arena Verlag für die Zusendung eines Rezensionsexemplars. 


Mittwoch, 20. Januar 2016

Krieger des Lichts

Quelle: jasminromanawelsch.com
"Mia ist sechzehn und hat diese seltsame Gabe. Sie kann Gefühle „lesen“ und jeden Menschen in ihrer Umgebung sofort als Neider oder Lügner entlarven. Was sich nützlich anhört, ist im Alltag eine Bürde. Mia ist eine Einzelgängerin, die mit erschreckender Regelmäßigkeit gegen Straßenlaternen läuft, weil sie sich unter vielen Menschen kaum konzentrieren kann.
Als sie sich eines Tages verfolgt fühlt, beginnt eine Verkettung seltsamer Zufälle, die ihr Leben aus der Spur werfen. Da sind auf einmal dieses Monster und der Junge mit dem Bogen auf der Schulter, der für einen Helden viel zu viel flucht.
Als am nächsten Tag auch noch der schönste Mann der Welt bei ihr zu Hause auftaucht und sie bittet, auf sein Internat zu wechseln, steht fest, dass bald nichts mehr so sein wird früher. Raphael leitet die Ars Vivendi, eine Schule, die als Deckmantel eines uralten Ordens dient, dem Mia sich anschließen soll. Sie ist eine Wächterin – außerwählt, ihre Welt zu beschützen und Frieden zu wahren.

Engel, Dämonen, Motorräder und Schwerter, all das soll sie in ihr Leben lassen und als ob das nicht schon schwierig genug wäre, muss sie sich auch noch mit ihrem fluchenden, misslaunigen Helden herumschlagen, von dem man durchaus auch fasziniert sein könnte.

Wahrscheinlich hat ihre Aufgabe etwas mit dem Schicksal zu tun, aber das wären die Worte eines Erzengels und Mia ist vorerst nur eine Wächterin in Ausbildung, also nennt sie es: `Neuanfang´ "(Quelle: jasminromanawelsch.com)
 
Meinung:

Ich glaube, so ein Buch hatte ich noch nie. Lange hatte ich es schon auf meiner Wunschliste und, als ich gelesen habe, dass die Reihe als Sammelband erscheinen würde, war das das Zeichen, auf das ich gewartet habe.

Das Buch hat schon wahnsinnig viele gute Rezensionen bekommen und dementsprechend bin ich mit sehr hohen Erwartungen ans Lesen gegangen. Dem Klappentext nach schien die Reihe eigentlich wie für mich gemacht.

Der Anfang ließ sich gut und interessant an und schnell war ich mittendrin und habe die Ereignisse um Mia mitverfolgt. Doch als sie dann in Raphaels Internat angekommen ist, geriet meine Begeisterung, ehrlich gesagt immer mehr ins Stocken. Da waren nicht nur ein oder zwei Männer an Mia interessiert, wie es in so vielen Jugendfantasyromanen üblich ist, sondern gleich fünf oder sechs! Darunter auch gestandene Männer, die schon einiges an Erfahrungen auf dem Buckel haben. Und diese Anziehung beruhte in jedem einzelnen Fall auf Gegenseitigkeit. Ich muss zugeben, das war für mich etwas zuviel des Guten. Ich bin sonst kein Buchabbrecher, aber in diesem Fall habe ich es ernsthaft in Erwägung gezogen.

Doch der Schreibstil der Autorin gefiel mir wirklich gut und trotz dieser Abneigung Mias Liebesleben gegenüber flogen die Seiten nur so dahin und ich blieb am Ball. Was soll ich sagen? Es hat sich voll und ganz gelohnt. Diese Reihe ist eine echte Wundertüte! Zum Ende des ersten Bandes wurde es dann zudem auch noch sehr spannend und ich war froh, gleich weiterlesen zu können.

