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Sonntag, 17. April 2016

play2live

Cate besucht ein einsam gelegenes Eliteinternat, dessen Schüler sich mit dem Spiel "Killer" die Zeit vertreiben. Nur Auserwählte dürfen daran teilnehmen und endlich hat auch Cate es dieses Jahr geschafft und ist dabei. In einer Nacht-und-Nebel-Aktion beginnt für sie das Spiel, bei dem sie sich zunächst beweisen muss.

Dann werden Karten gezogen: 12 potentielle Opfer und ein Killer. Und niemand weiß, wer es ist. Ab jetzt versucht der Killer seine Opfer auf anschauliche Weise zu "killen" - natürlich ohne wirklich zu verletzen. Doch dann wird aus Spaß Ernst und niemand ist mehr in Sicherheit....

Meine Meinung:

Mir gefällt Kirsty McKays Erzählstil unheimlich gut. Genau wie in ihren "Untot"-Romanen, die ich verschlungen habe, ist er flüssig und dabei jugendlich locker, so dass es sehr leicht ist, der Geschichte zu folgen. Lediglich den unterschwelligen Sarkasmus fand ich hier nicht so ausgeprägt, aber dennoch ist er präsent.

Die Handlung ist aus der Sicht von Cate erzählt und beginnt unmittelbar mit ihrer Einführung in das Spiel. Dadurch ist es gleich unheimlich spannend und es fiel mir schwer, das Buch aus der Hand zu legen. Dabei bleibt die Spannung auch die komplette Handlung vorhanden.

Cate selbst macht einen relativ abgeklärten Eindruck auf mich. Zwar bin ich ihr beim Lesen nicht so nah gekommen, wie ich es eigentlich gerne mag, aber das hat mich hier nicht weiter gestört, da die Spannung hier einfach vorherrschte.

Vaughan konnte ich das gesamte Buch durch überhaupt nicht einschätzen. Wieso kommt er gerade jetzt auf die Insel? Und weshalb weiß er soviel über das Spiel und seine Mitglieder? Er wirkt leicht überdreht auf mich und ich habe lange überlegt, ob ich ihn in die Schublade "gut" oder "böse" stecken soll.

Die ganze Zeit kann man miträtseln, wer sich wohl hinter welchem Pseudonym verbirgt und, wer letztendlich der- oder diejenige ist, die den Mitspielern tatsächlich Böses will. Ich habe im Laufe der Handlung so ziemlich jeden verdächtigt und so konnte die Autorin dann auch mit dem Ende noch einmal ordentlich bei mir punkten.

Fazit:

"play2live" ist ein überaus spannender Jugendroman von Kirsty McKay, der mich die ganze Zeit in seinen Fängen gehalten hat. Hier jagt eine rätselhafte Szene die andere und es hat mir viel Spaß gemacht, gemeinsam mit Cate nach dem "Killer" zu fahnden. 





Klappenbroschur mit 384 Seiten
Verlag: Chicken House
Facebookauftritt des Verlags → HIER
Alter: ab 14 Jahren
erschienen: 18.03.2016
Preis: 16,99 Euro
ISBN: 
978-3-551-52083-8
mehr Infos, Leseprobe und Einkauf über Verlag möglich → HIER
Website der Autorin → HIER

Vielen Dank an den Chicken House Verlag für die Zusendung eines Rezensionsexemplars.

Mittwoch, 6. Mai 2015

Der Schneeleopard

Als Tierpräparator ist Leon Godt weithin bekannt. Dass er einmal selbst getötet, aufgehängt und ausgeweidet wird, hätte er sich allerdings sicherlich nicht träumen lassen. Die Indizien sind verwirrend, Rizzoli und Isles suchen händeringend nach weiteren Hinweisen zur Aufklärung des Mordes.

Doch dann entdecken sie, dass Leon Godt scheinbar nicht das einzige Opfer des Täters ist. Und was hat das alles mit einer Safari in Botswana zu tun, die vor sechs Jahren ein unglückliches Ende fand?

 

Meine Meinung:

Nur wenige Krimis oder Thriller können mich in letzter Zeit zum Lesen verführen. Die Reihe von Tess Gerritsen gehört definitiv dazu. Der angenehme Schreibstil der Autorin macht es den Lesern leicht, dem Geschehen zu folgen. Ganz langsam baut sie dabei die Spannung auf, die im Finale dann ihren Höhepunkt findet.

Dieses Mal erzählt die Autorin die Geschichte aus zwei verschiedenen Perspektiven. Da ist zum einen Millie, die an einer Safari teilnimmt und ihre grauenvollen Erlebnisse aus der Ich-Perspektive schildert. Dieser Teil wirkt ungeheuer lebendig und die Nähe zu Millie ließ mich alles aus nächster Nähe miterleben. Auf der anderen Seite erfährt man wie gewohnt die Erlebnisse und Ermittlungen von Jane und Maura aus der personalen Perspektive. Hat mich dieser Wechsel anfänglich ein wenig irritiert, fand ich ihn im weiteren Verlauf des Lesens immer reizvoller.

Wie alle anderen Bücher dieser Reihe überzeugt auch "Der Schneeleopard" mit einer gut aufgebauten Handlung und schön gezeichneten Charakteren. Einen Erzählschwerpunkt im persönlichen Umfeld von Jane Rizzoli oder Maura Isles konnte ich dieses Mal nicht ausmachen, vielmehr blieb dies bei beiden gleichermaßen mehr im Hintergrund.

