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Donnerstag, 25. Juli 2019

Der Geschmack von Sommerregen

Sophie ist sechszehn und lebt mit ihren Eltern in einem kleinen Dorf, unweit von München entfernt. Stets hält sie sich sehr bedeckt und nur ihre Freundin Lena lässt sie nah genug an sich heran. Doch auch diese ahnt nichts von Sophies Geheimnis, das sie in sich trägt und, das gut versteckt schwer auf ihrer Seele lastet.

Doch dann zieht Mattis neu ins Dorf und Sophie kann ihr Glück kaum fassen, dass der Neue, der schnell der Schwarm aller Mädchen wird, sich ausgerechnet für sie interessieren soll. Wird er sie trotz ihres Geheimnisses mögen? Aber auch Mattis verbirgt etwas und Sophie wird klar, dass sie nur glücklich werden kann, wenn sie ihren Ängsten auf den Grund geht.

Meine Meinung:

Mit viel Gefühl beschreibt Julie Leuze die Geschichte von Sophie. Dabei ist diese anfangs sehr zurückgezogen und kriecht erst vorsichtig durch die Bekanntschaft mit Mattis aus ihrem Schneckenhaus. Sie scheint gar nicht glauben zu können, das sich jemand tatsächlich für sie interessieren könnte.

Sehr einfühlsam beschreibt die Autorin hier auch eine seltene Besonderheit von menschlicher Wahrnehmung hinsichtlich ihrer Protagonistin. Bildhaft und mit vielen Erläuterungen führt sie ihre Leser an Andersartigkeit im allgemeinen und speziellen heran und vermittelt ohne erhobenen Zeigefinger den richtigen Umgang damit.

Während des Lesens wird zudem deutlich, wie wichtig Offenheit in einer Beziehung ist, da Geheimnisse beide Beteiligten belasten und somit unweigerlich zum Bruch führen können.

Schade fand ich nur, dass Mattis streckenweise etwas hinter Sophie zurückbleibt. Klar ist dies  verständlich, da der Roman ja auch in der Ich-Form aus ihrer Sicht geschildert ist, aber bezüglich dessen, was Mattis verbirgt, hätte ich mir sehr über weitere Erläuterungen gefreut.

Die Autorin beschreibt die Liebesbeziehung von Sophie und Mattis sehr detailiert und führt dies auch bis zum Thema Sex und seiner Ausübung fort. Das ist bestimmt nicht jedermanns Sache in einem Jugendbuch und sollte sicherlich bei dem Griff zur Lektüre bedacht werden.

Fazit:

"Der Geschmack von Sommerregen" von Julie Leuze ist eine einfühlsame Liebesgeschichte, die mit interessanten Charakteren mit ungewöhnlichen Hintergründen aufwarten kann und wunderschöne Lesestunden beschert. 







gebundenes Buch mit 320 Seiten
Verlag: Egmont Ink
Facebookauftritt des Verlags → HIER
erschienen: 11.07.2013
Preis: 14,99 Euro
ISBN: 978-3-86396-062-9
mehr Infos, Leseprobe und Einkauf über Verlag möglich → HIER
Website der Autorin → HIER

Donnerstag, 13. Juni 2019

Nacht aus Rauch und Nebel

Der Weiße Löwe ist in Sicherheit, doch der Preis, den Flora dafür zahlen musste, war hoch. Zwar hat sie Eisenheim damit vorerst gerettet, aber ihre Liebe zu Marian scheint diese Entscheidung nicht zu verkraften. Eine Rettung für seine Schwester Ylva ohne den Weißen Löwen ist nahezu ausgeschlossen.

Aber lange hat Flora keine Zeit zum Trübsal blasen. denn inzwischen schreitet das Nichts in Eisenheim immer schneller voran. Die Seelen leben in ständiger Angst, davon verschluckt zu werden, doch die Wissenschaftler tappen auf der Suche nach der Ursache im Dunkeln.