Die erste Hälfte des zweiten Teils hat mich dann zwar noch einmal kurzfristig zurückgeworfen, weil ich mich unweigerlich an einen anderen, zweiten Band einer bekannten Fantasyreihe erinnert fühlte, aber ab der zweiten Hälfte gab es dann kein Halten mehr. Die Spannung stieg, der Lesefluss war großartig und der dritte und letzte Band fand uneingeschränkt meine Begeisterung. Ich habe zuletzt die halbe Nacht durchgelesen, weil ich einfach nicht aufhören konnte. Der Schluss war wirklich klasse und ließ mich ein wenig wehmütig zurück, weil die Geschichte nun ein Ende gefunden hatte.

Fazit:

Jasmin Romana Welsch konnte mich mit ihrem Sammelband "Krieger des Lichts" unheimlich gut unterhalten. Nach anfänglichen Schwierigkeiten hat mich die Trilogie derartig gefesselt, dass ich gar nicht mehr aufhören konnte zu lesen. Fantasy, Action und Romantik treffen hier in einer faszinierenden Mischung aufeinander und lassen keine Langeweile aufkommen. Die Autorin hat mich mit ihrem Schreibstil voll und ganz überzeugt; der nächste Band aus ihrer Feder steht schon bei mir in der Warteschleife...




 


ebook mit 182 Seiten
Autor/in: Jasmin Romana Welsch
Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform
erschienen: 26.11.2015
Preis: 9,99 Euro
ASIN: B018MQE2BG
mehr Infos, Leseprobe und Einkauf über Verlag möglich → HIER
Website der Autorin → HIER

Mittwoch, 21. Oktober 2015

Was die Spiegel wissen

"Es wird Herbst in Henrietta. Blue und die vier Raven Boys suchen noch immer nach dem Grab des walisischen Königs Glendower. Fast glauben sie sich am Ziel, als Adam eine beunruhigende Vision hat: Im magischen Wald Cabeswater gibt es drei Schlafende. Einer von ihnen darf unter gar keinen Umständen geweckt werden. Die Frage ist allerdings, welcher es ist und was geschieht, wenn er trotz aller Vorsicht aufwachen sollte. Währenddessen hat Blue ganz andere Sorgen: Ihre Mutter ist verschwunden und außer einer mysteriösen Nachricht gibt es keine Spur von ihr. Und dann sind da noch Blues Gefühle für Gansey, gegen die sie vergeblich anzukämpfen versucht. Denn ein Kuss von ihr könnte seinen Tod bedeuten ..." (Quelle: script5 Verlag)
 

Meine Meinung:

Der dritte Teil der Raven Boys-Reihe präsentiert sich mit einem ähnlichen Cover wie seine Vorgänger. Leicht abgewandelt und mit einem anderen, farblichen Grundton passt er perfekt zur Reihe. Der Klappentext ist spannend gehalten, verrät jedoch nahezu nichts über den Inhalt des Buches. Das finde ich gut für diejenigen, die in der Reihe noch nicht so weit fortgeschritten sind. Zudem ist es sowieso ratsamer, die Bücher der Reihe nach zu lesen, da man ansonsten die Zusammenhänge nur schwer versteht.

Maggie Stiefvaters Bücher liebe ich schon lange. Ihr ruhiger und gleichzeitig eindringlicher Schreibstil übt jedes Mal eine fesselnde Wirkung auf mich aus, so dass es mir unmöglich wird, mich der Geschichte zu entziehen.
Schnell war ich wieder mitten im Geschehen, ohne, dass ich einer besonderen Einführung bedurfte.
 
 
Blue ist mir bereits in den ersten beiden Teilen ans Herz gewachsen und ich konnte mich wieder sehr gut in sie hineinversetzen. Ich fand es bewundernswert, wie sie die Situation mit ihrer Mutter gehändelt hat. Natürlich ist sie durch ihr außergewöhnliches Leben mit den ganzen, hellsichtigen Frauen eine Menge gewohnt, doch ihre Mutter ist ihre direkte Bezugsperson und die beiden stehen sich sehr nahe. Es hat mich ein wenig böse gemacht, wie leichtsinnig ihre Mutter alles aufs Spiel gesetzt hat.