Durch die verschiedenen Erzählperspektiven schwenken die Ereignisse regelmäßig zwischen Boston und Botswana hin und her und halten die Handlung sehr abwechslungsreich.

Auch bei diesem Band ist es für Quereinsteiger möglich, der Handlung ohne Verluste wichtiger Informationen zu folgen, da die Autorin genügend Hinweise zum vorangegangenen Geschehen streut. Allerdings sollte man es sich dennoch nicht entgehen lassen, die Thriller der Reihenfolge nach zu lesen, wenn man die Charaktere näher kennenlernen und verstehen möchte.

Das Ende des Romans konnte mich überraschen und überzeugen. Obwohl ich zwischendurch der Lösung des Rätsels eigentlich schon sehr nahe war, gelang es der Autorin, mich wieder davon abzubringen und auf eine falsche Fährte zu locken.

Fazit:

Tess Gerritsen schafft es immer wieder, mich mit einem ihrer Romane aus der Rizzoli & Isles-Reihe zu fesseln. Mit "Der Schneeleopard" hält sie nicht nur die Spannung auf einem gewohnt hohen Level, sondern überzeugt auch mit einer eher unkonventionellen Form der Erzählperspektive. Dies und die tollen Charaktere, die genau mit der richtigen Dosis Privatleben aufwarten, sind genau die Elemente, die ich von einem guten Thriller erwarte. 





gebundenes Buch mit 416 Seiten
Verlag: Limes
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erschienen: 20.04.2015
Preis: 19,99 Euro
ISBN: 
978-3-8090-2637-2
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Vielen Dank an den Limes Verlag für die Zusendung eines Rezensionsexemplars.

Dienstag, 14. April 2015

Dangerous Visions - Es liegt in deiner Hand

Charlotte Westing hat eine Gabe: Sie ist ein Orakel und kann in die Zukunft sehen. Sie selbst empfindet ihre Fähigkeit doch eher als Fluch, denn die Zukunft, die sie sieht, ist selten schön. Zudem ist es ihr nicht erlaubt etwas daran zu ändern. Die Folgen wären furchtbar, wie Charlotte bereits einmal selbst erfahren hat.

Stets versucht sie, die Visionen zu bekämpfen. So, wie ihre Tante, die auch ein Orakel ist, ihr beigebracht hat. Doch dann wird sie von solchen heimgesucht, die so stark sind, dass sie sie nicht unterdrücken kann. Darin wird ein Mädchen ihrer Schule ermordet! Charlotte ist gezwungen, eine unmögliche Entscheidung zu treffen: Entweder sie lebt nach den Regeln und nimmt den Tod einer Mitschülerin hin oder sie wendet sich gegen alles, das sie gelernt hat, und versucht einen Mörder zu stoppen!

Meine Meinung:

Aprilynne Pike ist bei weitem keine Unbekannte. Ihre "Elfen"-Reihe erfreut sich großer Beliebtheit und auch ich mag die Bücher dieser Autorin. Ihr neuestes Buch auf dem deutschen Markt hörte sich sehr spannend an und auch das Cover sprach mich sofort an. Die dort abgebildeten Ballerinas bekommen im Laufe der Geschichte noch eine besondere Bedeutung.

Die Autorin hält sich nicht mit langen Einführungen zu ihrem Roman auf; der Leser bekommt einen kurzen Rückblick auf die Ereignisse von vor zehn Jahren und wird danach direkt ins Geschehen geworfen.

Charlotte ist ein sehr sympathischer Charakter. Ihre Gabe macht ihr das Leben nicht leicht; Freundschaften sind nahezu nicht möglich. Die Ereignisse, die sie vor zehn Jahren in Gang gesetzt hat, sind so bedrückend, dass sie mir von ganzem Herzen leidgetan hat. Umsomehr kann ich verstehen, dass in ihr Zweifel aufkommen, ob sie den richtigen Weg eingeschlagen hat.

Der Fantasyanteil der Geschichte hat mir auch sehr gefallen und war anteilig gut gelungen. Lediglich zum Ende hin konnte ich der Autorin nicht immer gleich folgen, war aber sehr angetan von der Grundidee und der Umsetzung.

Die enthaltene Romanze zählte eher zum Hintergrundgeschehen und war dabei für mich genau richtig dosiert.

Hinsichtlich des Krimianteils hätte ich mich sehr über eine breitere Palette von möglichen Verdächtigen gefreut; generell war das Charakterangebot in diesem Roman nicht besonders hoch, dafür konnten die dargestellten mich jedoch überzeugen.

Fazit:

"Dangerous Visions - Es liegt in deiner Hand" von Aprilynne Pike
ist ein spannender, paranormaler Jugenthriller, der mit einem Hauch von Romantik ausgestattet ist. Ich habe die Lektüre des Romans sehr genossen und würde mich freuen, wenn ich demnächst noch mehr über Charlotte lesen dürfte. 






gebundenes Buch mit 384 Seiten
Verlag: cbj
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erschienen: 30.03.2015
Alter: ab 13 Jahren
Preis: 16,99 Euro
ISBN: 
978-3-570-15994-1
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Vielen Dank an den cbj Verlag für die Zusendung eines Rezensionsexemplars. 

