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Freitag, 5. September 2014

Teardrop

Seit dem plötzlichen und unvorstellbaren Tod ihrer Mutter scheint jegliche Lebensenergie aus Eureka entwichen zu sein. Es wirkt, als wolle sie am Leben nicht mehr teilnehmen; lediglich zwei gute Freunde sind ihr noch geblieben, die die Hoffnung nicht aufgeben, dass Eureka sich wieder erholen wird.

Mit ihrer stoischen Emotionslosigkeit stößt sie bei ihrer Stiefmutter und ihrem Vater auf großes Unverständnis. Erst das plötzliche Auftauchen von Ander scheint ihre Lethargie zu durchbrechen. Dinge geschehen um Eureka herum, die sie sich nicht erklären kann und das geheimnisvolle Erbe ihrer Mutter weckt nicht nur ihre Neugier.

Meine Meinung:

Die Idee hinter dem Roman fand ich sehr gelungen und unverbraucht. Eureka darf keinesfalls weinen, ansonsten lässt sie einen Mythos wahrwerden und beschwört mit ihren Tränen ein furchtbares Schicksal herauf. Dabei ist Eureka zunächst völlig ahnungslos, doch eine harte Lektion ihrer Mutter sorgt für ihre unbeugsame, emotionale Beherrschung, die manchmal nur zu schwer glauben ist und die Protagonistin ein ums andere Mal doch recht unnahbar wirken lässt.

Das Schicksal von Eureka steht dabei im Interesse zweier Gruppen. Es gibt die eine, die die Prophezeiung unbedingt verhindern will und dafür auch bereit ist, Eurekas Tod in Kauf zu nehmen. Und auf der anderen Seite die Gruppe derjenigen, die in Eurekas Leben eingreifen und sie quälen, damit genau dieses Schicksal seinen Lauf nimmt.

Natürlich darf auch eine Liebesgeschichte nicht fehlen, die hier in einer altbekannten Dreiecksgeschichte erzählt wird, aber bislang noch nicht richtig in Fahrt gekommen ist.

Das Erzähltempo ist relativ langsam und erst zum Ende hin baut sich wirklich Spannung auf. Die wenigen Höhepunkte werden von einer Brutalität begleitet, die ich eigentlich so in diesem Buch nicht erwartet hätte. Der Charakter, den ich am interessantesten finde, ist leider viel zu schnell von der Bühne verschwunden, doch die eindeutige Verbesserung zum Ende des Buches hin, lässt mich hoffen, dass die Fortsetzung hoffentlich an Rasanz zulegen wird und mir auch die Charaktere insgesamt näherkommen lässt.

Ich habe lange überlegt, wie ich dieses Buch mit dem wunderschönen Cover bewerten soll. Auf der einen Seite ist die Idee sehr interessant, die Autorin schreibt flüssig und irgendwie hat mich die Geschichte neugierig gemacht. Andererseits wirkt die Handlung oft nicht rund und die Charaktere sind echt blass geblieben und haben es dadurch nicht geschafft, eine Verbindung zu mir aufzubauen.

Fazit:

Lauren Kate hat mich mit "Teardrop" mit in ein solides Abenteuer genommen. Häppchenweise wurde ich in eine faszinierende Geschichte eingeführt, bei der das Element Wasser eine wichtige Rolle spielt. Gerne hätte ich an der ein oder anderen Stelle mehr über die Hintergründe oder die Gedanken und Gefühle der Charaktere erfahren und hoffe, mit der Fortsetzung tiefer in die Handlung versinken zu können. 





gebundenes Buch mit 528 Seiten
Verlag: cbt 
erschienen: 25.08.2014 
Alter: ab 14 Jahren
Preis: 17,99 Euro
ISBN: 
978-3-570-16277-4
mehr Infos, Leseprobe und Einkauf über Verlag möglich → HIER
Website der Autorin → HIER

 