Die Tatsache, dass Blue die einzige nicht hellsichtige Person in einem Haushalt mit so vielen magisch talentierten Frauen ist, und magisch eher eine inaktive Veranlagung hat, finde ich nach wie vor sehr interessant und es hat den Anschein, als würde dies Blue so nach und nach akzeptieren. Doch das Erscheinen eines neuen Charakters rührt erneut an ihrer Hoffnung, doch mehr zu können, als ein magischer Verstärker zu sein.
Und über allem schwebt zudem immer noch die Prophezeiung, dass Blue ihre wahre Liebe mit einem Kuss töten wird, wie ein Damoklesschwert im Raum. 


Doch nicht nur Blue ist ein eindrucksvoller Charakter dieses Buches, sondern auch alle anderen Haupt- und Nebenakteure. Jedem einzelnen von ihnen gibt Maggie Stiefvater ein Gesicht, einprägsame Eigenschaften und einen unverwechselbaren Hintergrund. Inzwischen hat man als Leser einen tieferen Einblick in die Vergangenheit der Jungs bekommen. Denn die ist es, die sie zu dem machen, was sie heute sind und, die sie letzten Endes auch zusammengeführt hat. Jeder von ihnen hat etwas, dass der Suche nach Glendower zuträglich ist und keinen von ihnen wollte ich in der Geschichte missen. Sie alle haben ihren vorherbestimmten und sinnvollen Platz in dieser gut durchdachten Handlung.

Besonders ins Herz geschlossen habe ich mittlerweile Mr. Gray. Das ist umso merkwürdiger, als dass er doch eine sehr eigenwillige Rolle in dieser Geschichte hat, aber irgendwie kann ich mich seinem Charme einfach nicht entziehen.
 
 

Für diese Reihe sollte man sich als Leser sehr viel Zeit nehmen, damit man sie aufmerksam lesen kann, denn die Erzählung ist teilweise sehr komplex und bestückt mit Andeutungen, die man beim oberflächlichen Lesen vielleicht überliest. Die Welt, die die Autorin hier geschaffen hat, ist wohl durchdacht und ich bin jetzt schon gespannt, wie sie zum Schluss alle losen Enden zusammenführen wird. Das Ende dieses Bandes hat mich jedenfalls nicht nur überrascht, sondern lässt mich ängstlich auf das weitere Geschehen warten.

Fazit:

"Was die Spiegel wissen" ist der dritte und vorletzte Teil der Reihe von Maggie Stiefvater rund um die Raven Boys. Die faszinierende Handlung hatte mich schnell wieder hinabgezogen in eine Welt, in der die Magie noch präsent ist. Einprägsame Charaktere in einer atmosphärisch dichten Handlung, die sich um Liebe, Tod, Magie und Freundschaft rankt, haben mich gefesselt und lassen mich auch so schnell nicht wieder los. Ich fiebere jetzt schon ungeduldig dem Finale entgegen.





gebundenes Buch mit 448 Seiten
Autor/in: Maggie Stiefvater
Übersetzer/in: Sandra Knuffinke und Jessika Komina
Verlag: script 5
Facebookauftritt des Verlags → HIER
erschienen: 21.09.2015
Alter: ab 16 Jahren
Preis: 18,95 Euro
ISBN:
978-3-7855-8330-2
mehr Infos, Leseprobe und Einkauf über Verlag möglich → HIER
Website der Autorin → HIER

Donnerstag, 15. Oktober 2015

Blutwald

Nach dem furchtbaren Ausgang des Angriffs der Leonen auf die Tauren, ist es nun an Robin, Almaras Platz auf seinen Wunsch einzunehmen. Doch eigentlich fühlt sie sich mit der ganzen Situation überfordert. Ein Teil der Leonen stellt sich offen gegen sie und erst spät besinnt sich Robin auf die Verantwortung, die sie nun hat.