Sonntag, 22. Februar 2015

So rot wie Blut

Stets versucht sich Lumikki unsichtbar zu machen, doch als sie in der Dunkelkammer ihrer Schule blutige Geldscheine entdeckt, ringt sie mit sich, ihre Deckung aufzugeben, um das vermeintlich Richtige zu tun, oder, ob sie sich lieber wieder schnell und hoffentlich ungesehen zurückziehen soll.

Ihre Neugier siegt, wird ihr aber dabei schnell zum Verhängnis. Plötzlich ist sie unmittelbar Teil des Geschehens und kann weder vor noch zurück. Mutig nimmt sie den Kampf auf und stellt sich dem, das auf sie zukommt.

Meine Meinung:

Eigentlich lese ich nicht so oft Jugendthriller, doch die bereits vorhandenen Rezensionen zu diesem Buch haben mich neugierig gemacht.

Das Cover des Romans ist nicht nur schön anzusehen, sondern setzt auch inhaltlich viel um. Angelehnt an das Märchen Schneewittchen dominieren hier weiß, schwarz und rot. Gleichzeitig ist aber auch klar, welchem Genre dieses Buch angehört.

Mit einer dramatisch beginnenden Sequenz am Anfang lässt die Autorin den Spannungsbogen gleich sehr hochfahren. Viele Fragen ergeben sich dabei, die erst im Laufe der tageweisen eingeteilten Geschichte beantwortet werden.

Um auf das bekannte Märchen zurückzukommen, dreht sich in dem Roman alles um Lumikki, deren Name auch Schneewittchen bedeutet. Mal davon abgesehen, dass ich Eltern nicht verstehen kann, die ihrem Kind so einen Namen mit auf den Lebensweg geben, hat Lumikki nicht viel mit der Märchenfigur gemein. Weder äußerlich, noch standesmäßig spielen die beiden in einer Liga. Zudem umgibt Lumikki eine Aura von Unnahbarkeit, die tief in ihrer Vergangenheit verwurzelt ist. Erst im späteren Verlauf des Romans erfährt man als Leser mehr darüber, doch das scheint nicht das einzige Geheimnis in ihrer Familie zu sein.

Aufgrund dieser Unnahbarkeit, die die Autorin sehr gut eingefangen hat, fällt es schwer, Lumikki zu mögen. Sie ist ein Mädchen, das tiefe, seelische Verletzungen erfahren hat, mit denen sie bis heute ganz allein klarkommen muss. Die Ereignisse, in die sie unfreiwillig mit hineingezogen wird, machen ihr Leben noch schwerer, locken sie aber auch gleichzeitig aus ihrem Schneckenhaus. Einige ihrer Taten kann ich persönlich nicht nachvollziehen, doch habe ich zum Glück nicht dasselbe durchmachen müssen wie sie.

Die anderen Charaktere verblassen weit hinter Lumikki. Auch handlungstechnisch sind sie eher inaktiv und bilden mehr den Rahmen des Geschehens. Wenn ich den Klappentext der Fortsetzung richig interpretiere, werden sie auch dort keine vorgehobene Rolle spielen, falls sie überhaupt noch einmal in Aktion treten.

Trotz der fehlenden Verbindung zu Lumikki übt ihre Geschichte dennoch einen Sog auf mich aus, der die Seiten nur so dahinfliegen ließ. Dabei streut die Autorin immer wieder Rücklicke aus Lumikkis Vergangenheit ein, die ihr Verhalten so nach und nach erklären. Zudem war ich auch davon fasziniert, wie die Autorin Märchenaspekte miteinfließen ließ.

Obwohl es sich um ein relativ abgeschlossenes Ende handelt, spürt man als Leser, dass das noch nicht alles war und möchte unbedingt mehr von Lumikki erfahren. Deswegen bin ich schon sehr gespannt auf die Fortsetzung.

Fazit:

"So rot wie blut" ist der spannende Auftakt einer Trilogie von Salla Simukka. Der flüssige und fast schon poetische Schreibstil der Autorin trägt einen durch die Seiten und fängt dabei geschickt die grundlegende Stimmung in diesem Roman ein. Gespannt warte ich nun auf die Fortsetzung der Jugendthriller-Reihe.






Hardcover mit 288 Seiten
Verlag: Arena
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erschienen: August 2014
Alter: ab 14 Jahren
Preis: 14,99 Euro
ISBN: 
978-3-401-60010-9
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Vielen Dank für den Arena Verlag für die Zusendung eines Rezensionsexemplars.

Samstag, 18. Oktober 2014

Fearless

Nachdem sich Boy Nobody, der Junge ohne Namen oder Vergangenheit, der sich seit neuestem unter dem Namen Daniel bewegt, in eines seiner Ziele verliebt hat, hat das Programm Angst, einen seiner wichtigsten Agenten zu verlieren. In einem Jugendcamp, in das er sich kurzzeitig abgesetzt hat, um sich in Ruhe mit allem auseinanderzusetzen, spüren sie ihn auf und unterziehen ihn einigen Tests zur Klärung seiner Loyalität.

