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Donnerstag, 24. September 2015

Das Lied der Elfen - Weltenmagie III

Kaynes, Leánas und Robs Reise in die Elfenwelt Sharevyon hat sich inzwischen als gefährliches Wagnis herausgestellt. Sharevyon ist eine sterbende Welt, die von den Mysharen bis zur Erbarmungslosigkeit ausgequetscht worden ist. Vergeblich warten die Freunde auf die Rückkehr von Nordhalan. Währenddessen riskieren sie alles, um sich und die letzten Elfen dieser Welt zu retten. Doch die Mysharen scheinen unbesiegbar. Werden sich Kayne, Leána, Rob und ihre Freunde noch retten können?

Zur gleichen Zeit kämpfen die Bewohner von Albany verzweifelt darum, ihre Lieben zurückholen zu können. Zudem macht dort weiterhin der Bärtige jagt auf Nebelhexen und schreckt auch vor weiteren Angriffen gegen die Familie von Northcliff nicht zurück. Ein Krieg scheint unmittelbar bevorzustehen.
 

Meine Meinung:

Begeistert habe ich auf das Finale der Trilogie gewartet. Der Einstieg in das wunderschön gestaltete Buch war mühelos, viel zu einprägsam war die Geschichte und die Charaktere, als dass ich mich nicht gleich wieder sofort zurechtgefunden hätte. Der Schreibstil und die Handlung haben mich schnell wieder so sehr gefesselt, dass ich die Realität um mich herum total ausgeblendet habe.


Die Charaktere habe ich bereits in den Bänden zuvor so liebgewonnen, dass es eine Freude war, sie erneut zu begleiten. Allesamt sind sie sehr klar gezeichnet und schnell fühlt man sich mit ihnen verbunden. Gerade deswegen habe ich schon am Anfang gezittert, wer es dieses Mal von ihnen wohl nicht bis zum Ende schaffen wird.

Natürlich haben sich die Charaktere auch weiterentwickelt. Toran scheint ein ganzes Stück erwachsener geworden zu sein und auch Kayne verlässt endlich seine ständige Abwehrhaltung und lässt die Nähe anderer Wesen zu. Sie sind alle an den Ereignissen gewachsen; Verluste und die drohende Gefahr rücken die wirklich wichtigen Dinge an ihren angestammten Platz.

Dabei bleibt eindeutig Kayne mein Liebling in dieser Reihe. Vielleicht liegt es daran, dass seine familiäre Situation und seine Kindheit im Gegensatz zu der von Leána und Toran weitaus unschöner war. Ich wollte unbedingt, dass er zu den Dingen kommt, die ihm wichtig sind, dass er diejenige, mit der er sein Leben verbringen will, für sich gewinnen kann und, dass er endlich akzeptiert wird, als der, der er ist und nicht gefürchtet und verachtet wird als Sohn seines Vaters. Er ist immer loyal gegenüber seinen Freunden und auch darauf bedacht, niemanden mutwillig Schaden zuzufügen. Zudem ist er ungeheuer stark und ich habe ihn dafür bewundert, wie er es geschafft hat, sich zu verändern und über sich hinauszuwachsen.

 

Gut gefallen hat mir auch wieder der Zusammenhalt und die Freundschaft, die die Protagonisten miteinander teilen. Sie ist ihre größte Stärke, denn nur gemeinsam können sie gegen die aktuelle Situation ankämpfen.

Denn die Situation in Albany und
Sharevyon wird immer dramatischer. Dabei steigt die Spannung kontinuierlich und die Absichten und Taten einzelner Charaktere sind selten vorhersehbar. Zum Ende spitzt sich die Lage immer mehr zu und mündet in einem grandiosen Showdown auf allen Ebenen. Alle offenen Erzählstränge werden zu einem stimmigen Ganzen geführt, das definitiv mal wieder Taschentuchalarm bei mir ausgelöst hat. Gleichzeitig erweckt bei mir die Konstellation am Schluss die Hoffnung, dass die Autorin ihren Lesern vielleicht noch eine weitere Trilogie aus Albany bescheren wird. 