Zudem ist inzwischen klar, dass die Leonen dieses Mal nicht ihre Abgabe an die Tauren erfüllen können und voller Angst warten alle auf die möglichen Folgen. Aber Barnabas überrascht sie mit einer einzigen Forderung: Robin, seine Tochter. Er will, dass sie fortan in seinem Stamm lebt und alles andere hinter sich lässt. Wird sie sich zu einer solch folgenschweren Entscheidung durchringen können? Und was ist mit Emilian?


Meine Meinung:

Der erste Band der Trilogie hatte mir unheimlich gut gefallen und so habe ich mich sehr auf die Fortsetzung gefreut. Auch hier sind wieder Cover und Klappentext des Buches sehr ansprechend gestaltet und haben mich neugierig gemacht. Optisch fügt sich der zweite Teil sehr gut neben seinem Vorgänger ins Regal ein.

Schnell war ich wieder in der Handlung drin und der fesselnde Schreibstil von Julie Heiland hat mich durch die Seiten fliegen lassen. Dabei hat sie das Buch in verschiedene Erzählstränge gegliedert. Robins Geschichte wird in der Ich-Form wiedergegeben, die der anderen in der dritten Person, was die Spannung  nach meinem Gefühl enorm gesteigert hat. Die Passagen mit Robin sind jedoch viel stärker vertreten, was mich gefreut hat, denn das Mädchen ist mir sehr ans Herz gewachsen.

Nach dem furchtbaren Ende des ersten Bandes ist Robin mehr oder weniger handlungsunfähig. Die Trauer erdrückt sie, ebenso wie die Verantwortung, die ihr gegen ihren Willen aufgebürdet worden ist. Unmut macht sich unter den Leonen breit. Gerade als es ansatzweise wieder aufwärts geht, kommt die Forderung von Birkaras, zu ihr zu kommen und Teil seines Stammes zu werden.

Ich habe die ganze Zeit mit Robin mitgelitten. Sie hat unmögliche Entscheidungen zu treffen und ihre Einsamkeit springt förmlich zwischen den Zeilen heraus. Sie hat Angst noch irgendwen an sich heranzulassen und ich konnte das voll und ganz nachvollziehen. Zum Glück hat sie aber auch ein großes Herz und ungeheuer viel Mut, ohne den sie so manche Situation bestimmt nicht überstanden hätte.

Auch Emilian hat gelitten und die neue Situation ist nahezu untragbar für ihn. Ähnlich wie Robin reagiert er nach außen hin mit Ablehnung und isoliert sich selbst immer mehr. Nicht zu vergessen ist auch Birkaras, der in diesem Band viel präsenter ist als zuvor. Diesen Mann kann man einfach nur als böse bezeichnen und doch muss es auch für ihn mal andere Zeiten gegeben haben, in denen ihm auch andere Dinge als Macht wichtig gewesen sind.

Gut gefallen hat mir auch ein neuer Nebencharakter in diesem Roman: Melvin. Ich möchte an dieser Stelle nicht zuviel über ihn verraten, aber ich fand ihn sehr interessant dargestellt und er hat die Handlung meiner Meinung nach sehr bereichert.

Das Ende fand ich ungeheuer spannend; am liebsten hätte ich sofort weitergelesen, doch leider muss ich mich noch gedulden. Zum Glück nicht allzu lange, denn ich brenne darauf, zu erfahren, wie die Geschichte für Robin und Emilian weitergeht. 