Obwohl die gegenseitigen Zweifel nicht gänzlich ausgeräumt zu sein scheinen, erhält er einen neuen, schwierigen Auftrag, bei dem bereits ein anderer Agent zuvor gescheitert ist.
Eugene Moore, der Besitzer eines militärischen Ausbildungscamps, ist sein neuestes Ziel. Doch auch hier befindet sich Daniel schnell wieder außerhalb seiner Missionsparameter und plötzlich ist er sogar völlig auf sich alleingestellt.

Meine Meinung:

Der erste Band der Reihe hatte bei mir total eingeschlagen, da ich zuvor nichts in dieser Art jemals gelesen habe. Umso gespannter war ich natürlich nun auf die Fortsetzung, an die ich hohe Erwartungen gesetzt habe.

Die Handlung setzt kurz nach den Ereignissen des ersten Bandes ein und der Autor ist dabei seinem Schreibstil treugeblieben. Kurze und prägnante Sätze stehen für die sachliche Effektivität, mit der Daniel handelt und, die ihn stets ein bisschen roboterhaft erscheinen lassen.

Daniels neuestes Ziel ist
Eugene Moore, ein ehemaliger US-Offizier, der derzeit ein Camp führt, das ein  militärisches Trainingslager für Jugendliche in den Bergen von New Hampshire ist. Er war bereits zuvor das Ziel des Programms, doch der Agent, der zuerst auf ihn angesetzt worden ist, ist verschwunden. Es liegt nun an Daniel, die Aufgabe zu Ende zu führen und dadurch dem Programm erneut seine Loyalität zu beweisen. Doch die Vorgaben für seine Mission sind klar und wiederum fühlt sich Daniel genötigt, diese zu ignorieren.
 

Hatte er im Auftakt der Reihe noch mein vollstes Mitgefühl, so empfinde ich nun aufgrund seiner Taten ein wenig zwiegespalten für ihn. Trotzdem bewundere ich weiterhin seine Abgebrühtheit, ebenso wie die Eleganz, die Kraft und die Präzision, mit der er seine Aufträge erledigt. Die Situationen, denen er hier vor allem im zwischenmenschlichen Bereich ausgesetzt ist, muten dieses Mal leider jedoch merkwürdig an, wenn man den Blick auf das Alter der Protagonisten hält, und tendieren dadurch ein wenig ins Lächerliche.  

Schade fand ich auch, dass in den Szenen, in denen er vermehrt mit Gefühlen zu kämpfen hatte, sich dies nicht auch im Schreibstil niedergeschlagen hat. Ich hätte mir auch mehr Einblick in seine Vergangenheit gewünscht, die hier, nicht mehr als im ersten Teil auch, nur angerissen worden ist.  

Sehr gefreut habe ich mich über ein Wiedersehen mit einem anderen Charakter des ersten Bandes. Dieser war und ist für mich ein echter Sympathieträger, der das Geschehen ganz klar inhaltlich aufgewertet hat.

Zum Schluss schafft es der Autor noch einmal die Spannung ordentlich ansteigen zu lassen und lässt seinen Protagonisten endlich auch einmal eine andere Seite von sich zu zeigen. Die besonderen Umstände, unter denen ich Daniel nun leider vorerst zurücklassen muss, schüren meine Neugier auf die Fortsetzung und meine Hoffnungen auf mehr Einblick in die Hintergründe und die Vergangenheit von ihm.
Fazit:

Spannend war die Reise mit "Fearless", die leider etwas hinter meinen Erwartungen zurückblieb. Trotzdem hat Allen Zadoff es verstanden, mich durchgehend zu fesseln, gut zu unterhalten  und mich mit seinem rasanten und aufwühlenden Ende neugierig auf die Fortsetzung zurückzulassen.





gebundenes Buch mit 432 Seiten
Verlag: bloomoon

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erschienen: 03.07.2014
Alter: ab 14 Jahren
Preis: 16,99 Euro
ISBN:
978-3-8458-0006-6
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Samstag, 5. Juli 2014

Dear Sister - Ich würde sterben für dich

Quelle: mayashepherd.blogspot.de
Winters Schwester Eliza ist bereits seit 6 Monaten verschwunden und immer noch hoffen ihre Eltern, dass sie bald zurückkehrt. Winter selbst ist da eher zwiegespalten, zumal sie sich mit Eliza eigentlich nie gut verstanden hat und ihre Schwester nie auf jemanden Rücksicht genommen hat. Trotzdem ist sie in ihrem Leben immer noch präsent, sei es durch die Sorge der Eltern oder auch der von Lucas, Winters Freund.

Auf einem Schulausflug nach London meint Winter, ihre Schwester gesehen zu haben. Der Gedanke lässt sie nicht mehr los und so forscht sie gemeinsam mit ihrer Freundin Dairine nach dem Verbleib von Eliza. Dann geschehen plötzlich grausame Ritualmorde in der Gegend und irgendwie scheint Eliza damit zu tun zu haben. Wird Winter ihre Schwester finden können? Und was steckt hinter ihrem Verschwinden?

Meine Meinung:

"Dear Sister - Ich würde sterben für dich" ist nicht mein erster Roman von Maya Shepherd. Ich mag ihren jugendlichen Schreibstil, der hier, im Auftakt ihrer neuen Reihe, gleichzeitig sehr viel Spannung aufbaut.

Im Verlauf des Romans splittet sich der Erzählstrang, der anfänglich aus der Sicht von Winter berichtet, auf und gibt die Geschichte dann auch abwechselnd aus Elizas Sicht wieder. Anfänglich mutet der Roman dabei wie ein Jugendthriller an, wobei später dann auch die fantastischen Aspekte des Buches zum Tragen kommen.