Fazit: 

 
"Das Lied der Elfen - Weltenmagie III" ist das fulminante Finale der Trilogie von Aileen P. Roberts, die mich mit ihrem wundervollen Weltenbild und den starken Charakteren erneut verzaubern konnte. Die atemberaubende Spannung in der Geschichte brach nie ab und gipfelte in einem gut durchdachten und stimmigen Finale. Ich hoffe sehr, dass es trotz dieses großartigen Schlusses in der Zukunft ein Wiedersehen in Albany geben wird, denn es fällt mir schwer, mich von dieser Welt und seinen Bewohnern zu verabschieden. 





Klappenbroschur mit 608 Seiten
Verlag: Goldmann
Facebookauftritt des Verlags → HIER
erschienen: 14.09.2015
Preis: 12,99 Euro
ISBN: 
978-3-442-48107-1
mehr Infos, Leseprobe und Einkauf über Verlag möglich → HIER
Website der Autorin → HIER


Vielen Dank an den Goldmann Verlag für die Zusendung eines Rezensionsexemplars.

Mittwoch, 2. Januar 2013

Zirkel

Engelsfors ist eine kleine Stadt in Schweden, die ihre Blütezeit schon lange hinter sich hat. Hier ist das Zuhause von Minoo, Anna-Karin, Vanessa, Ina, Rebecka und Linnéa, die alle das örtliche Gymnasium besuchen. Sechs Mädchen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Ihr Leben wird plötzlich erschüttert, als Minoo und Linnéa zufällig die Leiche von Linnéas bestem Freund Elias finden. Offiziell heisst es, er habe Selbstmord begangen und anfangs zweifelt hiean auch niemand. Doch als die Mädchen eines Abends sich während eines blutroten Mondes, der nur für wenige sichtbar ist, gegen ihren Willen in einem alten Vergnügungspark wiederfinden, beginnt für sie ein neuer Lebensabschnitt, der ihnen viele neue Erkenntnisse bringt. Denn gemeinsam sind sie auserwählt gegen das Böse zu kämpfen. Ihre Stärke ist die Gemeinschaft, der Zirkel, den sie bilden, doch diese Einheit will sich einfach nicht einstellen. Als ein Mädchen ihres Zirkels angeblich auch Selbstmord begeht, sickert langsam die Erkenntnis durch, dass sie unbedingt zusammenarbeiten müssen, denn das Böse ist bereits hinter ihnen her und sie sind weder in der Lage sich selbst zu schützen, noch sich ihrer unterschiedlichen, magischen Fähigkeiten zu bedienen. Werden die Mädchen eine Einheit bilden können? Und wer will ihren Tod und wem können sie trauen?

"Zirkel" liegt schon eine ganze Weile in meinem Regal und ich habe mich wahnsinnig gefreut, dass ich über die Feiertage endlich die Zeit hatte, mich dem Roman, an den ich sehr hohe Erwartungen hatte, widmen zu können. Anfangs hatte ich ein wenig Schwierigkeiten, mich in die Geschichte hineinzufinden. Zu viele Charaktere auf einmal forderten meine Aufmerksamkeit und es war nicht immer leicht, den Überblick zu behalten. Zudem wird der Roman immer abwechselnd aus der Sicht der jeweiligen Mädchen erzählt und die ständigen Wechsel und der etwas kühle Erzählstil, der gelegentlich von gewöhnungsbedürftigen Sätzen mit fehlendem Subjekt unterbrochen wurde, ließen mich nicht so schnell Zugang finden. Doch zum Glück ist der erste Band der Trilogie ja sehr lang und ungefähr ab der Hälfte des Buches hatte es mich dann gepackt und die Handlung floss nur noch dahin. Die Spannung war endlich greifbar und ich fieberte der Entlarvung des Täters entgegen.