Fazit:

Julie Heilands "Blutwald" ist der zweite Teil einer fantastischen Trilogie, der mir wahnsinnig gut gefallen hat. Der Roman ist ein absolut spannendes und emotionales Leseerlebnis, das man nicht verpassen sollte, und, das mit seinen eindrucksvollen Charakteren, dem genialen Schreibstil und einer sehr interessanten und gut umgesetzten Grundidee punkten kann.






gebundenes Buch mit 432 Seiten
Verlag: Fischer FJB
Facebookauftritt des VerlagsHIER
erschienen: 22.09.2015
Alter: ab 14 Jahren

Preis: 16,99 Euro
ISBN: 
978-3-8414-2109-8
mehr Infos, Leseprobe und Einkauf über Verlag möglich → HIER
Website der Autorin → HIER

Vielen Dank an den Fischer Verlag für die Zusendung eines Rezensionsexemplars.

Montag, 12. Oktober 2015

Märchenhaft erwählt

Quelle: mayashepherd.blogspot.de
"Es war einmal ein Prinz namens Lean, der seit seiner Geburt mit dem schrecklichen Fluch lebte, dass sein erster Kuss eines Tages großes Unheil über das Königreich Chòraleio bringen würde. Nur seine wahre Liebe kann ihn retten.
Die zwölf schönsten Mädchen des Landes werden bei einer großen Auswahl erwählt – eine von ihnen wird Prinz Lean heiraten. Doch bis dahin liegt noch ein langer Weg vor ihnen. Es gilt Prüfungen zu bestehen, die den Mädchen alles abverlangen werden. Wie weit sind sie bereit für ein besseres Leben und die Chance auf die große Liebe zu gehen?" (Quelle: mayashepherd.blogspot.de )

Meine Meinung:

Selbst wenn ich noch nichts von Maya Shepherd gelesen hätte, dann hätte es auf jeden Fall dieses wunderschöne Cover geschafft, meine Aufmerksamkeit zu erregen.

Gut gelungen finde ich den Schreibstil der Autorin, der tatsächlich märchenhaft ist. Zwar hat dies auch zur Folge, dass mir die Charaktere nicht so richtig nahegekommen sind, aber der Stil des Romans ist hier sehr gut getroffen.

Prinz Lean ist der typische Märchenprinz, der zunächst einen relativ oberflächlichen Eindruck macht. Erst spät zeigt er auch eine andere Seite von sich. Was mich ein wenig irritiert hat, ist, dass die zukünftige Braut des Prinzen, so viele gefährliche Tests überstehen muss und, dass der Prinz dies alles gutheißt. Mal abgesehen davon, dass man normalerweise nicht möchte, dass sich jemand, den man liebt, in Gefahr begibt, finde ich persönlich dieses Verhalten nicht sehr zuträglich für die Männlichkeit des Prinzen. Aber mit Blick auf den Märchencharakter des Buches ist das sicherlich nachrangig.
 
Die furchtlose Heera und ihre Schwester Medea könnten unterschiedlicher nicht sein. Heera ist gutherzig, hilfsbereit und fleißig, ist aber eher wie ein Mann aufgewachsen und harte Arbeit gewohnt. Sie ersetzt den Eltern den Sohn, den sie nie gehabt haben, erhält dafür aber meist nur vom Vater Anerkennung. Für meinen Geschmack übertreibt sie es aber ein wenig zu oft, denn nur, weil man schwere Arbeit gewohnt ist, heißt das nicht, dass man auch ein schlechtes Benehmen an den Tag legen muss.

Ihre jüngere Schwester Medea ist für ihre außergewöhnliche Singstimme und ihre Schönheit bekannt und zieht daraus auch ein ordentliches Selbstbewusstsein. Im Gegensatz zu Heera handelt sie jedoch nicht immer uneigennützig, so dass ich mich mit ihr so gar nicht anfreunden konnte.

Es hat Spaß gemacht, die in dem Buch angesprochenen Märchen, auf die Bezug genommen wird, zu entdecken und selbst darüberhinaus wurde ich noch fündig. Als erklärter Fan des "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel"-Films habe ich mich gefreut, eine meine Lieblingsszenen, die Jagdszene aus dem winterlichen Wald, wiederzuentdecken.