Winter fand ich zu Beginn sehr sympathisch. Stets war sie brave Tochter und gute Schülerin und stand damit eindeutig im Schatten ihrer selbstsüchtigen und abenteuerlustigen Schwester Eliza. Egal, was diese auch anstellte, immer stand sie im Mittelpunkt und hatte die volle Aufmerksamkeit der Eltern und auch der Jungs. Erst nach ihrem Verschwinden findet Winter mit Lucas zusammen, doch der Schatten ihrer Schwester hängt immer noch über allem, was sie tut. Aber im Laufe des Romans zeigt auch Winter, dass niemand nur gut oder nur böse ist.

Dasselbe gilt für Eliza, die nach all den Jahren, in denen es sie nie scherte, was ihre Mitmenschen dachten und empfanden, durch einen Wendepunkt in ihrem Leben zu begreifen scheint, wie wichtig manch andere Menschen doch für sie sind, die sie immer als selbstverständlich hingenommen hat.

Obwohl ich nicht jede Handlung der Charaktere nachvollziehen konnte, wollte ich doch stets wissen, wie es mit ihnen weitergeht. Auch das Ende, das ich mir zwar anders gewünscht hätte, konnte daran nichts ändern und so flogen die Seiten beim Lesen nur so dahin.
 
Fazit:

Mit "Dear Sister - Ich würde sterben für dich" ist Maya Shepherd eine gelungene Mischung aus Liebe, Thriller und ein wenig Fantasy gelungen. Das teilabgeschlossene Ende hinterlässt mich in der neugierigen Erwartung auf die Fortsetzung der Reihe zurück. 





ebook mit Seiten mit 392 Seiten
Preis: 3,99 Euro
ISBN der Taschenbuchausgabe: 978-1499275056
erschienen: 26.04.2014
mehr Infos und Leseprobe → HIER
Website der Autorin → HIER

Vielen Dank an Maya Shepherd für die Zusendung eines Rezensionsexemplars.

Montag, 16. Juni 2014

Stigmata - Nichts bleibt verborgen

Emmas Mutter ist tot - ein Unfall sagen sie. Für Emma bricht eine Welt zusammen, denn nun ist sie ganz allein. Erst ein anonymer Brief reißt sie aus ihrer Starre heraus, denn dieser fordert sie auf, die Mörder ihrer Mutter zu finden!

Ihre Suche führt sie in ein Camp für besondere Jugendliche, das sich als Veranstaltungsort ein gruseliges, altes Schloss, einsam gelegen in den Bergen ausgesucht hat und mehr als merkwürdig wirkt. Hier erhält Emma weitere Hinweise auf die Vergangenheit ihrer Mutter, die irgendwie in Zusammenhang mit ihrem Tod zu stehen scheinen. Doch fast sieht es aus, als würde jemand seine Spielchen mit ihr treiben, die jeden Tag extremer werden. Wird Emma die Wahrheit aufdecken können oder wird es sie letzten Endes ihr Leben kosten?

Meine Meinung:

Unmittelbar fand ich mich im Geschehen wieder. Die Handlung wird in zwei Erzählsträngen wiedergegeben - auf der einen Seite in der Vergangenheit, aus der Sicht von Emmas Mutter, auf der anderen in der Realität, die aus Emmas Sicht geschildert ist.

Die Bilder, die Emma zu sehen bekommt, sind verstörend. Sehr deutlich beschreibt die Autorin die Leiden der Vergangenheit, die durch die eingeflochtenen Bilder untermalt werden. Immer wieder lässt sie ihre Leser an Rückblicken aus den Erlebnissen von Emmas Mutter teilhaben, die beängstigender kaum sein könnten.

Allein die Umgebung, in der der Roman spielt, versetzt mich in ängstliche Erwartung. Die verlassene Gegend und das heruntergekommene Haus, dessen Waschräume sich unten in einem dunklem Keller befinden, hätten mir schon gereicht, um mich in die ersten Ebenen von Panik zu versetzen. Nichts ist so, wie Emma oder auch ich es erwartet haben und die Neugier trieb mich dazu, Seite um Seite umzublättern.

Schon sehr schnell hat mich ein leichter Grusel erfasst und ich wollte Emma zurufen, das Haus nur schleunigst zu verlassen. Anfänglich war mir nicht klar, weshalb ihr Selbsterhaltungstrieb nicht größer war und sie sich das alles tatsächlich antat, bis mir klar wurde, wieviel tatsächlich für sie dahinterstand. Nach dem Tod ihrer Mutter ist sie allein auf der Welt, Schuldgefühle plagen sie, da ihr erst im Nachhinein klar wurde, wie selbstsüchtig sie sich meistens ihrer Mutter gegenüber verhalten hat. Und wie wenig sie überhaupt von ihr weiß. Neugier, Wut und grenzenlose Ohnmacht ob ihrer Situation sind Emmas Motor, der sie weiter auf dem einmal eingeschlagenen Kurs hält. Es geht um alles oder nichts.