Gleichzeitig hat auch der Kanzler nicht aufgegeben. Nachdem Flora seine Pläne vereitelt hat, sinnt er auf Rache und versucht, Flora das Leben schwerzumachen. Wird sie Eisenheim und damit ihrer aller Leben noch retten können?

Meine Meinung:

Nachdem mich "Stadt aus Trug und Schatten" im letzten Jahr mit seiner wunderschönen Geschichte einfach nur verzaubert hat, war es für mich klar, dass ich den zweiten und letzten Teil der Dilogie unbedingt auch noch lesen wollte. Schnell führt Mechthild Gläser ihre Leser wieder in die Handlung ein, die anfänglich mit den wichtigsten Geschehnissen des Vorgängerbandes gespickt ist, um einen leichten Wiedereinstig in die Fortsetzung zu bekommen.

Alle liebgewonnenen Charaktere waren wieder mit dabei und haben die Geschichte auf ihre Art bereichert. Flora hat inzwischen den Großteil ihrer Erinnerungen wiedererlangt und auch beim Dämmerungstraining macht sie langsam Fortschritte. Lediglich die Beziehung zu dem undurchschaubaren Finnen Marian steht weiterhin auf sehr unsicheren Füßen. Er kann ihr ihre Entscheidung hinsichtlich des Weißen Löwen einfach nicht verzeihen und immer noch hat Flora das Gefühl, dass er ihr entscheidende Dinge verschweigt.

Die desolate Gefühlslage der authentischen Flora und ihre instabile Beziehungssituation sind zwar ein sehr wichtiger Aspekt der Handlung, doch die weiteren Ereignisse stehen ganz klar im Vordergrund. Schlag auf Schlag gerät sie immer wieder in rasante Situationen oder erlangt alternativ wichtige Erkenntnisse. Die Lage spitzt sich immer mehr zu und gipfelt schließlich in einem spannenden und nervenaufreibenden Finale.

Ganz besonders gut gefallen hat mir auch hier wieder die Verknüpfung der realen Welt mt der farblosen Schattenwelt unserer Träume. Auf der einen Seite versucht Flora ihren Alltag mit Schule und Freunden zu bestreiten und parallel dazu die ständig wachsenden Probleme in der Schattenwelt zu lösen. Die dortigen Schwierigkeiten verursachen langsam eine Durchlässigkeit der Grenzen, die nicht nur Eisenheim bedroht. Neben den ausführlichen Beschreibungen der Örtlichkeiten in Essen, denen man die tatsächlichen Ortskenntnisse der Autorin anmerkt, fand ich auch die bildhafte Darstellung der Schattenwelt sehr gut gelungen. Dieser Ort mit seinen besonderen Gesetzmäßigkeiten hat vor meinem geistigen Auge Gestalt angenommen, so dass ich mich dort ganz leicht zurechtgefunden und die gemeinsamen Ausflüge mit Flora genossen habe.

Fazit:

Mit "Nacht aus Rauch und Nebel" legt Mechthild Gläser ein grandioses Finale hin, das mich ebenso wie sein Vorgänger zu begeistern wusste. Die Verschmelzung der realen mit der fiktiven Traumwelt, sowie der leicht spürbare Steampunkeinfluss haben ein fantastisches Gesamtbild kreiert, das mich durchweg gefesselt hat. Die ständig spürbare Spannung in dieser faszinierenden Geschichte aus Abenteuer, Liebe und Magie gipfelte in einem rasanten Finale, das die Dilogie zu einem würdigen Ende brachte. 






gebundenes Buch mit 400 Seiten
Verlag: Loewe
Facebookauftritt des Verlags → HIER
erscheint: 17.06.2013
Alter: ab 13 Jahren
Preis: 17,95 Euro
ISBN: 978-3-7855-7445-4
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Website der Autorin → HIER