Inzwischen konnte ich mich auch nicht mehr dem Charme der einzelnen Mädchen entziehen, da ich sie im Laufe der Geschichte nun immer besser kennenlernen durfte. Da ist zum einen Minoo, ein Einzelkind, dessen Eltern beide angesehene Berufe ausüben und der es eigentlich an nichts fehlt. Außer an Selbstbewußtsein. Denn obwohl sie nicht nur über herausragende Intelligenz, sondern auch ein hübsches Äußeres verfügt, sieht sie sich selbst eher als Besserwisser-Freak, mit dem niemand etwas zu tun haben will, am wenigsten ihr Schwarm, der Junglehrer Max.
Vanessa hingegen ist ein frühzeitiger "Unfall" ihrer Mutter und hat schwer zu kämpfen mit den Verlierern, die ihre Mutter in ihrer Kindheit immer angeschleppt hat. Der aktuelle Freund Nicke hält sich leider schon sehr lange, zumal sie inzwischen ein gemeinsames Kind, Vanessas Stiefbruder Melvin, haben. Nicke lässt sie bei jeder Gelegenheit seinen Unmut spüren und gemeinsam schaukeln sich die beiden immer höher, so dass Streitigkeiten, nicht zuletzt wegen ihres Freundes Wille, an der Tagesordnung sind.
Die auf einem etwas entlegenen Hof aufgewachsene Anna-Karin ist schon lange mit ihrem Leben unzufrieden. Sie lebt allein mit einer psychotischen Mutter und ihrem Großvater und ihr einziges Bestreben liegt darin, nicht zur täglichen Zielscheibe ihrer Mitschüler zu werden. Mitschüler, wie Ina eine ist, die sich profilieren will, indem sie andere Menschen heruntermacht und dadurch eine gefürchtete Achtung erlangt.
Rebecka hat sich bereits von klein auf um ihre Brüder und Schwestern kümmern müssen, da ihr Vater unter der Woche abwesend und ihre Mutter in ihrem Job als Krankenschwester sehr gestresst ist. Seit einiger Zeit ist sie mit dem Schulschwarm Gustaf zusammen und lebt in der ständigen Angst, dass er von ihrer Essstörung erfahren könnte. Sie ist das Bindeglied des Zirkels und wird von allen als einzige gleichermaßen respektiert.
Währenddessen Linnéa schon allein aufgrund ihrer schrägen Klamotten und der Freundschaft zu Elias eine klare Außenseiterin ist. Ihr Familienlieben ist praktisch gar nicht vorhanden und es gibt fast nichts, was sie nicht bereits in ihren jungen Jahren ausprobiert hätte.

Doch die Mädchen sind nicht die einzigen bemerkenswerten Charaktere der Geschichte, die einen, je länger man ihr folgt, gnadenlos fesselt. Besonders gefallen hat mir aber, wie realistisch alle beschrieben sind und, dass die Autoren nicht zu sehr ins Fantastische abgedriftet sind. Die Mädchen wirken sehr glaubwürdig, was die jugendliche Sprache zusätzlich betont. Sie alle haben mehr oder weniger typische Probleme ihrer Altersklasse und sind noch auf der Suche nach sich selbst. Doch die Ereignisse um sie herum lassen sie ein wenig reifen und ich bin sehr gespannt, wie sich die Mädchen im nächsten Band der Trilogie entwickeln werden. Der im Dressler Verlag erschienene Roman "Zirkel" von Mats Strandberg und Sara Bergmark Elfgren ist der spannende Auftakt einer Jungendfantasyreihe, die mit ihrem besonderen Stil aus der Masse heraussticht. Aufgrund der leichten Schwäche am Anfang vergebe ich hier "nur" 4,5 Wölfe, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass der nächste Band das locker toppen wird.





Die Trilogie hat übrigens eine eigene Seite im Netz mit tollen Extras, Trailer, Leseproben und Co. Ein echtes Muss für Fans → KLICK

Format: gebundenes Buch
Seitenanzahl: 608
Preis: 19,95 Euro
Alter: ab 14 Jahren
ISBN: 978-3-7915-2854-0
Einkauf direkt über Verlag möglich und zwar hier → KLICK