Die anderen Charaktere bleiben stets ein wenig unergründlich. Immer wenn ich dachte, der oder dem kann Emma bestimmt vertrauen, dann wurde ich kurz darauf eines Besseren belehrt und musste neue Theorien in meinem Kopf abwägen. Niemand in diesem Haus scheint ohne Schuld und die Frage, wer nun letzten Endes der Drahtzieher hinter alldem ist, blieb mir bis zur Enthüllung der Person unklar. Gekonnt hat Beatrix Gurian hier mit meinen Gefühlen gespielt und ich konnte es Emma durchaus nachempfinden, wenn sie der Verzweiflung nahe war.

Während des Lesens habe ich alles um mich herum ausgeblendet - ich konnte einfach nicht Aufhören die Geschichte zu verfolgen.
Ich habe erst geruht, als ich die letzte Seite umgeblättert habe und das Ende klar vor mir lag.
 

Fazit:

Megaspannend und fesselnd habe ich den neuen Roman von Beatrix Gurian "Stigmata - Nichts bleibt verborgen" empfunden. Allein das Setting ließ mich schon gruseln und die toll beschriebenen Charaktere haben ihren Teil dazugetan. Lange tappte ich im Dunkeln und wurde erst durch das überraschende Finale erlöst. Dies war bestimmt nicht mein letzter Roman der Autorin. 





gebundenes Buch mit 384 Seiten
Verlag: Arena
Facebookauftritt des Verlags → HIER
erschienen: Juni 2014
Alter. ab 14 Jahren
Preis: 16,99 Euro
ISBN:
978-3-401-06999-9
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Vielen Dank an den Arena Verlag für die Zusendung eines Rezensionsexemplars. 

Sonntag, 9. März 2014

Soul Beach - Schwarzer Sand

Immer noch hält Alice Forster Kontakt mir ihrer toten Schwester Meggie über die virtuelle Welt von Soul Beach - ein Urlaubsparadies für Verstorbene, das eine Art Zwischenstation für ungeklärte Todesfälle zu sein scheint. Ein neuer Gast taucht dort auf und sorgt für weitere Verwirrungen. Zudem scheint jemand über eine Website über Meggies Tod seinen ganz privaten Rachefeldzug zu betreiben.

Verzweifelt sucht Alice weiterhin nach Meggies Mörder und kommt ihm dabei immer näher. Ein Kurztrip nach Barcelona soll ihr dabei helfen, doch dann kommt alles ganz anders....

Meine Meinung:

Begeistert habe ich mich wieder auf die Suche nach Meggies Mörder gemacht. Nach wie vor wimmelt es von Verdachtigen und Kate Harrison versteht es, mich immer wieder von meinem Favoriten abzubringen und neue Hinweise zu streuen, die mich irreführen und letztendlich ahnungslos zurücklassen.

Im Zentrum des Geschehens steht erneut Alice, die sich nicht nur in die Mördersuche verbissen hat, sondern immer mehr in eine Sucht nach dem Soul Beach abzugleiten droht. Hier ist ihre Welt noch in Ordnung, ihre Schwester ist bei ihr und außerdem ist da ja auch noch Danny, in den sie sich verliebt hat. Nur mühsam versucht sie in der realen Welt ihr Leben und ihre Freundschaften aufrechtzuerhalten, die jedoch hauptsächlich dem Zweck der weiteren Suche nach Meggies Mörder dienen. Dabei ist sie nicht sicher, wem sie noch vertrauen kann, denn verdächtig gemacht haben sich fast alle von ihnen.

Die Grundidee zu dieser Trilogie hatte mich von Anfang an fasziniert. Ich konnte Alices Sucht nach dieser Online-Zwischenwelt für ungeklärte Todesfälle durchaus verstehen, zumal der Verlust ihrer Schwester sie zuvor in ein tiefes, emotionales Loch geworfen hat. Die Flucht in eine Scheinwelt erscheint der einfachste Weg, zumal der Soul Beach sehr real wirkt und dort Personen sind, die Alice sehr am Herzen liegen. Gleichzeitig reißt diese Welt sie aber auch in ein großes Dilemma. In dem Moment, in den Alice den Mord an Meggie aufklären wird, verschwindet ihre Schwester aus dieser Welt und damit komplett aus ihrer Reichweite. Wird Alice den erneuten Verlust verkraften können? Und was wird dann aus Danny? Ist Alices Zugang zum Soul Beach nur über ihre Schwester möglich?

Die Spannung ist dauerhaft spürbar und gipfelt in einem Finale, dass zwar teilweise absehbar, aber dafür nicht umso minder spannend ist. Die kurzen Textpassagen aus der Sicht des Mörders steuern da das Ihre dabei. Letztendlich stehe ich am Ende da mit einer Befürchtung, wie die weitere Handlung sich gestalten könnte und gleichzeitig der Hoffnung, dass noch alles ganz anders kommen wird. Das Erscheinen des finalen Bandes kann ich deswegen nunmehr kaum noch erwarten. Wird Alice den Mörder rechtzeitig entlarven können bevor er ihr zuvorkommt?