Mittwoch, 8. Mai 2019

Engelsdämmerung

Im Band 1 der City-of-Angels-Reihe hat Kains Vater den gefallenen Engel Asâêl befreit. Dies hat dazu geführt, dass der Nazgarth, ein uraltes Übel, aus seinem Schlaf gerissen wurde. Einst war es des Nazgarths Aufgabe, die gefallenen Engel, ihre Nachkommen - die Schattenläufer - und alles was diese geschaffen hatten, zu vernichten. Als bemerkt wurde, dass dies unweigerlich auch zur Vernichtung eines Großteils der Menschheit führen würde, wurde er mit sieben Siegeln in einen Schlaf gebannt. Nun - im dritten Band - ist jemand hinter den Siegeln her und die Bedrohung, dass der Nazgarth entfesselt wird, steigt.
Aus diesem Grunde heuert der Orden der Raphaeliten, dessen eigentliche Intention die Vernichtung der Schattenläufer ist, den Killer Kain an.

Nun soll er den Jünger des Nazgarth aufhalten und die Siegel sichern. Ihm zur Seite steht Anna, eine junge, hochintelligente Bibliothekarin, die bei den Raphaeliten aufgewachsen ist und sich besonders gut mit den alten Schriften auskennt. Sie lebt sehr zurückgezogen und hat sich von den meisten Menschen - außer dem Prior Bartolo - abgewandt. Keine guten Voraussetzungen für eine Zusammenarbeit. Die beiden bekriegen sich, wo sie nur können. Werden Anna und Kain die Aufgabe trotzdem lösen können?

Meine Meinung:

"Engelsdämmerung" ist der dritte Band aus der "City of Angels" - Reihe von Andrea Gunschera, der nicht wie gewohnt nur in Los Angeles spielt, sondern diesmal auch einige andere Orte zum Schauplatz hat. Schnell war ich wieder mittendrin und gefesselt von dem spannenden Schreibstil der Autorin.

Kain wird immer noch geqält von dem Blutfluch zu Eve, der Gefährtin seines Halbbruders Alan. Da er süchtig nach Blut ist, ist er gezwungen, seine Opfer zu töten, da er sonst dem Blutfluch - eine Mischung aus unerfüllter Liebe und Beschützerinstinkt - erliegt. Im ersten Band hatte er den Auftrag, Eve zu töten, wurde dabei aber von Alan unterbrochen. Seitdem bekommt er Eve nicht mehr aus dem Kopf. Auf der einen Seite kann er sie nicht haben, da sie Alan liebt, auf der anderen Seite ist er auch nicht mehr in der Lage sie zu töten. Die letzte Zeit hat er damit verbracht, sie verzweifelt aus dem Kopf zu bekommen.

Anna war bisher immer schüchtern und zurückhaltend und hat mit Menschen außerhalb des Klosters selten gute Erfahrung gemacht. Einzig dem Prior des Klosters, Bartolo, der sie aufgezogen hat, vertraut sie bedingungslos.

Beide als Team sind folglich wie Feuer und Wasser und keiner möchte mit dem anderen zusammenarbeiten. Es ist Annas Aufgabe anhand der Cerencia-Tagebüchern die Standorte der Siegel zu bestimmen, aber leider kommen sie immer zu spät. Kain ist immer wieder in Versuchung, sich Annas einfach zu entledigen, doch als beide in einem Labyrinth unter L.A. schon fast verloren scheinen, geschieht etwas Seltsames mit Kain: Er entdeckt Gefühle für Anna. Diese beharrlich verleugnend und der Gefahr entkommend, begeben die beiden sich weiter auf die Suche nach den Siegeln. Hierbei gibt es immer wieder Momente, in denen sie sich näherkommen. Gleichzeitig lüften sie auch langsam das Geheimnis ihres Auftrags.