Fazit:

"Märchenhaft erwählt" ist der Auftakt einer Trilogie von Maya Shepherd, in der es wahrhaft märchenhaft zugeht. Auch wenn ich mit den Charakteren leider nicht so ganz warmgeworden bin, so fühlte ich mich dennoch durchgehend gut unterhalten. Fans von Märchen werden hier auf jeden Fall auf ihre Kosten kommen. 





Taschenbuch mit 344 Seiten
Autorin: Maya Shepherd
 
Verlag: Books on Demand 
erschienen: 28.08.2015 
Preis: 11,99 Euro
ISBN: 978-3734759826
mehr Infos, Leseprobe und Einkauf möglich → HIER
Website der Autorin → HIER

Vielen Dank an Maya Shepherd für die Zusendung eines Rezensionsexemplars

Donnerstag, 24. September 2015

Das Lied der Elfen - Weltenmagie III

Kaynes, Leánas und Robs Reise in die Elfenwelt Sharevyon hat sich inzwischen als gefährliches Wagnis herausgestellt. Sharevyon ist eine sterbende Welt, die von den Mysharen bis zur Erbarmungslosigkeit ausgequetscht worden ist. Vergeblich warten die Freunde auf die Rückkehr von Nordhalan. Währenddessen riskieren sie alles, um sich und die letzten Elfen dieser Welt zu retten. Doch die Mysharen scheinen unbesiegbar. Werden sich Kayne, Leána, Rob und ihre Freunde noch retten können?

Zur gleichen Zeit kämpfen die Bewohner von Albany verzweifelt darum, ihre Lieben zurückholen zu können. Zudem macht dort weiterhin der Bärtige jagt auf Nebelhexen und schreckt auch vor weiteren Angriffen gegen die Familie von Northcliff nicht zurück. Ein Krieg scheint unmittelbar bevorzustehen.
 

Meine Meinung:

Begeistert habe ich auf das Finale der Trilogie gewartet. Der Einstieg in das wunderschön gestaltete Buch war mühelos, viel zu einprägsam war die Geschichte und die Charaktere, als dass ich mich nicht gleich wieder sofort zurechtgefunden hätte. Der Schreibstil und die Handlung haben mich schnell wieder so sehr gefesselt, dass ich die Realität um mich herum total ausgeblendet habe.


Die Charaktere habe ich bereits in den Bänden zuvor so liebgewonnen, dass es eine Freude war, sie erneut zu begleiten. Allesamt sind sie sehr klar gezeichnet und schnell fühlt man sich mit ihnen verbunden. Gerade deswegen habe ich schon am Anfang gezittert, wer es dieses Mal von ihnen wohl nicht bis zum Ende schaffen wird.

Natürlich haben sich die Charaktere auch weiterentwickelt. Toran scheint ein ganzes Stück erwachsener geworden zu sein und auch Kayne verlässt endlich seine ständige Abwehrhaltung und lässt die Nähe anderer Wesen zu. Sie sind alle an den Ereignissen gewachsen; Verluste und die drohende Gefahr rücken die wirklich wichtigen Dinge an ihren angestammten Platz.

Dabei bleibt eindeutig Kayne mein Liebling in dieser Reihe. Vielleicht liegt es daran, dass seine familiäre Situation und seine Kindheit im Gegensatz zu der von Leána und Toran weitaus unschöner war. Ich wollte unbedingt, dass er zu den Dingen kommt, die ihm wichtig sind, dass er diejenige, mit der er sein Leben verbringen will, für sich gewinnen kann und, dass er endlich akzeptiert wird, als der, der er ist und nicht gefürchtet und verachtet wird als Sohn seines Vaters. Er ist immer loyal gegenüber seinen Freunden und auch darauf bedacht, niemanden mutwillig Schaden zuzufügen. Zudem ist er ungeheuer stark und ich habe ihn dafür bewundert, wie er es geschafft hat, sich zu verändern und über sich hinauszuwachsen.