Samstag, 29. Dezember 2012

MondSilberTraum

Endlich ist Emma wieder mit Calum zusammen. Zu ihrem Schutz bringt er sie zurück nach Avallach, wo sie jedoch schon bald von Elin und seiner Gruppe angegriffen werden. Durch seine Verbindung mit den mächtigen und gefährlichen Undinen ist er so stark geworden, dass die Barrieren zusammenbrechen und ganz Avallach anschließend überflutet wird, doch zum Glück konnten die meisten Schüler und Lehrer fliehen. Sie retten sich auf einen nahegelegenen Berg. Sämtliche Shellycoats erhalten von den Elfen Asyl und das Recht sich in Leylin, einem geschützen Ort, aufzuhalten. Das gilt auch für Emmas Familie, die sich nun ebenfalls in Gefahr befindet. Doch was sie auch tun, Elin scheint ihnen immer ein Schritt voraus zu sein. Als Emma den Grund hierfür erkennt, begibt sie sich gemeinsam mit Peter auf eine gefährliche Reise, deren Gelingen ausschlaggebend für die gesamte magische Welt ist. Werden die beiden ihr Ziel erreichen? Und wird es am Ende eine gemeinsame Zukunft für Emma und Calum geben?

"MondSilberTraum" ist der dritte und letzte Teil einer Reihe von Marah Woolf, die viele Leser begeistert. Ich habe mein Herz bereits beim Lesen des ersten Bandes an die Welt von Emma und Calum verloren und war auch hier wieder nach wenigen Seiten unmittelbar von der Geschichte gefesselt. Die Welt der Shellycoats und ihrer magischen Nachbarn ist liebevoll gezeichnet und gelungen in die reale Welt integriert. Während des Lesens hatte ich aufgrund der detaillierten Beschreibungen das Gefühl, mich mitten in Schottland zu befinden und die Begeisterung der Autorin hat in mir den Wunsch nach einer Reise dorthin geweckt.

Ich fand es sehr schön, dass alle liebgewonnen Charaktere auch Teil des dritten Bandes waren, da ich mich von Anfang an mit ihnen verbunden fühle. Im Rückblick der ganzen Reihe kann man hierbei sehr gut erkennen, welche Entwicklung Emma durchgemacht, die jetzt im Finale ihren ganzen Mut beweisen muss, um alles, was ihr wichtig ist, zu retten. Dabei gibt ihr ihre große Liebe zu Calum die nötige Kraft, bis zur Selbstaufgabe durchzuhalten.

Die Handlung im letzten Band ist actionreicher und noch spannender als in den Vorgängerbänden und mündet in einem fulminanten Finale. Dabei kommen auch die Gefühle nicht zu kurz und so habe ich mit Emma und Calum mitgefiebert und gelitten und dabei auch das ein oder andere Taschentuch gebraucht.

"MondSilberTraum" ist ein grandioser Abschluss der Reihe, die ich uneingeschränkt empfehlen kann. Die Shellycoats haben mich verzaubert und mir eine fantastische neue Welt gezeigt, die ich nicht mehr missen möchte. Ich freue mich schon auf die nächsten Projekte der Autorin.

In dieser Hinsicht möchte ich mich bei Marah noch einmal für das zur Verfügung gestellte Buch, die wundervolle Signatur und die Teilnahme an dieser Blogtour ganz herzlich bedanken. Ich hoffe, liebe Marah, Du wirst uns in Zukunft noch mit ganz vielen Büchern erfreuen. 






Taschenbuch mit 300 Seiten
Preis: 9,50 Euro
ISBN: 978-1481080088


Und nun kommt noch ein sehr spannender Beitrag von Marah Woolf: 
 