Fazit:

Andrea Gunschera ist es in ihrem dritten Band der Reihe abermals gelungen den Leser zu fesseln. Ich habe den Roman förmlich in einem Rutsch verschlungen und wurde auf eine wilde Reise um den halben Globus mitgenommen. Die Geschichte ist eine gelungene Mischung aus Mystik, stets anhaltender Spannung und Romantik. Seit Band 1 bin ich ein Fan der "City of Angels"-Reihe und bin der Meinung, dass Engelsdämmerung der bisher beste und spannendste ist. Ich hoffe, Andrea Gunschera lässt ihre Fans nicht zu lange auf den nächsten Band warten und kann die Reihe nur jedem wärmstens empfehlen.




broschiertes Buch mit 220 Seiten
Verlag: Sieben Verlag
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erschienen: Januar 2012
Preis: 14,90 Euro
ISBN: 978-3-941547-39-1
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Mittwoch, 13. März 2019

Zwischen ewig und jetzt

Nach dem Tod ihres Vaters ist in Julias Leben nichts mehr wie es mal war. Entsetzt und auf die harte Tour muss sie erkennen, dass ihr Familienleben auf einer Lüge aufgebaut ist und ihrer Mutter und ihr nichts mehr geblieben ist. In einer neuen Stadt in einer Hochhausiedlung beginnen die beiden ein neues Leben, doch die Spuren des Erlebten haben Narben bei Julia zurückgelassen. In dem verzweifelten Versuch ihr altes Leben wiederzubekommen verstrickt sie sich in ein Netz aus Lügen. Sie gibt vor, in einer besseren Wohngegend zu leben, schnappt sich den umschwärmten Felix als Freund und wird Teil seiner angesagten Clique. Als dann jedoch ihr Opa stirbt und sie die nähere Bekanntschaft von Niki macht, droht alles über ihr zusammenzubrechen. Denn Niki kann mit den Toten sprechen und hat eine Nachricht für sie....

Meine Meinung:

"Zwischen ewig und jetzt" ist ein spannender Jugendfantasyroman, der mich schnell gefesselt hat. Der jugendlich, leichte Schreibstil der Autorin und die gefühlvolle Erzählweise in der ersten Person aus der Sicht von Julia haben mich in die Geschichte hineingezogen und sie mich miterleben lassen. Dadurch hatte ich das Gefühl, durch die Geschichte zu fliegen und die Seiten zogen viel zu schnell an mir vorbei.

Julia hat ihr ehemaliges Leben komplett hinter sich zurücklassen müssen und fühlt sich von den Menschen, die sie liebt, belogen und betrogen. Der Neuanfang in einer anderen Stadt fällt ihr schwer und so erschafft sie für ihren neuen Freunde eine Fassade, hinter der sie sich versteckt. Nie wieder möchte sie zum Außenseiter werden und das ist auch einer der Gründe, weshalb sie nicht auf ihr Herz hört und Niki zunächst meidet und sehr schnell mit Felix zusammenkommt. Ich konnte Julias Zerrissenheit zwischen den beiden Jungs sehr gut nachvollziehen, da auch ich sie beide in mein Herz geschlossen habe. Zwar waren einige ihrer Handlungen ein wenig zu spontan für meinen Geschmack, aber das kann ihr sicher aufgrund ihres jungen Alters und des Gefühlschaos, das in ihr tobt, verziehen werden.

Niki umgibt eine geheimnisvolle Aura. Nicht nur, weil er der Sohn eines Bestattungsunternehmers ist, sondern er ist auch in der Lage mit den Toten zu sprechen. Er scheint sich mit seiner Gabe abgefunden zu haben und auch mit der Position, die sie ihm unter seinen Klassenkameraden verschafft. Obwohl er niemand dort zu seinen Freunden zählen kann, wirkt er zwar gelegentlich leicht resigniert, aber nicht verbittert und er strahlt zudem eine ordentliche Portion Selbstbewußtsein aus. Ich hätte mich gefreut, wenn es während der Erzählung auch Passagen aus seiner Sicht gegeben hätte, die den Fantasy- und Spannungseffekt sicherlich noch mehr verstärkt hätten.

Währenddessen ist Felix es gewohnt, das zu bekommen, was er möchte. Als gutaussehender Sohn reicher Eltern hat er eine gewisse Stellung in seiner Clique und die Mädchen fühlen sich von ihm angezogen. So auch Julia. Doch trotz gelegentlichem Aufblitzen einer unvermeidlichen Arroganz ist er doch ein sehr netter und umgänglicher, junger Mann, dem sehr an Julia gelegen ist.