 

Gut gefallen hat mir auch wieder der Zusammenhalt und die Freundschaft, die die Protagonisten miteinander teilen. Sie ist ihre größte Stärke, denn nur gemeinsam können sie gegen die aktuelle Situation ankämpfen.

Denn die Situation in Albany und
Sharevyon wird immer dramatischer. Dabei steigt die Spannung kontinuierlich und die Absichten und Taten einzelner Charaktere sind selten vorhersehbar. Zum Ende spitzt sich die Lage immer mehr zu und mündet in einem grandiosen Showdown auf allen Ebenen. Alle offenen Erzählstränge werden zu einem stimmigen Ganzen geführt, das definitiv mal wieder Taschentuchalarm bei mir ausgelöst hat. Gleichzeitig erweckt bei mir die Konstellation am Schluss die Hoffnung, dass die Autorin ihren Lesern vielleicht noch eine weitere Trilogie aus Albany bescheren wird. 

Fazit: 

 
"Das Lied der Elfen - Weltenmagie III" ist das fulminante Finale der Trilogie von Aileen P. Roberts, die mich mit ihrem wundervollen Weltenbild und den starken Charakteren erneut verzaubern konnte. Die atemberaubende Spannung in der Geschichte brach nie ab und gipfelte in einem gut durchdachten und stimmigen Finale. Ich hoffe sehr, dass es trotz dieses großartigen Schlusses in der Zukunft ein Wiedersehen in Albany geben wird, denn es fällt mir schwer, mich von dieser Welt und seinen Bewohnern zu verabschieden. 





Klappenbroschur mit 608 Seiten
Verlag: Goldmann
Facebookauftritt des Verlags → HIER
erschienen: 14.09.2015
Preis: 12,99 Euro
ISBN: 
978-3-442-48107-1
mehr Infos, Leseprobe und Einkauf über Verlag möglich → HIER
Website der Autorin → HIER


Vielen Dank an den Goldmann Verlag für die Zusendung eines Rezensionsexemplars.

Donnerstag, 17. September 2015

The Bone Season - Die Denkerfürsten

Paige Mahoney hat es geschafft und ist der brutalen Strafkolonie Sheol I entkommen. Die Verluste auf Seiten der Flüchtlinge sind hoch und noch immer ist sie auf der Suche nach den wenigen Entkommenen. Zudem ist sie jetzt die meistgesuchte Person von ganz London und Scion versucht alles, um sie wieder zu fassen.

Deswegen muss sie ständig in Bewegung bleiben und überlegt, ob sie zum Schutz ihres ehemaligen Denkerfürsten Jaxon Hall zurückkehren soll, dem sie dann wieder zu Diensten sein müsste. Während Scion plant, ganz neue Geschütze gegen die Seher aufzuziehen, ereignen sich furchtbare Dinge im Untergrund der Stadt. Wird Paige die Seher von London retten können und wem kann sie in diesem Pfuhl aus Macht und Gier noch vertrauen?

Meine Meinung:

Ich fand den ersten Band der Reihe unheimlich genial und konnte die Fortsetzung schon gar nicht mehr erwarten. Das geheimnisvolle Cover und der spannende Klappentext haben mich sehr neugierig gemacht und versprachen langanhaltende Spannung.
 

Am Anfang habe ich mich ein wenig schwergetan, wieder in das Geschehen hineinzukommen, da die Lektüre des ersten Teils nun doch schon eine Weile her ist und die vielen Namen und  fremdklingenden Bezeichnungen für die einzelnen magienutzenden Wesen mich verwirrt haben. Dieses Mal waren die vor dem eigentlichen Roman präsentierten Diagramme und Zeichnungen eine echte Hilfe für mich, ebenso wie das angehängte Glossar, das sehr aufschlussreich ist und, auf das ich gerne zurückgegriffen habe.