Voting zu Namensvorschlägen für meine nächste Fantasytriologie

Als ich anfing, die MondLichtSaga zu schreiben, stellte sich als eines der ersten Probleme die Namensfindung für meine beiden Hauptakteure heraus. Mir war klar, dass die Namen sehr sorgfältig ausgewählt werden mussten und in der Anfangszeit fielen mir immer wieder neue Namen ein, die ich dann in den Text einfügte, den Text las und überlegte, ob die Namen wohl passten. Lange Zeit passten sie nicht so richtig .
Ich wollte nicht zu moderne Namen aber auch nicht zu altmodische. Beide Namen sollten mir gefallen und ganz wichtig, die Namen sollten zusammen passen oder besser gesagt - zusammen klingen. Emma und Calum - ihr müsst doch zugegeben, dass klingt besser als Lisa und Max (ok, vielleicht ein blödes Beispiel).
Wichtig war auch, dass ihr als Leser sofort Gefallen an den Namen findet, die dann zusammen mit den Personenbeschreibungen ein Bild der Protagonisten in eurem Kopf entstehen lassen sollten. Namen rufen nämlich beim Leser sofort Eindrücke hervor, die auf bestimmte Eigenschaften schließen lassen. Peter klingt zum Beispiel richtig bodenständig, Amelie dagegen viel flippiger, Ethan klingt nach einer gestanden Persönlichkeit und Elisien eben nicht nach einer gewöhnlichen Frau.
Sind diese Eigenschaften sympathisch, schließt man also gleich die ganze Figur ins Herz. Das war besonders für mich als Autorin wichtig, da ich über die ursprünglich nicht so passenden Namen immer wieder gestolpert bin.
Wichtig ist es auch, keine zu exotischen Namen zu wählen. Ich habe zum Beispiel auch versucht, den fantastischen Gestalten meiner Saga zwar Fantasynamen zu geben, diese sollten aber eben nicht völlig fremd erscheinen. Ein zu fremder Name schafft automatisch Fremdheit. Die MondLichtSaga sollte aber so real wie möglich wirken um Euch das Eintauchen so leicht wie möglich zu machen.
Ich hoffe, dass mir das gelungen ist. Eure tollen zahlreichen Rezensionen und Kommentare sprechen jedenfalls dafür. Bevor das Jahr zu Ende geht möchte ich mich dafür noch einmal bei allen bedanken. Ich bin leider in den letzten Tagen nicht dazu gekommen, auf alle Rezis zu antworten, aber das hole ich im nächsten Jahr nach - VERSPROCHEN.
So nun aber zum eigentlichen Thema. Ich schreibe schon fleißig an meiner neuen Triologie. Es wird wieder eine Saga werden in der Realität und Fantasie verschwimmen wird, auch wenn hier voraussichtlich keine fremdartigen Gestalten auftauchen (aber wer weiß das schon, manchmal machen Bücher was sie wollen - geplant habe ich es jedenfalls nicht).
Meine beiden Hauptprotagonisten sollen wieder besonders schöne und passende Namen bekommen und hierfür seid nun ihr aufgerufen Eure Stimme abzugeben. Ich habe mir vier Namenspaare ausgedacht und hoffe, dass Ihr fleißig abstimmt. Ihr könnt mir aber auch gern andere Namensvorschläge schicken. Ich bin gespannt, welches Paar Euer Favorit sein wird.

Liebe Grüße und einen guten Rutsch ins Neue Jahr
Eure Marah


Abstimmen über die vier Namenspaare könnt Ihr entweder hier auf meinem Blog, rechts oben im Seitengadget, oder auf meiner Seite auf Facebook. Ich würde mich freuen, wenn viele mitmachen würden, denn wann hat man schon einmal Gelegenheit eine Trilogie als Leser mitzugestalten?