Das Cover des Buches finde ich außerordentlich gelungen und hat es mir auch gleich angetan. Das passepartoutähnliche Motiv wirkt sehr filigran und nur die Blüten und der Titel werden durch die leichten Pinktöne akzentuiert. In einer Buchhandlung wäre ich garantiert nicht an diesem schönen Buch vorbeigegangen.

Fazit:

Der im Fischer FJB Verlag erschienene Roman "Zwischen ewig und jetzt" ist ein Jugendfantasyroman, der Liebe, Vertrauen, Verlust, Wahrheit und Freundschaft thematisiert und gleichzeitig auch Aspekte eines Kriminalromans aufweist. Ich fühlte mich von der spannenden Geschichte sehr gut unterhalten und habe sie mehr oder weniger in einem Rutsch durchgelesen. Der jugendliche Schreibstil und die gruselige Stimmung haben mich bis zum Ende gefesselt. Sehr gerne hätte ich noch mehr über Julia, Niki und Felix gelesen. 






gebundenes Buch mit Seiten
Verlag: Fischer FJB
erschienen: März 2013
Alter: ab 14 Jahren
Preis: 16,99 Euro
ISBN: 978-3-8414-2214-9
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Donnerstag, 7. Februar 2019

Skin Deep - Nichts geht tiefer als die erste Liebe

Bei einem furchtbaren Autounfall verliert die 14-jährige Jenna nicht nur ihre beste Freundin, sondern erleidet zudem schwere Verbrennungen in ihrem Gesicht. Selbst nach monatelanger Behandlung, inklusive einer Hauttransplantation, traut sie sich aufgrund ihrer Entstellung kaum noch aus dem Haus. Von ihren Eltern gezwungen nimmt sie inzwischen wieder am Schulunterricht teil, doch jeder Tag ist wie ein Spießrutenlauf für sie. Die anderen Kinder und selbst auch die Erwachsenen starren sie an und begegnen ihr entweder mit Mitleid oder mit Abscheu und offensichtlicher Ablehnung.

Erst als sie durch Zufall bei einem Spaziergang auf den 16-jährigen Ryan trifft, der gemeinsam mit seiner eigenwilligen Mutter mit einem Hausboot durchs Land zieht, scheint sich ihr Leben wieder langsam zu verändern. Begegnet sie auch ihm zunächst noch mit Angst und Ablehnung, verändern sich ihre Gefühle und ihr Verhalten jedoch alsbald. Nachdem er in einer häßlichen Situation eines Abends für sie offensichtlich Partei ergreift, ist das Eis zwischen ihnen vollends gebrochen und Jenna vertraut sich ihm als erstem nach dem schrecklichen Unfall an. Die beiden entwickeln freundschaftliche Gefühle füreinander, die Jenna immer mehr und mehr die Kraft geben, aus ihrem Schneckenhaus herauszukommen, doch der plötzliche Mord an Steven, dem damaligen Unfallfahrer, der mit einer viel zu geringen Strafe davongekommen ist und, den Jennas Vater seitdem vehement bekämpft, bringt wieder alles durcheinander. Wer hat Steven getötet? Wird Jenna sich ihre neu gewonnene Stärke bewahren können oder werden die Verdächtigungen gegen Freunde und Familie sie erneut in die Einsamkeit zwingen?