Fazit:

"Soul Beach - Schwarzer Sand" ist eine geniale Fortsetzung der Reihe. Durchweg spannend konnte  mich das Buch mit seinen vielen Wendungen komplett begeistern und dabei ganz nebenbei zum Nachdenken über die Rolle von sozialen Netzwerken in unserer Welt anregen. Es ist eine geniale Mischung aus Thriller, Mystery und Romantik und ich kann es kaum abwarten bis ich das nächste Mal an den Strand und endlich die Auflösung erfahren darf. 





gebundenes Buch mit 376 Seiten
Verlag: Loewe
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erschienen: 10.03.2014
Alter: ab 13 Jahren
Preis: 18,95 Euro
ISBN: 978-3-
7855-7387-7
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Vielen Dank an den Loewe Verlag für die Zusendung eines Rezensionsexemplars.

 

Dienstag, 2. Juli 2013

Das Buch aus Blut und Schatten

Durch ihren Freund Chris hat sich Nora in ihrem letzten Highschool-Jahr für einen Kurs beim "Hoff" eingetragen, der von der Suche nach dem berüchtigten Voynich Manuskript besessen ist. Während Chris und sein Mitbewohner Max für höherwertige Übersetzungen eingesetzt werden, erhält Nora die unwichtige Aufgabe, die Briefe von Elizabeth Weston, der Adoptivtochter des Alchemisten Edward Kelley, vom Lateinischen ins Englische zu übersetzen.

Sie fühlt sich ungerecht behandelt, zumal sie ein As in Latein ist, fügt sich jedoch in die Anweisungen. Bei der langwierigen Arbeit kommen Max und sie sich langsam näher. Als die drei jedoch bei ihrer Arbeit auf Hinweise stoßen, verschwinden die Dokumente plötzlich, Chris wird ermordet und eine uralte Geheimgesellschaft ist hinter Nora her. 


Meine Meinung:

Robin Wassermans Thriller "Das Buch aus Blut und Schatten" wird aus der Sicht von Nora geschildert, deren Alltag ein trübes Einerlei geworden ist, dem sie nur allzu gern und bei jeder sich bietenden Gelegenheit entflieht. Dabei schildert sie ihr Leben und das Geschehen mit einem tiefschwarzen Sarkasmus, der mir sofort gefallen hat.

Erst langsam bin ich in die Geschichte ´reingekommen. Anfangs fand ich es ein wenig schwierig, mich auf die ständigen Übersetzungen und die vielen Informationen einzustellen und der Inhalt wirkte deshalb etwas zäh auf mich. Doch im weiteren Verlauf wurde die Erzählung für mich flüssiger und interessanter.

Nora ist ein tiefgründiges, junges Mädchen. Vor einiger Zeit ist ihr älterer Bruder bei einem selbstverschuldeten Unfall ums Leben gekommen. Seitdem ist bei ihr Zuhause nichts mehr wie es war. Um den Blicken ihrer Mitschüler zu entkommen, bewirbt sich Nora für ein Stipendium an einer Privatschule in der Stadt, das sie aufgrund ihrer hervorragenden Lateinkenntnisse auch erhält.

Mit Chris und Adriane hat sie an der neuen Schule Freunde gefunden, mit denen sie die meiste Zeit abhängt. Und durch Chris ist sie auch in den verhängnisvollen Kurs beim Hoff gekommen. Doch obwohl Nora ein sehr interessanter Charakter ist, ist sie mir leider nie so nahegekommen, dass mich die Geschichte voll und ganz fesseln konnte. Nichtsdestotrotz habe ich mich dennoch gut unterhalten gefühlt.


Fazit:

"Das Buch aus Blut und Schatten" ist keine leichte Kost, die man mal eben so zwischendurch liest, sondern eine anspruchsvolle Lektüre mit historischen Bezügen. Interessante Charaktere sorgen für viel Abwechslung und Überraschungen und gaben dem Jugendthriller zusammen mit dem gut recherchierten Rückblicken in die Vergangenheit eine besondere Note. 






gebundenes Buch mit 552 Seiten
Verlag: Arena
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erschienen: Juni 2013
Alter: ab 14 Jahren
Preis: 18,99 Euro
ISBN: 978-3-401-06811-4
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Vielen Dank an den Arena Verlag für die Zusendung des Leseexemplars. 

Montag, 11. Februar 2013

Und keiner wird dich kennen

Eigentlich hat Maja alles, was sich ein Mädchen in ihrem Alter wünscht: eine nette Clique, eine tolerante Mutter und Lorenzo, den schärfsten Jungen der Welt als Freund. Wäre da nicht die Angst, die ihr ständiger Begleiter wäre. Denn vor drei Jahren hat Robert, der damalige Freund ihrer Mutter, die komplette Familie tyrannisiert, bedroht und hat dabei auch vor Gewalttätigkeiten nicht zurückgeschreckt. Erst ein Übergriff gegen ihre Mutter hat schließlich zu seiner Festnahme und Inhaftierung geführt und nur langsam hat sich die Familie von diesem Schrecken erholt. Umso geschockter sind sie, als sie erfahren, dass Robert demnächst entlassen wird. Als er sie bereits vorab wieder am Telefon bedroht und dabei deutlich macht, dass er ihren neuen Wohnort kennt, begibt sich die gesamte Familie panisch zur Polizei, die als einzigen Ausweg, die Teilnahme an einem Opferschutzprogramm anbietet. Doch dafür müssen sie ihr komplettes, altes Leben hinter sich lassen und sämtliche Verbindungen zu Verwandten und Freunden abbrechen.