Inzwischen hat Paige sich natürlich verändert. Die Erlebnisse in Sheol I haben einen anderen Menschen aus ihr gemacht. Die Flucht war hart und hat viele Leben gekostet. Trotz des Bandes, das sie mit dem Wächter verbindet, hat sie keine Ahnung, wo sie ihn finden kann oder, ob ihm etwas zugestoßen ist. Zudem drängt Jaxon Hall auf ihre Rückkehr an seine Seite als Ganovenbraut. Die Umstände zwingen Paige dazu, dem nachzukommen, obwohl dies gegen ihre eigentlichen Pläne ist, denn sie will die Seher Londons vor Scion und den Rephaims beschützen.

Der zweite Band der Reihe kommt nach meinem Empfinden erst langsam in Fahrt. Erst ab der zweiten Hälfte kann ich die Spannung wieder ganz deutlich spüren. Von da an ist es mir nicht mehr möglich, das Buch an die Seite zu legen.

 

Die Welt, die Samantha Shannon geschaffen hat, ist ungeheuer komplex und von Anfang bis Ende gut durchdacht. Das trifft auch auf die vielen Charaktere zu, die alle ihren bestimmten Platz in dieser Geschichte haben und dort ihren Zweck erfüllen. Sie sind sehr komplex und nicht immer gleich zu durchschauen. Umso reizvoller ist es, herauszufinden, was sich tatsächlich hinter ihrem Verhalten verbirgt.

Dreh- und Angelpunkt dieses Romans ist immer noch der Æther und seine Geheimnisse. Wer ihn sich zunutze machen kann, hat Macht, ist aber auch gleichzeitig gefürchtet. Die normalen Menschen sind sich seiner Existenz nicht einmal bewusst, nur die seherisch Begabten sind in der Lage, mit ihm in Kontakt zu treten. Paige ist eine der wenigen, die auch mit ihm interagieren können. Doch auch die Rephaim sind hierzu in der Lage und das noch viel leichter, als es für Paige ist.

Schade fand ich, dass die Rephaim in diesem Band erst spät auf den Plan treten. Sie sind irgendwie für mich das Salz in der Suppe dieser Geschichte und, nachdem sie im ersten Teil so präsent waren, haben ich sie hier fast ein wenig vermisst.
 

Das Ende dieses zweiten Teils ist offen und der dort platzierte Cliffhanger, hat mich fast um den Verstand gebracht. Ich mag gar nicht darüber nachdenken, wie lange ich jetzt auf die Fortsetzung warten muss und befürchte, dass die Autorin mich mit dieser Taktik, bei einer auf sieben Teile ausgelegten Reihe, wahrscheinlich wirklich in den Wahnsinn treiben wird.

Fazit:

Auch in "The Bone Season - Die Denkerfürsten" punktet Samantha Shannon mit vielschichtigen Charakteren in einer detailliert beschriebenen, magischen Welt der Zukunft, mit der sie mich verzaubern konnte. Spannend präsentiert sich die Fortsetzung und ich bin abermals überrascht von dem Ideenreichtum der Autorin und der gekonnten Umsetzung, mit der sie mich jetzt schon unheimlich neugierig auf die Fortsetzung macht.





  
gebundenes Buch mit 624 Seiten
Autorin: Samantha Shannon
Übersetzer/in: Charlotte Lungstrass-Kapfer
Verlag: Bloomsbury Berlin
Facebookauftritt der Reihe → HIER
erschienen: 14.09.2015
Preis: 17,99 Euro
ISBN: 978-3-8270-1230-2
mehr Infos, Leseprobe und Einkauf über den Verlag möglich → HIER
Website der Autorin → HIER

Vielen Dank an Bloomsbury Berlin für die Zusendung eines Rezensionsexemplars.