Mittwoch, 8. August 2012

Dark Canopy

Joy lebt in einer Welt, die unsere Zukunft sein könnte. Durch Genforschung, zunächst an Pflanzen und Tieren, letztendlich dann auch an menschlichem Genmaterial, hat die Menschheit eine neue Rasse geschaffen, die Percents. Dies ist eine im Labor gezüchtete Spezies, die äußerlich dem Menschen ähnelt, ihm körperlich aber weit überlegen ist. So ist ein Percent viel schneller, stärker, hat verstärkte Sinne und eine Haut, die mit einer Art Membranen übersät ist. Diese ist zugleich auch eine seiner wenigen Schwachstellen, da ein Percent, das UV-Licht der Sonne nicht erträgt. Die Percents wurden von den Menschen schlimmer noch als Tiere behandelt und hatten keinerlei Rechte. Vielmehr mussten sie für die Menschen in den Krieg ziehen, Tätigkeiten erledigen, zu denen die Menschen nicht in der Lage waren oder auch nicht sein wollten und dienten schlimmstenfalls als lebendes Organersatzteillager.
Doch die Percents richteten sich gegen die Menschen und haben sie in einem Krieg unterjocht. Die meisten Menschen leben in den gesicherten Städten, stets den Percent untergeben. Doch einige wenige halten sich außerhalb auf und haben sich teilweise zu Clans zusammengefunden: die Rebellen. Hier wächst auch Joy mit ihrer Schwester auf. Ihre Mutter starb früh und ihr Vater ist irgendwann einfach verschwunden. Joy ist die Freundin von Matthial, dem ältesten Sohn von Mars, dem Clanführer. Als sie gemeinsam mit ihrer Freundin Amber zu einer Tauschaktion heimlich in die Stadt geschickt wird, geraten die beiden in eine Falle und Amber wird geschnappt. Da Mars keine weiteren Leben riskieren will, scharen Joy und Matthial eine kleine Gruppe um sich, um gemeinsam Amber aus den Händen der Percents zu befreien.
Der Plan geht schief und Joy fällt in die Hände der Percents. Als Soldatin ohne irgendwelche Rechte kämpft sie nun täglich ums Überleben. Dabei erfährt sie, das längst nicht alle Dinge so sind, wie sie ihr bisher erschienen. Auch die Percents leben nicht alle so frei, wie sie annahm, und viele Aspekte, die man sie über sie gelehrt hatte, scheinen nicht immer der Wahrheit zu entsprechen. Zudem kommt sie ihrem zugeteilten Percent Neél langsam immer näher....

Ich habe schon viele wunderbare Rezensionen zu diesem Buch gelesen und die Tatsache, dass es von Jennifer Benkau, der Autorin von "Phoenixfluch" und der "Nybba"-Reihe, verfasst wurde, hat den Reiz es zu lesen, nur noch erhöht.
Der Schreibstil der Autorin ist gewohnt flüssig und fesselnd. Es handelt sich um das erste Jugendbuch der Autorin, das der erste Teil einer Dystopie-Reihe ist. Die Welt, in der die Menschen leben, ist schrecklich. Sie sind unterjocht, haben kaum genug zum Leben und müssen ständig um selbiges fürchten. Da bereits viele Jahre nach der Machtübernahme der Percents vergangen sind und die Menschen nur noch selten im Besitz eines Buches sind, wird die Vergangenheit nur noch von Mund zu Mund weitergegeben. Dabei sind viele Aspekte verlorengegangen und der Lebensstil der Menschen ist weit in die Vergangenheit katapultiert worden. Selbst eine Grippe kann nun den Tod bedeuten.

Joy ist noch sehr jung und impulsiv, dabei jedoch auch stark mit einem ausgeprägten Kampfgeist. Diese Impulsivität wird ihr im Laufe der Geschichte dann immer wieder zum Verhängnis. Sie ist viel zu oft bereit, erst zu Handeln und dann darüber Nachzudenken und so riskiert sie ohne die Konsequenzen zu überdenken viele Leben um eines zu retten. An diesen Stellen fand ich Joy nicht immer so sympathisch, wie sie mir sonst im allgemeinen war. Auch Matthial, ihr Freund, der zwar weniger impulsiv ist, aber letztendlich auch wild draufloshandelt, hat nicht immer Pluspunkte bei mir gesammelt. Beide sind bereits erwachsten und, wenn man die Lebensbedingungen bedenkt, unter denen sie aufgewachsen sind, dann hätte ich ein etwas bedächtigeres Handeln erwartet.
Währenddessen Neél, Joys beaufsichtigender Percent, ganz klar auf meiner Sympathieskala oben steht. Sein einziger für mich auszumachender Fehler war seine bedingungslose Liebe zu Joy.

Besonders erschreckend fand ich die Parallelen zu unserer Realität. Der Ursprung der Katastrophe in der Geschichte waren neben genmanipulierten Lebensmitteln das erste geklonte Tier: ein Schaf. An dieser Stelle musste ich gleich an Dolly denken, das erste Tier, das bereits 1996 geklont worden ist. Hier wird ganz klar aufgezeigt, wohin uns unser Weg führen kann, den wir hoffentlich niemals beschreiten werden, denn ganz so unrealistisch erscheint mir die Geschichte nicht.

Da das Ende ein böser Cliffhanger ist, wodurch mich das Buch auch über sein Leseende hinaus noch nicht loslässt, kann ich die Fortsetzung, die 2013 erscheinen soll, nur schwer erwarten. In dieser Hinsicht hoffe ich auch sehr, dass Joys Charakter sein Entwicklungspotential noch ausschöpfen wird.

"Dark Canopy" ist ein fesselndes Buch, das ich Freunden von Dystopien sehr empfehlen kann.