Sonntag, 22. Juli 2012

Das Leben, das uns bleibt

Vor ungefähr einem Jahr ist ein Asteroid auf den Mond aufgeschlagen und hat ihn dadurch näher an die Erde herangeschoben. Dies hat seine Anziehungskraft vergrößert und die Erde wurde daraufhin von Tsunamis, Erdbeben und Vulkanausbrüchen heimgesucht. Ein Großteil der Infrastruktur wurde zerstört und die Asche in der Luft sorgt dafür, dass die Sonnenstrahlen nicht mehr zur Erdoberfläche durchdringen.
In einer Kleinstadt kämpfen Miranda und ihre Familie ums Überleben. Es gibt so gut wie keinen Strom mehr und auch alle damit verbundenen Annehmlichkeiten des Lebens nicht mehr und sämtliche Ressourcen sind langsam aber sicher aufgebraucht. Einmal die Woche kann sich die Familie eine kleine Essensration im Rathaus abholen, die aber kaum zum Leben ausreicht. Miranda und ihre Brüder Matt und Jon sind gezwungen, in leerstehende Häuser einzudringen und zu plündern um sich über Wasser zu halten. Sie leben allein mit ihrer Mom, denn ihr Dad hat eine neue Frau, die ein Kind von ihm erwartete. Die beiden haben sich auf die Suche nach Verwandten aufgemacht. Seitdem gibt es kein Lebenszeichen von ihnen. Das einzige, dass Struktur in Mirandas Leben bringt, sind die erzwungenen Unterrichtseinheiten ihrer Mom und ihr Tagebuch. Hier schreibt sie alles auf, das sie bewegt; nur für sich allein.
Im Mai brechen ihre Brüder zum Fischfang zu einem entfernt liegenden Fluss auf und kehren nach Tagen mit vielen Fischen zurück, die die Familie eine Weile ernähren können. Doch die beiden haben mehr als Nahrung dabei: Syl, ein junges Mädchen, das Matt aufgegabelt und beschützt hat und das er fortan zu seiner Frau erklärt. Nachdem die Familie den ersten Schock über das neue Familienmitglied überwunden hat, tauchen weitere Gäste auf: Mirandas Dad, seine Frau Lisa mit Baby und drei weitere Reisende. Einer davon ist Alex, ein Junge, wenig älter als Miranda, der schwer an der Last der Verantwortung für seine kleine Schwester Julie trägt. Trotz des großen Hungers der eigenen Familie gewährt Mirandas Mum allen ihre Gastfreundschaft. Und so versuchen alle miteinander auszukommen, was ihnen natürlich nicht immer gelingt. Wird die Familie überleben können? Und warum ist Matt so abweisend zu Miranda, wo doch alle davon überzeugt sind, dass diese ihm so wichtig sei? Werden sie zusammenbleiben?

Ich muss gestehen, der Roman beginnt sehr bedrückend. Das Szenario, das Susan Beth Pfeffer hier kreiert hat, könnte - im Gegensatz zu denen vieler anderer Dystopien - jederzeit Realität werden. Die Autorin kommt in ihrer Geschichte ganz ohne schrecklich entstellte Menschen, merkwürdige Kreaturen oder fremdartige politische Systeme aus. Sie schildert nur ganz deutlich, was passiert, wenn dem Leben die Energie der Sonne entzogen wird und sämtliche technische Errungenschaften der Gegenwart ausfallen. Und das macht den Roman so erschreckend real.

Miranda ist ein sehr sympathischer Charakter, das typische, freundliche Highschoolmädchen, hübsch, intelligent und normalerweise beliebt. Aber davon ist Miranda nur noch die Erinnerung geblieben. Ihre Freunde sind entweder tot oder fortgezogen, in der Hoffnung, woanders ein besseres Leben zu finden. Unterricht gibt es nur noch von ihrer Mom und jeder Unfall und jede Krankheit kann lebensbedrohlich werden. Nicht zu vergessen der Hunger, der seitdem ihr ständiger Begleiter ist.

Der Roman lässt sich flüssig lesen und hat mich durchweg gefesselt. Er ist in der Ich-Form, aus der Sicht von Miranda geschrieben, wodurch ich an ihren Gedanken und Gefühlen teilhaben konnte und oftmals mit ihr mitgelitten habe. Gleichwohl vermittelt die Autorin mit ihrer Schreibweise auch die Hoffnungslosigkeit, die sich bei den Charakteren breitgemacht hat, ihrer Angst vor einer Zukunft, falls sie denn überhaupt noch eine haben.
Besonder gut gefallen hat mir auch das Cover des Buches, dass sowohl den Mond, der ursächlich für die veränderte Lebensqualität der Charaktere ist, als auch den unfruchtbaren Boden und die ständig mit Asche geschwängerte Luft abbildet.
Der Roman hat mir außerordentlich gut gefallen und hat mich auch nach seiner Beendigung lange nicht losgelassen und mich gleichzeitig mit tiefer Dankbarkeit efüllt, für das Leben, das wir haben und meistens gar nicht zu schätzen wissen.