Laura Jarratts Debütroman hat es geschafft, mich von Anfang bis Ende zu fesseln. Ich war richtig hin und weg und habe neben mir nichts mehr wahrgenommen bis ich das Ende des Buches erreicht habe.
Es ist im Präsens geschrieben, immer abwechselnd aus der Sicht von Jenna oder Ryan. Die beiden Charaktere sind dabei so ausführlich geschildert, dass ich mich unvermittelt zugehörig zur Geschichte fühlte. Jenna, die schon immer eher schüchtern, folgsam und zurückhaltend scheint, lässt sich von ihrer besten Freundin überreden, sich aufzubrezeln und mit einigen anderen in ein Auto zu steigen, dass von Steven, der Drogen und Alkohol gegenüber nicht abgeneigt ist, gelenkt wird. Die Situation eskaliert, es kommt zu einem Unfall, bei dem 2 Mädchen sterben und Jenna ihre furchtbaren Verletzungen davonträgt. Da sie nicht nur das Gefühl hat, dass alle anderen jetzt ein Monster in ihr sehen, sondern auch sie selbst mit ihren äußerlichen Veränderungen nicht klarkommt, zieht sie sich immer mehr zurück. Ihre Eltern, die voller Sorgen sind, drängen Jenna immer wieder gegen ihren Willen zurück ins "normale" Leben. Dabei erfährt sie stets neue Verletzungen, die letztendlich auf einer Party eskalieren. Jenna ergreift die Flucht, wird an dieser aber von Ryan gehindert, der ganz klar gegenüber allen anderen Stellung für sie bezieht und sich als Retter in der Not herausstellt. Hierdurch von ihm eingenommen, lässt Jenna ihn als ersten langsam näher an sich heran, so dass Ryan sie stetig weiter zurück ins Leben stupsen kann.

Ryan selbst hat bereits als Kind schon viele schlechte Erfahrungen gemacht. Als "Zigeuner" und "Penner" beschimpft oder verprügelt, hatte er nie die Möglichkeit nähere Bindungen einzugehen, zumal er und seine Mutter nie lange an einem Ort geblieben sind. Erst Cole, ein zeitweiliger Freund seiner Mutter, nimmt ihn unter seine Fittiche und dient ihm als männliches Vorbild. Trotz allem ist Ryan sehr senibel und aufgrund seines einfachen Lebens ausgesprochen bescheiden und genügsam. Dabei kümmert er sich vorbildlich um seine Mutter. Leider muss er bei ihr nur allzu oft die Rolle des Erwachsenen übernehmen, so dass er an dieser Verantwortung in seinen jungen Jahren bereits schwer zu tragen hat.
Seinem Einfühlungsvermögen ist es zu verdanken, dass er Zugang zu Jennas Gedanken- und Gefühlswelt bekommt. Er lockt sie immer mehr aus ihrer Einsamkeit heraus und gibt ihr langsam ein neues Gefühl der Selbstsicherheit. Er schafft es als einziger, ihr Aussehen komplett auszublenden und sich lediglich auf ihr Wesen, ihren Charakter und ihre Persönlichkeit zu konzentrieren.

Auch die Nebencharaktere werden hier sehr schön beschrieben. Beim Lesen wird sehr klar deutlich, wie sehr auch Jennas Familie von ihrem Unfall betroffen ist. Während ihre Mutter hier ganz klar die Stärkere ist, scheint Jennas Vater sich mit dem, was seiner Tochter passiert ist, nicht abfinden zu können und statt seine Tochter zu unterstützen, steckt er alle seine Energien in den Kampf gegen den Unfallverursacher.
Die vielschichtige Persönlichkeit von Ryans Mutter hat mir besonders gut gefallen. Von der gebildeten, selbstbewußten Frau bis hin zur egozentrischen, verantwortungslosen Mutter zeigt sie unheimlich viele Facetten, die immer wieder für eine Überraschung gut waren.

Nebenbei ist "Skin Deep - Nichts geht tiefer als die erste Liebe" vom Dressler Verlag nicht nur ein wundervoller Jugendliebesroman, der mich tief berührt hat, sondern auch gleichzeitig ein Kriminalroman. Hierbei ist das aufzuklärende Verbrechen geschickt mit der restlichen Geschichte verwoben und bildet dabei eine runde Einheit. Laura Jarratts Roman hat mir ausgesprochen gut gefallen und wird bestimmt nicht der letzte ihrer Romane in meinem Bücherregal sein.