Maja kann sich ein Leben ohne Lorenzo gar nicht vorstellen, aber die Angst um ihre Familie ist so wahnsinnig groß, dass sie letzten Endes dem Neuanfang zustimmt. Nach einiger Zeit der Planung landen sie schließlich in Bayern, unweit von München. Nur langsam schafft es Maja, neue Kontakte zu ihren Mitschülern aufzubauen. Zu groß ist die Angst, ungewollt zuviel von sich preiszugeben. Die neuen Namen und ihre konstruierte Vergangenheit ist der Familie leider nur schwer geläufig und so kommt es, das Maja immer öfter Gefahr läuft, sich zu verraten. Ihre gezwungene Zurückhaltung und die daraus resultierende Einsamkeit verführen Maja letztendlich zu einer verhängnisvollen Entscheidung, die das Leben ihrer Familie aufs Schärfste bedroht.

meine Meinung:

Der im Beltz & Gelberg Verlag erschienene Roman "Und keiner wird dich kennen" von Katja Brandis ist ein spannender Jugendthriller, der die Thematik des Stalkings aufgreift. Dabei gelingt es der Autorin, die Gefühle der Charaktere wundervoll einfzufangen und zu beschreiben. Ich hatte den Eindruck, die Emotionen aller nicht nur nachvollziehen zu können, sondern auch mitzuempfinden. Als Nichtbetroffene kann ich wahrscheinlich nur ansatzweise ermessen, welche Ängste Maja und ihre Familie ausstehen müssen. Allein der Gedanke, dass jemand meinen Kindern wehtun könnte, treibt mir schon die Tränen in die Augen und genau wie Lila würde ich alles dafür tun, um sie zu beschützen. Ich fand es sehr realistisch beschrieben, wie sie nicht nur die starke Mutter ist, sondern in ihren schwachen Momenten auch unter Panikattacken leidet und neben ihrer Angst verständlicherweise ein wenig den Blick für die Sorgen ihrer Tochter verloren hat.

Maja ist für mich eine echte Heldin, denn ich denke, nicht jedes Mädchen in ihrer Situation hätte es geschafft, das Wohl ihrer Familie über die eigenen Wünsche zu stellen. Ihre Einsamkeit an dem neuen Wohnort mit ihrer neuen Identität konnte ich hautnah nachvollziehen. Auch ihren Zwiespalt zwischen dem Wunsch, ein neues Leben zu führen und der Hoffnung, das alte nicht ganz zu verlieren. Es ehrt sie, dass es ihr nicht leicht fällt, ihre neuen Freunde zu belügen, doch dieser an und für sich löbliche Charakterzug bringt sie auch in Schwierigkeiten, da ihr anzusehen ist, dass sie etwas zu verbergen hat. Und so steht sie zwischen zwei Identitäten und damit zwischen zwei Leben und kann in keinem davon richtig Fuß fassen. Sie fühlt sich verloren und ohne Halt und gerät dadurch in Versuchung, unvorsichtig zu werden.

Gut gefallen hat mir auch, dass die Autorin in ihrem Buch auch die Gedanken des Täters erfasst hat und, die in ihrer Verworrenheit und Komplexität genau die richtige Dosis an Verständnis und einen Hauch Mitgefühl aufkommen lassen. Niemand ist von Geburt an böse und ich bin überzeugt, dass erst die Kombination aus den charakterlichen Grundzügen mit dem persönlichen Umfeld einen Menschen erst zu dem machen, was er ist. Aber gerade auch die in der Jugend gelesenen Bücher prägen meiner Meinung nach das Moralverständnis eines Menschen und umso mehr freue ich mich über die hiesige Darstellung des Täters, die beim Lesen weder Hassgefühle, noch allzu starkes Mitleid in mir geweckt und mich eigentlich nur mit einem Gefühl von Traurigkeit für ihn zurückgelassen hat.

Fazit:

"Keiner wird dich kennen" ist ein spannender Jugendthriller mit ausnahmslos starken und detailliert beschriebenen Charakteren. Ich habe beim Lesen komplett mitgefiebert, wodurch sich das ein oder andere Mal auch eine Träne des Mitgefühls in meine Augenwinkel geschlichen hat, während mich die ständig präsente Spannung weiter im Text nach vorne katapultierte. Die Autorin zeigt in ihrem Roman ganz klar auf, wozu Menschen fähig sind, im Guten wie im Bösen, und wie schnell uns unsere Gefühle vom Weg des Verstandes abbringen können. Aber sie weckt auch Verständnis für diejenigen, die sich in einer ähnlichen Situation wie Maja befinden, deren Furcht ihr tägliches Leben bestimmt und, die nichts gegen die Bedrohung unternehmen können solange die Täter die Grenzen des Gesetzes nicht überschreiten. Es ist beängstigend, wieviel Macht ein einziger haben kann und wie leicht es ist, das Leben anderer zu zerstören. Der Roman hat mich gefesselt und zutiefst bewegt und wird mir deshalb noch lange im Gedächtnis bleiben. Von meiner Seite gibt es eine ganz klare Leseempfehlung für das Buch.
 




Vielen Dank an blogg dein buch und den Beltz & Gelberg Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars und die Möglichkeit zur Teilnahme an ihrer Aktion "Offizieller Beltz & Gelberg Buchblogger 2013".

gebundenes Buch mit 400 Seiten
Alter: ab 12 Jahren
Preis: 16,95 Euro
ISBN: 978-3-407-81130-1
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